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Linux-Kernel wird inklusiver

(Foto: Shutterstock)

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Der Linux-Kernel wird ab sofort politisch korrekter. Linus Torvalds, Erfinder und Gottvater des Kernstücks jedes Linux-Derivats, will Begriffe im Kernel-Code geändert haben: Aus „Master“ wird „Primary“, aus „Slave“ wird „Secondary“ und die „Blacklist“ wird zur „Blocklist“.

Am 10. Juli 2020 hat Torvalds einen Git commited, der neben zahlreichen Kernel-Updates eine inklusive Terminologie etablieren soll. Entsprechende Vorschläge sind zuvor vom Kernel-Entwickler Dan Williams gemacht worden und nun Teil des Linux-Kernelcodes und entsprechender Dokumentation.

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Ob das eine Reaktion auf die „Black Lives Matter“-Proteste ist oder schlicht und einfach daran liegt, dass wir im Jahr 2020 leben und Inklusion selbstverständlich sein sollte, bleibt einfach Interpretation. Linux reiht sich damit jedenfalls in eine Reihe von Unternehmen ein, die bereits einen ähnlichen Pfad eingeschlagen haben. Darunter auch der Versionierungsdienst GitHub, Twitter, Microsoft, Linkedin, Ansible, Splunk, Android, Go, MySQL, PHPUnit, Curl, OpenZFS, Rust und JP Morgan.

Insgesamt soll alles politisch korrekter werden, ohne dass das Linux-Team feste Begriffe vorgeben möchte. Die folgenden Alternativen sind also lediglich Vorschläge an die Developer, ihren Quellcode von rassistisch behafteten Begriffen zu befreien.

Master / Slave

  • primary / secondary
  • main / replica oder subordinate
  • initiator / target
  • requester / responder
  • controller / device
  • host / worker oder proxy
  • leader / follower
  • director / performer

Blacklist / Whitelist

  • denylist / allowlist
  • blocklist / passlist

Linux 5.8-rc5 hat die meisten Commits

Diese Vorschläge werden für neuen Code im Kernel verwendet und Linux-Entwicklern empfohlen. Sämtliche alten Begriffe gelten ab sofort als inadäquat und sollten nur noch bei der Wartung alten Codes und Dokumentationen verwendet werden. Oder, wenn eine bestehende Hardwarespezifikation oder ein Protokoll solche Begriffe 2020 noch vorsieht. Neben den sprachlichen Änderungen gibt es natürlich auch eine Menge weiterer, die klassisch-kernelig sind. Eine Übersicht zum Release Candidate Linux 5.8-rc5 findet ihr in Linus Torvalds wöchentlichem „State of the Kernel“ hier.

t3n meint:

Fun fact: Wer Torvalds noch von früher kennt, wird wissen, dass er sich zwar nicht durch rassistische, aber durchaus deftige Worte und Aktionen als Tobsuchtkandidat geoutet hat. Nach eine Retreat 2018 hat Torvalds dann seine innere Mitte gefunden und schlägt seitdem einen gemäßigteren Ton an. Zumindest meistens, wenn er nicht gerade auf Intel schimpft. Wer also die Änderung der Terminologie etwas überzogen findet, darf es gerne Torvalds gleich tun. Die inklusiven Begriffe brechen niemandem einen Zacken aus der Krone und Veränderung beginnt immer im Kleinen. Jake Pietras

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2 Kommentare
arnulf
arnulf

Moin,
geh mal kalt Duschen, Dein geschwurbsel ist an Arroganz kaum zu toppen.
Linux ist ein Kernel der sogar BSD antreibt aber nicht im geringsten eine Distribution sondern nur ein Bestandteil. Linus Torvalds ist ein Mensch der ziemlich gut programmieren kann, kein Gott oder Gott ähnlich. Selten so einen Bullshit gelesen.
Gruß

Antworten
Jake Pietras

Danke für Deinen Kommentar und Deine persönliche Meinung.

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