Ratgeber

Webdesign: So setzt du Long Scrolling richtig ein

Long Scrolling, unendliche Weiten. (Foto: Pixabay)

Das Web, unendliches Scrollen. Aber wie könnt ihr Seiten, die endlos scheinen, so bauen, dass nicht die Geduld des Besuchers irgendwann endet? Es gibt ein paar Tipps, die ihr beherzigen solltet.

Scrolling früher und heute

Früher war alles einfacher. Scrolling gab es da auch schon, wir bewegten uns mit der Maus eine Seite hinunter und meistens auch wieder hinauf, klickten im Menü oder über einen Contentlink die nächste Seite an und wiederholten das Spiel. Wobei im damaligen Webdesign noch versucht wurde, das Scrolling insgesamt zu vermeiden.

Heutzutage ist alles komplizierter. Speziell die sozialen Netzwerke haben dazu beigetragen, dass mehr Content auf weniger Seiten untergebracht und dadurch naturgemäß mehr Inhalt pro Seite angezeigt wird.

Das Konzept des „Above the Fold”, für das ich Ende der Neunziger teils tagelang an einzelnen Seiten geschliffen habe, damit auf jeden Fall alle wichtigen Informationen beim initialen Aufruf einer Seite vollständig und ohne Scrollbars rechts und unten sichtbar waren, hat an Bedeutung verloren. Heute ist der Fold, also die untere sichtbare Kante einer Seite nach deren erstem Aufruf, hauptsächlich der Indikator dafür, dass danach noch etwas kommt.

Neben den sozialen Medien begünstigen mobile Endgeräte den Trend hin zum Long Scrolling, denn es ist nahezu unmöglich, das frühere Konzept des „Above the Fold” für mobile Geräte zu realisieren. Viel zu klein sind die Screens. Die erforderlichen Kompromisse wären schlicht nicht zu machen.

Smartphones haben Scrolling sozusagen wieder salonfähig gemacht. Auf kleinen Screens ist es weitaus angenehmer, mit dem Finger eine lange Seite zu durchscrollen, als mit spitzen Fingern die Navigation zu bemühen, um von Seite zu Seite zu springen. Die Natürlichkeit der Scroll-Geste erlaubt zudem unterschiedliche Scroll-Geschwindigkeiten. So kennt ihr es vom gezielten Durchblättern eines Buches. Vorausgesetzt, der Autor hat optische Anker zur Orientierung gesetzt, lässt sich ein Buch sehr schnell nach relevanten Informationen durchscannen.

Der Trend hin zum Scrolling hat in den vergangenen Jahren die so genannten OnePager hervorgebracht. Dabei handelt es sich um Websites, die nur aus einer einzelnen Seite bestehen und alle relevanten Informationen strukturiert über diese Seite verteilen. Dabei können OnePager optisch durchaus den Eindruck erwecken, sie würden aus mehreren Seiten bestehen.

Die verschiedenen Arten des Scrolling

Scrolling ist mittlerweile keine triviale, aus der normativen Kraft des Faktischen entstehende Tätigkeit mehr. Vielmehr können wir uns als Designer bewusst entscheiden, welche Art von Scrolling wir zum Einsatz bringen.

Long Scrolling wird unterschiedlich interpretiert. Deshalb will ich erstmal den Begriff in Abgrenzung zu anderen Termini definieren.

Long Scrolling in seiner Urform bezeichnet schlicht eine lange Seite mit Content, die homogen aufgebaut ist und von oben nach unten durchscrollt wird. So betrachtet können wir Long Scrolling durchaus als Oberbegriff verstehen.

Das Fixed Long Scrolling ist eine Variante des Long Scrolling, bei der einzelne statische Elemente nicht mitscrollen. Es verbindet den Vorteil der früheren seitenorientierten Gestaltung mit dem des seitenlosen Scrolling.

Infinite Scrolling wiederum bezeichnet eine Form des Long Scrolling, bei der am Ende des Viewport, also des sichtbaren Browserfensters, immer wieder neuer Content nachgeladen wird, sodass die Seite quasi unendlich, infinit erscheint. So funktionieren alle sozialen Netzwerke. Inwieweit das die richtige Wahl für normale Websites ist, bedarf gründlicher Abwägung.

Zu guter Letzt will ich noch das Parallax Scrolling erwähnen, das allerdings keine Unterform des Long Scrolling darstellt. Beim Parallax Scrolling geht es vielmehr um den Aspekt des Storytelling durch natürlich wirkende Animation. Durch unterschiedlich schnell scrollende Teilbereiche der gleichen Seite wird die Illusion von Bewegung erzeugt, wodurch sehr lebendige Gestaltungen möglich werden. Das Scrolling muss hier auch nicht vertikal sein, sondern funktioniert meist sogar besser als horizontale Variante. Um das Parallax Scrolling wird es in diesem Beitrag nicht im Einzelnen gehen.

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9 Kommentare
Kritiker
Kritiker

Wie nennt man das Scrolling auf t3n, dass man beim Runterscrollen plötzlich wieder auf die Startseite weitergeleitet wird?

Sorry, aber dieses „Feature“ ist Schwachsinn, warum werde ich beim Runterscrollen weitergeleitet, wozu soll das dienen?

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MST
MST

Dem Stimme ich zu, zumal es immer irgendwie ein bisschen zu plötzlich geht. Und wenn das schon sein muss, und wenn es schon nicht gewünscht ist Artikel auf nur 1 Seite zu präsentieren (Seitenaufrufe vs. Vorteile des Long-Scrollings), warum geht es dann _immer_ auf die Startseite, statt zur nächsten Seite des Artikels?

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Kritiker
Kritiker

UX technisch einfach totaler Murks, aber schon klar, steigert die Page Impressions und damit die schönen €!

Die Schrift hier ist schon absoluter Quark, man kann kaum I, i und l unterscheiden (sind wirklich drei verschiedene Buchstaben), einfach peinlich für angeblich professionelle Web News.

Benny Lava
Benny Lava

Volle Zustimmung.
Diese Funktion nervt einfach.

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NoName
NoName

Jo absoluter Schwachsinn um mehr Hits zu generieren. Einfach erbärmlich sowas machen zu müssen.

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Michael
Michael

Völlig richtig. Der Trend geht ja zum Scrollen, insofern ist es umso schlimmer, wenn der Scrollbalken noch längst nicht unten angekommen ist, ich aber trotzdem schon automatisch woanders hingeleitet werde. Zumal ich nicht immer von der Startseite kommen muss. Vielleicht habe den Artikel aus dem Archiv oder aus den Suchergebnissen geändert und möchte lieber dorthin zurück. Dafür brauche ich nun mehrere Schritte als zuvor.

Wenn ich schnell nach unten scrolle hatte ich auch schon das Phänomen, dass ein Video und/oder Werbung später nachgeladen wurde, wodurch ich ungewollt am Seitenende ankam – und prompt wieder auf der Startseite landete. „Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4.000 DM ein.“

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Benny Lava
Benny Lava

Die beste Empfehlung zum Thema long-scrolling: Don’t.

Am besten man vermeidet alles, was dem Benutzer eine ungewohnte Erfahrung gibt.
Alles hat ein natürliches Ende und irgendwann kommt man am Ende der Seite an. Ansonsten hat man das Gefühl, dass man nicht die ganze Seite gesehen hat und aus Faulheit abgebrochen hat. Kein positives Gefühl für den Leser.

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Kritiker
Kritiker

Aber ich habe meine Lektion gelernt:

Ich besuche t3n inzwischen einfacher seltener (bin auch nur hier um diesen Kommentar zu schreiben), wirklichen Unique Content hat t3n nicht.

Da schreibt t3n so viele UX Artikel, aber selber haben sie keine Ahnung. Ad-Blocker heute, morgen kommen dann bald die Scroll-Redirect-Blocker (sollte relativ einfach zu entfernen sein).

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Frank

Im Grunde genommen ein nützlicher Artikel über das Scrolling – im Alltag sucht man immer wieder gerne nach Argumentationshilfen im Kundengesprächen.

Warum ein Artikel mit relativer Länge über das Scrollen, dann aber auf 3 Seiten aufgeteilt wird, erschliesst sich mir nicht :)

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