News

McKinsey-Studie: Aftersales-Markt der Autobranche im Umbruch

Die Autohersteller müssen sich transformieren – und mit ihnen auch die Aftersales-Branche. (Foto: Minerva Studio / Shutterstock)

20 Prozent der Umsätze erzielt die Autoindustrie mit Reparaturen und Ersatzteilen. Allerdings sehen sich 80 Prozent der Zulieferer unzureichend gerüstet für die Digitalisierung, heißt es von McKinsey.

Nach dem Verkauf eines Neuwagens geht für die Automobilbranche das Geschäft häufig erst richtig los. Die sogenannte Aftersale-Sparte wächst seit Jahren. Bis 2030 sollen die Umsätze weltweit um jährlich drei Prozent von aktuell knapp 800 Milliarden US-Dollar auf dann 1,2 Billionen Dollar zulegen.

In der Studie „The changing aftermarket game“ haben die Unternehmensberatung McKinsey & Company und der europäische Automobilzuliefererverband CLEPA die boomende Branche untersucht.

Stärkstes Wachstum in China

Mit rund einem Fünftel der Gesamtumsätze, wie es heißt, blieben Reparaturen und der Handel mit Autoteilen auch in Zukunft „eine wichtige Säule der Automobilindustrie“. Der Markt in China werde mit 8,1 Prozent jährlich weltweit am stärksten wachsen, während Europa mit 1,5 Prozent und Nordamerika mit 1,6 Prozent voraussichtlich nur ein leichtes Plus aufweisen werden.

Verschleißteile würden mit aktuell 53 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Säule im Aftersales-Geschäft bleiben, vor Unfallreparaturen (12 Prozent), Diagnose (9 Prozent) und Services (6 Prozent). „Das Aftersales-Geschäft wird sich komplett verändern“, prophezeit Andreas Cornet, Seniorpartner im Münchner Büro und Leiter der deutschen Automobilberatung von McKinsey: „Neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise der Direktvertrieb von Autoteilen über das Internet werden die bestehende Aufteilung zwischen Autoherstellern, Zulieferern, Distributoren und Werkstätten neu sortieren.“

Wachstum fahrdatenbasierter Dienstleistungen

In der Studie heißt es auch, dass insbesondere digital- und fahrdatenbasierte Dienstleistungen wie Updates für das Auto oder Echtzeit-Diebstahlschutz in Zukunft stark wachsen werden, angeblich auf rund 20 Prozent Umsatzanteil in zehn Jahren. 2030, schreibt McKinsey, könnten bis zu einem Viertel der Teile online gekauft werden. Verschleißärmere Technologien wie elektrische Antriebe würden die Nachfrage nach Ersatzteilen dämpfen, ebenso wie die Einführung sicherer, selbstfahrender Autos.

Ganze 80 Prozent der befragten Automobilzulieferer und Branchenvertreter sollen in der Befragung angegeben haben, auf diese Veränderungen „schlecht vorbereitet zu sein“: „Insbesondere bei der Digitalisierung hinken viele Zulieferer noch hinterher“, sagt Cornet. 42 Prozent der Zulieferer würden erwarten, dass sich die Profitabilität ihres Aftersales-Geschäfts in den kommenden zehn Jahren verschlechtern werde, nur 29 Prozent gingen von einer Verbesserung der Marge aus.

„Zulieferer müssen jetzt handeln, um sich ihren Anteil am zukünftigen Aftersales-Geschäft zu sichern“, rät Dirk Breitschwerdt, Seniorpartner im Münchner Büro von McKinsey und Co-Autor der Studie: „Sie sollten eine Strategie umsetzen, die auf den eigenen Stärken aufbaut – ob Kundenbindung, überlegenes Netzwerk oder Technologieführerschaft.“ Dann gelte es, schnell mit neuen Angeboten in den Markt zu gehen, um früh Erfahrungen zu sammeln. Dies schließe auch Kooperationen mit Startups aus dem Digitalumfeld ein.

Mehr zum Thema: Digitale Transformation: Praktischer Leitfaden für Unternehmen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung