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Israelische Behörden wollen Vorwürfe gegen Pegasus-Hersteller NSO klären

Die israelische NSO-Group, Hersteller der umstrittenen Pegasus-Software, sieht sich behördlichen Ermittlungen ausgesetzt. Geklärt werden soll, wie es zu dem massenhaften Missbrauch der Spionagesoftware Pegasus kommen konnte.

Lesezeit: 2 Min.

Ist der Hersteller des Pegasus-Tools am Missbrauch desselben mitschuldig?  (Foto: Effective Stock Photos/ Shutterstock)

Das israelische Verteidigungsministerium hat via Twitter bestätigt, dass Mitarbeiter verschiedener Behörden beim Entwickler von Spionagesoftware für Regierungen, der NSO-Group, vorstellig geworden seien. Ziel sei es, den Vorwürfen gegen das Unternehmen nachzugehen. Die wiederum lauten darauf, dass die Produkte des Unternehmens – allen voran das Spionage-Tool Pegasus –  in großem Umfang und möglicherweise sogar absichtlich missbraucht worden seien.

Pegasus-Hersteller NSO bekam Besuch

Der ursprünglich in hebräischer Sprache erstellte Tweet liest sich übersetzt etwa so:

Vertreter einer Reihe von Einrichtungen haben heute das Unternehmen NSO aufgesucht, um die Veröffentlichungen und Anschuldigungen in seinem Fall zu prüfen.

Grundlage der Ermittlungen sind Vorwürfe von Amnesty International und einem Konsortium von Zeitungen. Die hatten Zugang zu einer Liste mit 50.000 Mobiltelefonnummern erhalten, deren Nutzerinnen und Nutzer angeblich mithilfe von NSOs Pegasus-Produkt abgehört worden sein sollen. Pegasus ist eine Software, die ein Smartphone von außen vollumfänglich zugänglich macht, sodass die Verwender des Pegasus-Tools vollen Zugriff auf alle Inhalte und Kommunikationskanäle des betroffenen Smartphones nehmen können.

Amnesty sieht mindestens Mitschuld NSOs an Pegasus-Missbrauch

Nach Auswertung der Liste prangerten Amnesty und seine Partner die Omnipräsenz moderner Überwachungsmethoden an. So würden Andersdenkende in zunehmendem Maße unter Druck gesetzt. Amnesty nimmt sogar an, dass der Pegasus-Einsatz mit zwei Journalistenmorden in Verbindung stehen könnte.

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NSO weist diese Vorwürfe weit von sich und bestreitet, dass die genannte Liste eine Liste mit Pegasus-Zielen sei. Zudem genehmige NSO den Einsatz der Software nur für Angelegenheiten der nationalen Sicherheit – mithin für den Regierungseinsatz.

Amnesty überzeugt die Stellungnahme der NSO-Group nicht. Die Organisation geht weiter davon aus, dass die Liste echt ist. Sie zeige, dass Pegasus viel weiter verbreitet sei als die NSO-Group einräume. Laut Amnesty gibt es dafür nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder sei die NSO mitschuldig am Missbrauch ihrer Technologie oder sie stehe dem Missbrauch gleichgültig gegenüber.

NSO-Chef zuversichtlich

Das israelische Verteidigungsministerium hat sich nicht näher dazu geäußert, warum es gegen NSO ermittelt, welche Unternehmensteile besucht und wonach genau gesucht wurde. Noch ist auch unklar, ob das Ministerium überhaupt einen potenziellen Rechtsverstoß untersucht.

NSO-Chef Shalev Hulio soll laut Medienberichten den Besuch der Behördenvertreter ausdrücklich begrüßt haben. Er ist sich nach eigener Angabe keiner Schuld bewusst und geht zuversichtlich davon aus, dass die gegen NSO erhobenen Vorwürfe einer Überprüfung nicht standhalten werden.

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