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Womit die N26-Gründer einst scheiterten

Die N26-Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal. (Foto: N26)

Valentin Stalf gründete vor fünf Jahren das deutsche Vorzeige-Fintech N26. Im Gespräch mit Startup Notes erklärt er, wie die Challenger-Bank aus einem anderen Vorgängerprodukt entstand.

Seit 2013 arbeitet Valentin Stalf gemeinsam mit seinem Mitgründer Maximilian Tayenthal daran, Banking mittels mobiler Ausrichtung und Fokus auf das Produktdesign in das 21. Jahrhundert zu überführen. Das hat auch bekannte Investoren wie Allianz X und Tencent überzeugt und vor wenigen Monaten zum Abschluss einer Series-C-Finanzierung in Höhe von 160 Millionen US-Dollar geführt.

Wie N26 aus Papayer entstand

Dabei begannen die Gründer 2013 mit einer ganz anderen strategischen Ausrichtung, wie Valentin Stalf kürzlich im Gespräch mit Startup Notes erläutert hat: Nach erfolgreicher Seed-Finanzierung über eine halbe Million Euro entwickelten die beiden Gründer und ihr Team zunächst das Fintech-Produkt „Papayer“. Im Fokus stand damals eine Prepaid-Kreditkarte für Kinder, die es Eltern ermöglichen sollte, die Kontrolle über deren Ausgaben zum Beispiel in App-Stores zu behalten.

Nach neun Monaten Entwicklungszeit ergaben die Beta-Tests mit ausgewählten Kunden jedoch, dass insbesondere die Eltern großes Interesse an einer modernen und mobilen Banking-Lösung hatten. Basierend auf diesem Feedback entschieden die Gründer, noch einmal von vorne zu beginnen – was den Grundstein für N26 legte. „Es war eine harte Entscheidung, nach neun Monaten Arbeit einen Pivot zu machen, ein weiteres Jahr in die Entwicklung zu gehen, und es mit den Banken aufzunehmen, anstatt etwas für sie zu bauen.“

Datenanalyse vs. Bauchgefühl

Eine Entscheidung, die sich angesichts mehr als einer Million Kunden in 17 Ländern und bevorstehendem Launch in den USA jedoch ausgezahlt hat. Entscheidend sei dabei vor allem gewesen, die richtige Balance zwischen Bauchgefühl und Kundenfeedback zu finden: „Wenn man einen ersten MVP baut, entscheidet zunächst das Bauchgefühl. Sobald das Produkt jedoch gelauncht ist, hat das Feedback der Nutzer den höchsten Stellenwert.“ So seien Produkt-Entscheidungen im Endeffekt „zu 90 Prozent basierend auf Datenanalyse und zehn Prozent auf dem Bauchgefühl“.

Wann man zu Features Nein sagen muss

Wie Stalf betont, sei es N26 wichtig, möglichst schnell das Feedback seiner Kunden einzuholen. Dieses sei ausschlaggebend bei der weiteren Entwicklung. Basierend darauf müsse man dann bei Features nochmal nachbessern oder sie gegebenenfalls sogar ganz fallen lassen. So seien die ersten Bewertungen der neuen „N26 Metal“-Karte zunächst negativ gewesen – das Startup nahm sich anschließend weitere drei Monate Zeit, um das exklusive Feature des N26-Kontos zu überholen und zu verbessern. Insgesamt sei der Vorteil von Software-Produkten gegenüber von Hardware dabei zweifelsohne, dass diese sich einfacher testen und optimieren ließen.

Laut Stalf kommt der Rolle eines Product-Managers heutzutage in der Hinsicht eine immer größere Bedeutung zu: „Es ist sehr schwierig, gute Product-Manager auf dem Markt zu finden. In Berlin gibt es nicht sehr viele produktgetriebene Startups. Insgesamt ist der Markt für Product-Manager in Europa im Vergleich zu den USA noch in einer sehr frühen Phase.“ So könne man als Early-Stage-Startup nicht so einfach erfahrene Product-Manager beispielsweise von Spotify abwerben.

N26 hingegen sei laut Stalf glücklicherweise mittlerweile in der Position, starke Mitarbeiter anzuziehen und auch intern entwickeln zu können. Die Konsensfindung bei der Produktentwicklung sei dabei jedoch nicht immer leicht und man müsse im Endeffekt auch als CEO bei Bedarf involviert sein. „Das Produkt ist keine demokratische Entscheidung“, so Stalf.

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