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Neos-CMS in der Praxis: Das hat sich bei t3n verändert

Seit einer Weile läuft unser t3n.de jetzt über Neos-CMS. Was sich seitdem verändert hat, welche Herausforderungen es gibt und was die Gründe für den Wechsel waren, erfährst du im eStrategy-Interview.

t3n setzt vermutlich als erster Verlag sehr umfänglich auf Neos und Flow als Software-Infrastruktur für Content-und Webapplikationen. Mit Martin Brüggemann, CTO von yeebase – dem Verlag hinter t3n – hat das Magazin eStrategy gesprochen.

eStrategy: Ihr habt Anfang April t3n.de auf Neos umgezogen. Welche Technologie(n) habt ihr bisher verwendet und was waren die Gründe für den Wechsel?

Martin Brüggemann: Wir haben zunächst „nur“ die t3n.de-Startseite, Ressortseiten, Keyword-Management/Autotagging, Content-API, Suche, Tag-Landingpages auf Neos gerelaunched. Das heißt, wenn ein Autor die News-Bühnen auf der Startseite ändern möchte oder eine News oben auf der Startseite pinnt, kann er das jetzt bequem in Neos per Drag-and-Drop tun. Die eigentliche Content-Redaktion läuft aktuell noch in Wordpress, das wir in einem zweiten Step (ca. Ende 2017) mit Neos ersetzen werden.

Vor Neos hatten wir eine Eigenentwicklung auf dem Symfony-Framework am Laufen, bei der wir aber an vielen Stellen gemerkt haben, dass wir Content-Features (zum Beispiel Menüverwaltung, Fließtexte für Landingpages, Drag-and-Drop, Verschieben von Inhaltselementen, ...) unnötigerweise neu bauen, anstatt auf eine Content-Application-Plattform wie Neos zu setzen, die solche Features von Hause aus mitbringt – das machte irgendwann einfach auch betriebswirtschaftlich keinen Sinn mehr.

eStrategy: War für euch von Beginn an klar, dass bei einem Technologiewechsel Neos die richtige Entscheidung ist? Welche Technologien habt ihr darüber hinaus noch evaluiert und warum hat Neos am Ende „das Rennen“ gemacht?

Wir haben als Fachmagazin einen sehr guten Einblick in den Markt und schauen uns neue Technologien extrem früh an. Neben Neos war für uns damals noch Drupal, ez Plattform (das neue ez-Publish auf Symfony-Basis) und contenful interessant.

Uns ist schon länger klar gewesen, dass wir eine möglichst flexible Plattform für Content und Anwendungen brauchen, um für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein. Ein normales CMS kommt da schnell an seine Grenzen. Heute haben wir mit Neos (dem CMS) und Neos Flow (dem PHP-Framework) eine extrem coole Lösung, um unsere Anwendungen (Stellenbörse, Firmenverzeichnis, SSO, ...) mit der Content Plattform zu verzahnen. Überzeugt haben uns am Ende folgende Punkte: herausragende Technologie (super UX, Content-Repository & Content-Types, Elastic-Search-Integration, Caching-Framework, Fusion, um schnell was hinzumodellieren), echtes Opensource-Projekt, coole Community inklusive solidem Agentur- oder Experten-Netzwerk.

eStrategy: Die t3n gehört inzwischen ja schon zu den absoluten „Dickschiffen“ in Bezug auf Bekanntheit und Traffic im Bereich der deutschsprachigen Tech-Magazine. Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema Traffic und Performance schon eine echte Herausforderung war und ist, zumal es meines Wissens nach bislang ja noch kein echten Praxisbeispiele von Neos bei sehr trafficstarken Seiten und Nachrichtenportalen gab. Wie seid ihr damit umgegangen?

Wir stehen Veränderungen in unserem Software-Stack grundsätzlich sehr positiv gegenüber, sind da aber bei aller Geekness sehr praxisorientiert. Dadurch, dass wir vor unseren Anwendungen ohnehin einen F5-Loadbalancer und nginx+ mit hartem Caching laufen haben, wussten wir, dass wir da zur Not viel tricksen können, falls wir Performance-Probleme bekommen sollten. Wir waren dann allerdings alle ziemlich überrascht, wie schnell Neos im Livebetrieb ist. Das integrierte Caching-Framework hat die Ladezeiten unserer Seite um circa die Hälfte im Vergleich zu unserer Eigenentwicklung reduziert. Man sollte allerdings drauf achten, dass man einen Redis-Server mit ausreichend Ressourcen als Cache-Backend laufen hat. Da hatten wir anfänglich ein paar Probleme die richtigen Einstellungen zu finden – jetzt geht das aber richtig ab.

eStrategy: Ein neues (Redaktions-)System ist natürlich für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und eine Umstellung gerade bei größeren Redaktionen mit entsprechenden Workflows und so weiter erfahrungsgemäß häufig mit echten Schmerzen verbunden. Wie seid ihr hier vorgegangen, um die Leute möglichst frühzeitig einzufangen und abzuholen? Wie fallen die bisherigen Feedbacks nach der Umstellung in euren Team aus?

Wo früher für jedes Minifeature ein Jira-Ticket angelegt werden musste, schreiben wir heute einfach oft „Das kann Neos heute schon“.

Wir haben natürlich erstmal einen parallelen Neos- Zweig in unserem Stage-System hochgezogen und Neos parallel mitlaufen lassen. Neos bietet sich dafür auch ganz gut an, da man mit den Content-Types sehr schnell etwas „sehen kann“ und den User dadurch sehr früh bei der Implementierung mit einbeziehen kann. Dadurch sind uns viele Anforderungen und Wünsche unserer Redaktion klar geworden, die wir dann meistens auch sehr gut mit Neos-Bordmitteln umsetzen konnten.

Wo früher für jedes Minifeature ein Jira-Ticket angelegt werden musste, schreiben wir heute einfach oft „Das kann Neos heute schon“. Wir haben zum Beispiel neulich ein neues Produkt „Brandhub“ (eine gesponserte Version einer Firmen-Landingpage) gelauncht, das die Produktmanager fast komplett selbständig in Neos umgesetzt haben. Das war für mich als CTO ein ziemlich gutes Gefühl. Am Ende geht’s ja darum, die Mitarbeiter möglichst gut zu enablen, ihren Job zu erledigen, ohne dass hinten Schrott rauskommt. Mit Neos können wir das zumindest technisch gewährleisten.

eStrategy: Kannst du uns ein paar Eckdaten zum Projekt nennen. Wie lange war die Projektlaufzeit? Wie viele Entwickler waren daran beteiligt? Wie hat das Projektmanagement ausgesehen? Von welchen Größenordnungen sprechen wir hier in Bezug auf Contentübernahme, Anzahl der Redakteure und so weiter?

Ungefähr sechs Monate Projektlaufzeit (nicht Fulltime, lief neben anderen Projekten nebenher). Fünf Entwickler, agiles Projektmanagement, Content-Migration komplett automatisiert, circa 15 Redakteure, die mit dem neuen System arbeiten.

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2 Reaktionen
Ralf Hortt

WordPress bitte mit großem P. Als Fachmagazin ist das ein einfacherer Fehler :-/

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Thomas Reisig

Da finde ich dieses furchtbare Denglisch wesentlich schlimmer. "Mitarbeiter enablen" ... ohne Worte.

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