Ratgeber

Passwort-Sicherheit: So erklärt ihr es euren Eltern

Sichere Passwörter sind wichtig. (Grafik: Shutterstock)

Eure Eltern nutzen das Internet. Viele von ihnen haben etwa die Hälfte ihres Lebens ohne Internet verbracht und einige von ihnen bewegen sich online, als gäbe es nur das Gute im Menschen. Eure gehören dazu? So sensibilisiert ihr sie für die Notwendigkeit sicherer Passwörter.

Ihr seid wahrscheinlich mit dem Internet aufgewachsen. Eure Eltern nicht. Sie nutzen es aber. Sie haben Accounts bei Facebook und Instagram, kaufen auf Online-Marktplätzen ein, mieten Zimmer über Airbnb und buchen Flüge über Vergleichsportale wie Google Flights – und haben dabei oft keine Ahnung, wie wichtig Sicherheit im Netz eigentlich ist. Geschützt sind die meisten ihrer Accounts durch Passwörter, was auch 2019 immer noch der gängigste Weg ist, sich gegen unberechtigten Zugriff zu abzuschirmen. Die meisten Dienste zwingen ihre Nutzer, bei der Wahl des Passworts zumindest ein Minimum an Vorsicht walten zu lassen. Passwörter dürfen oft nicht kürzer als acht Zeichen sein und müssen mindestens eine Zahl, einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben und ein Sonderzeichen enthalten. Sie halten euch bei einem Passwort-Reset außerdem erfolgreich davon ab, alte Passwörter zu recyceln. So stellen die meisten Dienste sicher, dass zumindest die Standardmethoden, einen Account zu hacken, ausgeschlossen werden können. 12345 geht dann eben nicht, genauso wenig wie der Name des Hundes. Außer der Hund heißt Pancake5! oder so. Tut er aber nicht. Aber auch wenn, sollten eure Eltern seinen Namen nicht als Passwort nutzen.

„Wir haben doch nichts zu verbergen“

Statistisch gesehen stehen die Chancen aber gar nicht schlecht, dass eure Eltern genau das tun. Sie benutzen „Pancake5!“ für alle ihre Accounts, oder eben euren Namen in Kombination mit eurem Geburtstag. Auf Facebook haben sie natürlich das Verwandtschaftsverhältnis zu euch offengelegt. Euren Geburtstag kann man dort mit einem Klick auf euer Profil erfahren. Der Grund für die mangelnde Vorsicht eurer Eltern bei der Wahl eines sicheren Passworts ist oft der Gedanke, sie hätten sowieso nichts zu verbergen und müssten sich deshalb um Cyber-Angriffe auch keine Sorgen machen. Aber ist das echt so? Was ist mit vertraulichen Dokumenten von der Arbeit und an E-Mails angehängte Verträge? Privaten Nachrichtenverläufen in sozialen Medien und Messenger-Apps? Oder Zahlungsdaten, die praktischerweise in ihren Amazon-Accounts hinterlegt sind?

Macht eine Liste

Das könnt ihr tun: Fragt sie danach. Erstellt mit ihnen zusammen eine Liste ihrer Social-Media- und E-Mail-Accounts, Onlineshops und sonstiger Dienste, bei denen sie ein Kundenkonto haben. Die Liste steht? Fragt sie, was alles an sensiblen Daten bei diesen Diensten liegt. Fotos? Kreditkartendaten? Die Nummer ihrer Sozialversicherungsausweise? Verträge oder vertrauliche Dokumente ihres Arbeitgebers? Dabei geht es nicht unbedingt nur darum, dass eure Eltern im Detail wissen sollten, wo welche Informationen liegen – was wünschenswert und in manchen Fällen utopisch wäre –, sie sollen ein Gespür dafür entwickeln, wie viel sie im Netz teilen und preisgeben. Macht ein Brainstorming mit ihnen, wie schlimm oder teuer es wäre, wenn jede einzelne dieser Informationen leakte oder verloren ginge.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
Gephard
Gephard

Wow, dass man auch heute noch so einen Ratgeber zu lesen bekommt. Wie alt ist das hier jetzt noch mal?
https://www.xkcd.com/936/

Und hier werden in Zeiten von mobile Internet ernsthaft noch Großbuchstaben empfohlen? Der zusätzliche Tastendruck (Shift-Taste) bringt nicht mehr Sicherheit, sondern sie bleibt unverändert. Besser wäre es, auch tatsächlich ein weiteres Zeichen anzuhängen und auf die Großschreibung zu verzichten. Nicht jeder vertraut einem Passwortmanager und nicht jeder hat ihn nötig. Deshalb haben möglichst lange und gleichzeitig merkbare Passwörter für diese Menschen absolute Priorität. Was für den Menschen kryptisch aber kurz ist, ist für die Maschine einfach nur kurz. Ihr ist egal, welche Zeichen man wie kombiniert. Konstrukte wie „M4rt1n“ sind nicht sicherer als „martin“, allenfalls vor einem Menschen, der keine Tools nutzt und schon gewisse Indizien gesammelt hat. Aber wenn er sicher ist, dass „Martin“ im Kennwort vorkommt, bedarf es nur wenig länger, um die typischen Tricks auszuprobieren.

Antworten
Andreas Becker

Meiner Meinung nach sollte der Satz „Seit 2015 wohnt Pancake5! bei uns“ mit einer kleinen Modifizierung als Passwort übernommen werden: Leerzeichen durch – oder _ ersetzen.
Damit ist das Passwort auf Grund der Länge sicherer als „Se20woPa5!beunFa“ und dennoch einfach zu merken.
Als „Hacker“ wäre einer meiner ersten Intentionen bei einem entschlüsselten Passwort zu schauen ob das Passwort seitenspezifische Informationen enthält. Und dann etwa Analog auf weitere Seiten anzuwenden.
Meine Empfehlung ist daher nicht das selbe Passwort bei allen Systemen zu verwenden, sondern bei jedem ein eigenes.

Antworten
Barbara (Elterngeneration, 56 Jahre alt)
Barbara (Elterngeneration, 56 Jahre alt)

Glaubt Ihr wirklich, dass die Generation „Digital Natives“ weniger naiv mit dem Thema Passwort-Sicherheit umgeht, als die Generation „Eltern“?
Ich halte den Artikel (nicht das Thema Passwort-Sicherheit) m. E. für eine Diskriminierung.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung