Kommentar

Penny Go: Wie gut ist der neue Self-Scan-Service?

Penny testet in zwei Märkten in Köln eine neue Self-Service-Lösung. Die Magie von Amazon Go fehlt leider. (Foto: Bjoern Wylezich / Shutterstock.com)

Penny lässt Kunden in zwei Märkten selber scannen. Der Blick auf die Details zeigt, dass der deutsche Handel viel mutiger werden muss. Die Erklärung.

Der Discounter Penny führt in zwei Kölner Märkten einen Test seines neuen Penny-Go-Systems durch, im Supermarktblog beschreibt Peer Schader den Test detailliert. Im Wesentlichen dürfen Kunden anonym mit ihrem Handy und der Penny-Go-App Produkte selber scannen. An einer speziell ausgewiesenen Kasse wird dann ein QR-Code vom Smartphone-Display gescannt und der Kunde verlässt durch eine automatische Schranke den Laden. Damit hat Penny einen wichtigen Punkt eines solchen Self-Scan-Konzeptes erfüllt und dem Kunden Zeitersparnis ermöglicht. Das ist ein Pluspunkt, aber es gäbe noch noch jede Menge Potenzial zur Verbesserung. Der Handel muss mutiger werden, sonst bleibt Amazon Go das ewige Paradebeispiel.

Das Wichtigste für den Kunden: Zeitersparnis und Bequemlichkeit

Den Kunden Artikel mit dem Handy selbst scannen zulassen, macht ihm Hoffnung, dass er an der Kasse Zeit sparen kann. Und das Geschäft schneller verlassen kann. Bei Penny Go ist das durch eine extra ausgezeichnete Penny-Go-Expresskasse gewährleistet.

Und die eingesparte Zeit, die Bequemlichkeit, die geschonten Nerven durch das Vermeiden der Kassenschlange sind das Wichtigste für den Kunden. Die Technologie ist ihm nicht wichtig. Die Muttergesellschaft Rewe zitiert im Pressebereich zu einem ähnlichen Projekt einen Marktleiter, der über die Motivation der Kunden spekuliert, den Self-Scan-Service zu nutzen: „Vielleicht macht es den Technikaffinen ja einfach mehr Spaß, als ‚konventionell‘ einzukaufen.“

Wann verschwindet bei der Bewertung solcher Projekte endlich die Denkweise, dass es um Technologie geht? Es geht nicht um die Technologie und um den Scan-Vorgang an sich. Der Kunde will keine Produkte selber scannen! Nein, nein und nochmals nein. Das ist nicht der Teil, der dem Kunden den Spaß bringt. Vermutlich hätten sie mehr Spaß daran, die Produkte mit Filzstiften bunt anzumalen, statt sie zu scannen. Der Kunde will Zeit sparen, der Kunde will schneller aus dem Laden raus, kurzum: Er will es einfacher haben.

Penny Go: Stolperfallen bei der Kassenauswahl

Die ersten Nutzererfahrungen offenbaren noch Schwächen in der Beschreibung und im Ablauf von Penny Go. Ein Twitter-Nutzer stolperte über die Auszeichnung der Kassen, die anscheinend nicht eindeutig war, und landete an der normalen Kasse. Sein Einkauf endete in der Kassenschlange damit, dass die Verkäuferin die Produkte trotzdem scannte, was dazu führte, dass die gescannten Produkte wieder herausgenommen werden mussten – im Prinzip war der ganze Self-Scan-Aufwand für diesen Kunden umsonst. Ein anderer Kunde fand die Expresskasse auf Anhieb und äußerte sich zufrieden mit dem Vorgang.

Geringe Hürden bei Penny Go: Keine Registrierung und kein Nutzerkonto nötig

Um Penny Go zu nutzen, ist kein Benutzerkonto notwendig. Dadurch ergibt sich eine gewisse Anonymität. Zwar hinterlässt die Kartenzahlung wieder einen Fingerabdruck, aber zumindest das Prinzip der Datensparsamkeit ist erfüllt – und die Hürde der Registrierung fällt, die deutschen Kunden theoretisch missfallen könnte.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Man könnte es sich ja im Ausland abgucken, was erfolgreich, gut und problemlos funktioniert. Oder einfach (mal wieder) schlecht selber machen und es dann doof finden, weil’s irgendwie nicht so läuft wie bei der Konkurrenz…
Das liegt dann bestimmt wieder am Kunden, nicht an der miserablen Planung und Ausführung.

Also wenn man schon von Albert Hejn klaut, dann doch bitte richtig! Und wenn man schon keine Kompetenz im eigenen Unternehmen hat, gleich den nächsten Schritt zu machen klaut man sich auch das Branding dort und nennt ’ne halbgare Lösung einfach 2Go, die nichts mit dem eigentlichen 2Go gemeinsam hat.

Oder: Unter 20 Sekunden vom Einkauf bis zum Checkout, liebe ahnungslose Plagiatoren bei REWE… So sieht’s beim Vorbild aus.

„Die Technologie ist ihm nicht wichtig. “ – Wer schon solche Sätze raushaut zeigt dass er keine Ahnung hat. Theoretisch müsste man denjenigen allein dafür entlassen, wenn jemand so vorsätzlich Projekte und Firmengeld in den Dreck fährt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung