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Pentagon-Arzt dementiert, dass Corona-Chip ein Chip ist

Auf deinen Nacken? Pentagon-Chip jetzt wohl doch kein Chip. (Foto: Alona Siniehina / Shutterstock)

Lesezeit: 3 Min.
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Es klang spektakulär. Die US-Behörde für militärische Forschung, DARPA, sollte einen Chip entwickelt haben, der unter die Haut appliziert wird und dort kontinuierlich das Blut auf Sars-CoV-2 untersucht. Ein Sender sollte den Status übermitteln.

Es klang nach Science-Fiction: Ein in ein gewebeähnliches Gel eingebetteter Sensor wird Menschen unter die Haut geschoben. Dort testet er kontinuierlich das Blut und überwacht chemische Reaktionen im Körper. Findet er Hinweise auf die Anwesenheit von Sars-CoV-2, sendet er ein Signal an eine Zentrale, die dann weitere Maßnahmen einleiten kann. Auch der Betroffene empfängt das Signal, isoliert sich umgehend und initiiert einen Bluttest durch medizinisches Personal.

Gel soll auf US-Schiffen und anderen militärischen Einheiten eingesetzt werden

Dieses System schien es wirklich zu geben. Entwickelt haben sollte es die DARPA unter der Leitung von Dr. Matt Hepburn, nachdem sich das neuartige Coronavirus mit rasanter Geschwindigkeit auf dem US-Flugzeugträger Theodore Roosevelt ausgebreitet hatte. Fast 1.300 Besatzungsmitglieder wurden innerhalb kürzester Zeit PCR-positiv getestet.

Gerade auf einem so beengten Raum wie einem Schiff ist es nachvollziehbarerweise wichtig, Gesundheitsinformationen so schnell wie möglich zu erhalten. Insofern war die Idee der DARPA-Forscher nachvollziehbar.

Nach Aussage des Pentagon-Arztes sollte sich das Corona-Gel in der letzten Testphase vor einem Echtzeit-Einsatz befinden. Die Versuche sollen gezeigt haben, dass die Betroffenen einen Tag nach Signalisierung tatsächlich symptomatisch wurden. Das hatte Forschungsleiter Hepburn im CBS-Format „60 Minutes“ erzählt. Dabei legte er Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem Gel-Chip nicht etwa um einen Tracker handelt, der seinen Träger auf Schritt und Tritt überwachen soll.

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Darpa-Arzt rudert zurück

Nach dem Bekanntwerden des Interviews hat die Berichterstattung über das Corona-Gel weltweit beachtliche Ausmaße angenommen. Warum sich Dr. Matt Hepburn nun zu einer Art Dementi veranlasst sieht, ist indes unklar.

In einem der immer beliebter werdenden Fakten-Checks schreibt nun das Magazin Newsweek, die Berichterstattung zu einem vom Pentagon entwickelten Corona-Chip sei „falsch“. Tatsächlich handele es sich bei der Entwicklung lediglich um eine gelartige Substanz, die so präpariert werden könne, dass sie auf unterschiedliche andere Substanzen im Körper mit einem leichten Leuchten reagieren könne. Das habe zunächst nichts mit der Grippe oder mit Covid-19 zu tun, sondern funktioniere für alle möglichen Zustände.

Das schwache Leuchten würde dann über einen Sensor, der von außen auf die Haut gelegt werde, erkannt. Das klingt völlig anders als das, was Dr. Hepburn im Gespräch mit Bill Whitaker von CBS tatsächlich gesagt hat. Hier ein Auszug aus dem Interview:

Dr. Hepburn zeigte uns ein paar aktuelle Projekte. Einige klingen wie aus einer Episode von „Star Trek“. Stellen Sie sich ein Schiff wie die USS Theodore Roosevelt vor – die im letzten Jahr durch den positiven Test von 1.271 Besatzungsmitgliedern auf das Coronavirus behindert wurde. Was wäre, wenn jeder an Bord seine Gesundheit mit diesem subdermalen Implantat überwachen ließe, das sich jetzt in der letzten Testphase befindet. Dabei handelt es sich nicht um einen gefürchteten Mikrochip der Regierung, der jeden Ihrer Schritte verfolgt, sondern um ein gewebeartiges Gel, das entwickelt wurde, um Ihr Blut kontinuierlich zu testen.

Dr. Matt Hepburn: Es ist ein Sensor.

Bill Whitaker: Dieses kleine grüne Ding da drin?

Dr. Matt Hepburn: Dieses winzige grüne Ding da drin, das man unter die Haut steckt und das einem sagt, dass im Körper chemische Reaktionen ablaufen. Dieses Signal bedeutet, dass man morgen Symptome haben wird.

Bill Whitaker: Wow. Da ist ein echter Sender drin…

Dr. Matt Hepburn: Ja. Es ist wie eine Motor-Checklampe.

Bill Whitaker: Überprüfen Sie diesen Seemann, bevor er andere Leute ansteckt.

Dr. Matt Hepburn: Das ist der Ansatz. Die Matrosen würden das Signal bekommen, sich dann selbst Blut abnehmen und sich vor Ort testen.

Bill Whitaker: Sehen Sie sich das an.

Dr. Matt Hepburn: Wir können diese Information in drei bis fünf Minuten haben. Wenn Sie diese Zeit verkürzen. Wenn Sie diagnostizieren und behandeln, dann stoppen Sie die Infektion in ihrem Verlauf.

Aussagen wie „das winzige grüne Ding da drin“ oder es ist ein „Sensor“ oder ein „echter Sender“, lassen eher nicht den Schluss zu, es handele sich um ein Gel und mehr nicht. Deshalb hatten wir und viele andere vom Pentagon-Chip berichtet. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Dr. Hepburn das nun anders gemeint haben will.

Filter für Dialysemaschine entfernt Virus aus dem Blut

Neben dem Gel-Chip-Sensor-Sender hat die DARPA einen Filter entwickelt, der in eine Dialyse-Maschine eingesetzt wird und dann das neuartige Coronavirus aus dem Blut Erkrankter filtrieren kann. Der verfügt bereits über eine Notfallzulassung durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA und wurde schon in rund 300 Fällen eingesetzt.

Mit bisher mehr als 250.000 PCR-Positiven gehören die US-Streitkräfte zu den besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen. Immerhin zählen sie nur rund 1,3 Millionen aktive Kräfte.

An neuen Ideen in der Corona-Diagnostik arbeiten etliche Forscher. So war etwa bereits von einer Erkennung per Hustengeräusch oder von einem Iris-Scan die Rede.

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12 Kommentare
Botschafter
Botschafter

Kenne ich schon .. aus Akte-X :p

Antworten
Verschwörungs Van de Praktiker
Verschwörungs Van de Praktiker

Ja das war in Folge 23!

Antworten
Technofreak
Technofreak

Interessant. Totale Überwachung dank Corona. Mit einem Chip kann ja noch mehr gemacht werden. Darf nur noch Reisen, Einkaufen, Arbeiten usw, wer einen solchen Chip implantiert. Das erinnert mich stark an ein System, welches bereits vor 2000 Jahren in der Bibel beschrieben wurde und bis vor kurzem unmöglich erschien.

Antworten
Hugo
Hugo

Dort steht aber nichts vom Nacken, sondern von der Stirn und der rechten Hand … naja, den Platz kann man ändern.

Antworten
Christian
Christian

Aprilscherz?

Antworten
Angelo Muoio
Angelo Muoio

Einfach nur krank!

Antworten
John
John

Liebe t3n-Redaktion,
diesen Chip gibt es nicht! Bitte aufklären, denn solche Themen werden von Querdenkern instrumentalisiert:
https://www.basicthinking.de/blog/2021/04/17/corona-chip-pentagon-faktencheck/
https://www.newsweek.com/covid-microchip-inject-pentagon-fact-check-real-hoax-1583532
Beste Grüße

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Dieter Petereit

Wir haben den Beitrag umgeschrieben und den „Faktencheck“ mit reingenommen. Die Aussagen des Pentagon-Arztes waren aber eigentlich nicht falsch zu verstehen…

Antworten
Zu unrecht
Zu unrecht

Falsch, der Arzt sprach ja unter anderem von Motor-Check-Lamp. Der Interviewer hat Dinge wie Chip/Sender etc. in den Mund genommen.

Wenn man sich das Interview noch mal durchliest mit der nun aufgeklärten Funktionsweise wird das Ganze noch mal um so deutlicher…

Dieter Petereit

Dann ist es ja umso besser, werter Kommentator.

Plastic
Plastic

Vielleicht sollte der Autor des Artikels über die Bedeutung der Wörter „Sensor“, „Signal“ und „Sender“ genauer nachdenken bevor er einen inhaltlichen Widerspruch unterstellt. „Sensor“ heißt nicht elektronisch, „Signal“ und „Sender“ implizieren nicht Funk.
Die Beschreibung trifft ohne Widersprüche zu auf eine (bio-)chemische Reaktion, die durch die Anwesenheit eines Stoffes ausgelöst wird und bei der Licht einer bestimmten Wellenlänge (=Signal) abgegeben (=geSENDet) wird.

Antworten

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