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Was ist eine Pillar-Page und warum ist sie wichtig für SEO?

Eine Pillar Page ist die Säule eines Content-Clusters. (Foto: Brandon Bourdages / Shutterstock)

Pillar-Pages gelten seit einiger Zeit als der heiße Scheiß in der Suchmaschinenoptimierung. Was steckt hinter dem Konzept und warum sind Pillar-Pages relevant für SEO?

Dass es Zeit ist, sich von bloßen Keywords zu verabschieden und stattdessen in Themen zu denken, ist in der SEO-Szene schon lange klar. Pillar-Pages sollen genau das leisten. Wir erklären euch, was hinter diesem Konzept steckt und wie eine gute Pillar-Page aussieht.

Was genau ist denn eigentlich eine Pillar-Page?

Eine Pillar-Page ist eine Seite, die sich umfassend mit einem bestimmten Thema beschäftigt. Pillar kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Säule oder Pfeiler. Für SEO bedeutet das, dass eine Pillar-Page die Basis eines Themenclusters ist: Alle wichtigen Aspekte eines Themas werden auf einer Seite beantwortet und von dieser Seite aus wird auf weitere Seiten des Themenclusters verlinkt, die spezifischer auf Detailthemen eingehen.

Beispielsweise kann eine Pillar-Page das Thema Videomarketing behandeln, in das Thema einführen und relevante Fragen aufgreifen. Wenn aber alle Aspekte bis ins kleinste Detail besprochen würden, wäre diese Seite unendlich lang. Daher würde in diesem Beispiel die Pillar-Page „Videomarketing“ auf Cluster-Content-Seiten verlinken, die Tools, KPI, Plattformen und so weiter zum Thema Videomarketing behandeln.

Warum sind Pillar-Pages und Themen-Cluster wichtig?

Googles Ziel ist es, die Suchanfragen seiner Nutzer so gut wie möglich zu bedienen. Dazu gehört es auch, die Intention hinter einer Suchanfrage besser zu verstehen und die dazu passenden Ergebnisse bereitzustellen. Gleichzeitig hat sich auch das Nutzungsverhalten der Suchmaschinen-User geändert. Wie eine Untersuchung von Ahrefs zeigt, bestehen über 65 Prozent der Suchanfragen aus mindestens vier Wörtern. Zudem tendieren immer mehr Nutzer dazu, ausformulierte Fragen zu googeln, ähnlich wie bei einer Suchanfrage per Spracheingabe. Schon 2016 wurde jede fünfte Suche per Spracheingabe ausgeführt. Bis 2020 soll der Anteil sogar 50 Prozent betragen. Das Ergebnis: Suchanfragen werden immer länger und komplexer.

Damit es Seitenbetreibern gelingt, möglichst viele Varianten und Aspekte einer Suchanfrage abzudecken und so von Google als besonders relevant eingestuft zu werden, sollten Seiteninhalte in Kernthemen strukturiert und durch interne Verlinkungen sinnvoll geclustert werden. Damit erfüllen Pillar-Pages und die dazugehörigen Content-Cluster gleich mehrere SEO-Benefits: Sie bieten tiefgehende Inhalte, die die User-Intentionen auf einer breiten Basis abgreifen. Sie organisieren die Inhalte einer Seite so, dass sie von Google schnell erfasst und indexiert werden können. Die logische Vernetzung durch interne Links sorgt außerdem dafür, dass sich User besser zurechtfinden. Pillar-Pages wirken hier als Wegweiser für den Rest der Seite.

Wie erstellt man eine Pillar-Page?

Dass man eine Pillar-Page nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt, sollte an dieser Stelle nicht mehr überraschen. Der eigentlichen Erstellung geht nämlich ein bisschen Planungsarbeit voran.

Schritt 1: Ein Thema finden

Ganz am Anfang steht die Themenfindung. Dabei gilt es zu identifizieren, welches Thema für die eigene Zielgruppe relevant ist. Im Regelfall handelt es sich dabei also um Produkte oder Dienstleistungen, die man anbietet. Schaut euch dazu eure Personas an und tragt die Themen zusammen, die sie ansprechen. Identifiziert dann die passende Keywords, die das Thema abdecken.

Schritt 2: Themen-Cluster bilden

Erstellt eine Übersicht von allen Unterthemen, die das Kernthema ausmachen. Hier bietet es sich an, eine Mindmap anzufertigen. Die einzelnen Unterthemen sollten sehr spezifisch gewählt werden und eine konkrete, häufig auftretende Frage beantworten. Außerdem sollten sie relevant für eure Zielgruppe sein und inhaltlich so viel hergeben, dass sie als eigenständiges Content-Stück fungieren können. Wenn ein Unterthema also nicht so relevant für eure Zielgruppe ist oder inhaltlich nicht viel hergibt, lohnt es oft nicht, dafür eine eigene Cluster-Seite zu erstellen. Die zuvor recherchierten Keywords helfen euch außerdem dabei, die Unterthemen zu ermitteln.

Schritt 3: Inhalte erstellen

Nach der strategischen Vorarbeit geht es dann an die Inhaltserstellung. Hier kann es helfen, vorher in Stichpunkten die Inhalte der einzelnen Cluster-Seiten festzuhalten. So verhindert ihr, dass die Pillar-Page zu viele Inhalte der Cluster-Seiten vorwegnimmt und es zu Dopplungen kommt. Die einzelnen Cluster-Seiten müssen dabei nicht immer Blogartikel sein. Hier könnt ihr auch mit Videos, Case-Studies oder Infografiken arbeiten.

Schritt 4: Cluster aufbauen

Ausgehend von der Pillar-Page erstellt ihr dann das eigentliche Cluster, indem ihr auf die entsprechenden vertiefenden Unterseiten verlinkt. Vergesst nicht, von den Cluster-Seiten auch zurück auf die Pillar-Page zu verlinken. Ihr müsst dabei nicht warten, bis die Erstellung aller Cluster-Content-Seiten abgeschlossen ist, sondern könnt das Cluster nach und nach aufbauen. Nutzt auch Call-to-Actions, um eure Nutzer zu motivieren, die Unterseiten zu besuchen und sich tiefer mit eurem Thema auseinander zu setzen.

Schritt 5: Pillar-Page und Content-Cluster updaten

Wie immer in der Suchmaschinenoptimierung gilt: Ihr seid eigentlich nie fertig. Prüft eure Pillar-Page regelmäßig und aktualisiert sie bei Bedarf. Gleiches gilt für die Cluster-Content-Seiten. Wahrscheinlich werden sich nach einiger Zeit weitere Unterthemen auftun, die bei der ersten Konzeption noch nicht relevant genug waren, mit denen das Cluster dann erweitert werden kann.

Zum Weiterlesen:

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Dein t3n-Team

2 Kommentare
Holger

Was noch wichtig ist, von den Unterseiten auf die Pillar-Page zurück verlinken. Wer das WordPress SEO-Plugin von Yoast verwendet, kann diesen Artikel einfach als „Cornerstore“ markieren.

Mehr dazu hier https://yoast.com/what-is-cornerstone-content

Antworten
Yitzhak
Yitzhak

Noch viel wichtiger für die „SEO Szene“: Den gleichen Scheiß alle 4 Monate umzubenennen und graduell zu verändern. So wird aus „Webseite zu Thema X“ (2001) irgendwann der „Onepager“ und die „holistische Seite“ mit thematisch passenden Unterseiten – und am Ende des Tages eben ’ne „pillar page“. Herbst 2019 reden wir dann von „rich content pages“, „palm pages“ usw.

Seit 20 Jahren ist es der gleiche Käse… Aber da auch der dümmste Kunde/SEO irgendwann mal dazu lernt, muss das Buzzwordbingo stets neu befüttert werden.
Dazu nimmt man halt irgendeine Metapher von unterkreativen BWLern, die mehr oder weniger „hochwertiger MinMax Content mit sauberer interner Verlinkung“ beschreibt. Also das, was seit 20 Jahren konstant performt und auch gern organisch weiterempfohlen (=verlinkt) wird.

aka Wikipedia

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