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Analyse

Bis zu 344 Prozent mehr Sichtbarkeit: So wurde Pinterest in Deutschland zum SEO-Champion

(Bild: Shutterstock / I AM NIKOM)

Den Betreibern der Bilderplattform Pinterest ist es gelungen: Im Jahr 2016 hat in Deutschland keine andere Seite ihre Sichtbarkeit innerhalb der Suchmaschine so stark gesteigert wie Pinterest.

150 Millionen Menschen weltweit nutzen Pinterest nach Angaben der Betreiber mindestens einmal im Monat: Sie speichern („pinnen“) Bilder, die sie auf der Bilder-Plattform selbst, aber auch auf anderen Websites finden, bei Pinterest auf so genannten Boards und sammeln für sich so visuelle Anregungen zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Themen wie Kochen, Design oder Inneneinrichtung (wir hatten uns bereits an dieser Stelle ausführlicher mit Pinterest beschäftigt). 75 Milliarden einzelne Pins sollen so bereits zustande gekommen sein.

„Welche Pins und Boards sollten wir Google zeigen?“

Wie macht man solch eine Masse an Content einer Suchmaschine zugänglich? „Suchmaschinen werden nicht 50 Milliarden Pins oder eine Million Boards crawlen – welche sind also jene Pins und Boards, die es wert sind, dass wir sie der Suchmaschine zeigen? Auf die Beantwortung dieser Frage verwenden wir sehr viel Energie“, so Casey Winters in einer Folge des Podcasts „Growth Everywhere“ aus dem Oktober 2015. Er war von Juli 2015 bis September 2016 bei Pinterest für das Wachstum verantwortlich und damit auch für das Thema Suchmaschinenoptimierung.

Winters dürfte damit auch Veränderungen angestoßen haben, die für die SEO-Erfolge von Pinterest im vergangenen Jahr mit entscheidend waren. Sowohl laut dem SEO-Tool Searchmetrics als auch laut dem von Mitbewerber Sistrix lag Pinterest im vergangenen Jahr mit 144 bzw. 337 Prozent Sichtbarkeitsgewinn unter den SEO-Gewinnern auf dem ersten Rang.

(Grafik: Sistrix)

Pinterest reduziert die Zahl der indexierten Seiten

Die SEO-Branche spricht im Zusammenhang mit umfangreichen Websites auch vom „Crawling“ oder „Crawl Budget“: Die Zahl der Unterseiten, die Google von einer bestimmten Website maximal crawlt. Ebenso gibt es nur ein bestimmtes „Index-“ oder „Indexierungs-Budget“, also eine maximale Zahl an Seiten, die Google für die eigene Suchmaschine indexiert. Den Prozess des Herausfindens, welche Seiten man der Suchmaschine zeigt und welche man von dieser indexieren lässt, um die bestmögliche Sichtbarkeit zu erzielen, nennt man „Crawl-Budget-Optimierung“ (und Index-Budget-Optimierung).

Pinterest war in diesem Bereich in Deutschland zuletzt offenbar sehr aktiv und hat die Zahl der indizierten Seiten deutlich reduziert. Waren zu Anfang des Jahres laut Sistrix noch rund 80 Millionen Seiten von Pinterest in der deutschsprachigen Version von Google indexiert, sank diese Zahl zwischenzeitlich auf 26 Millionen. Mit dem jüngsten Wachstum im Rücken und den daraus gezogenen Learnings, traut sich das Unternehmen aktuell offenbar, gegenüber Google wieder mehr zu zeigen: Aktuell liegt die Zahl der indexierten Seiten bei 56 Millionen.

Erfolge mit besserer Bildbeschreibung

Eine weitere Schwierigkeit für Pinterest im Bereich SEO: Die Plattform ist sehr bildlastig. „Google wusste am Anfang häufig gar nicht, worum es auf der jeweiligen Seite bei uns ging“, so Winters. Wie Pinterest-Entwicklerin Julie Ahn in einem Blog-Post aus dem Januar 2015 schreibt, hat das Unternehmen mit der Verbesserung der Bildbeschreibungen gute Erfolge erzielt. „Pins werden von vielen unterschiedlichen Nutzern hinzugefügt, und einige schreiben ausführlichere Texte als andere. Wir haben deswegen für viele Pins die Bildbeschreibung von anderen Pins, die dasselbe Bild beinhaltet haben, übernommen, und diese zusätzlich angezeigt.“

Für Experimente dieser Art habe Pinterest außerdem ein Framework entwickelt: So führe das Team immer an einem geringen Prozentsatz (etwa 10 Prozent) von Seiten Versuche durch und erstelle zuvor eine „Kontrollgruppe“ aus Seiten mit ähnlichen Inhalten und vergleichbarem Engagement.

Das größte Problem: Massenhafter Duplicate Content

Die weitaus größte Herausforderung für Pinterest im SEO-Bereich dürfte jedoch sein, dass die Plattform nahezu ausschließlich Inhalte aggregiert, die bereits auf anderen Seiten vorhanden sind. „Google schätzt Webseiten, die lediglich Inhalte anderer Seiten publizieren, prinzipiell wenig, worunter sämtliche solcher Modelle, wie Preisvergleiche und vertikale Suchmaschinen, aber eben auch Pinterest sehr leiden“, so SEO-Experte Philipp Klöckner gegenüber Online Marketing Rockstars.

„Zudem potenziert sich im Fall von Pinterest das Problem, da durch die Internationalisierung auf Subdomains wie de.pinterest.com oder fr.pinterest.com die gleichen Inhalte nun auch noch intern dupliziert werden. Erschwerend kommt ebenfalls hinzu, dass auch das ‚Re-Pinnen’ der Inhalte neue URLs erzeugt und somit die Inhalte intern vervielfältigt.“

Die Lösung: „Explore Pages“

Wie Matt Cutts, bei Google lange für das Thema Web-Spam verantwortlich, einmal in einem Interview andeutete, kann sich massenhafter Duplicate Content auch negativ auf das Crawl Budget einer Seite auswirken: „Stell Dir vor, dass wir drei Seiten einer Website crawlen und dann feststellen, dass zwei davon Duplikate der dritten waren. Wir werfen zwei der drei Seiten raus, behalten nur eine und ziehen den Schluss, dass die Seite weniger gute Inhalte hat. Möglicherweise crawlen wir also von dieser Seite nicht so viel wie von anderen.“

Ein Beispiel für eine „Explore Page“ von Pinterest. (Bild: Screenshot)

Pinterests Lösung an dieser Stelle, neben der bereits erwähnten Reduzierung der indizierten Seiten: Spezielle Landingpages, die gezielt Inhalte zu einem bestimmten Keyword oder Thema aggregieren. Die so genannten „Explore Pages“ hat Pinterest in den USA bereits Anfang 2014 eingeführt. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen offenbar auch ihre Verbreitung in Deutschland forciert und dafür möglicherweise auch englischsprachige Seiten übersetzt. Die größten Zugewinne in der Sichtbarkeit bei Google hat Pinterest jedenfalls mit Explore Pages erzielt, wie Klöckner erklärt.

Die Sistrix-Grafik zeigt: Die größten Sichtbarkeitsgewinne verzeichnet Pinterest über das „explore“-Unterverzeichnis (Grafik: Sistrix)

Dieser Artikel erschien zuerst auf OMR.com.

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4 Reaktionen
Stadtmensch

Pinterest schadet dem Ansehen des normalen Webarbeiters. Die Weiterleitungsmethoden sind seriös wie Popup-Werbung aus den 00er Jahren.

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MacMc

Sobald ich diese behämmerte Übersicht sehe, gibt es nur eine Funktion die ich ausführe: Zurück

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Franz Ferdinand

Dank effizienter SEO lande ich nun bei jeder zweiten Google-Bilder-Suche auf Pinterest und kann das gesuchte Bild weder sehen noch herunterladen, sofern ich mich nicht registriere. Super!

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HaliGali

Die Weiterleitung bei der "Originalgröße" des Bildes, auf die Pinterest Seite finde ich nicht dumm. Kann ich jedem Empfehlen, der viel Traffic über die Bildersuche generiert.

Aber aus Sicht von Google, leider Manipulation der Suchintension und führt zu einem schlechtem Suchergebnis und daher frustrierte Google Nutzer.

Zum Thema Crawling Budget kann ich nur sagen: State of the Art

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