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Ärger über die Postdienste – Zahl der Beschwerden fast verdoppelt

(Foto: DHL)

Wer ein Paket oder einen Brief aufgibt, hat eine klare Absicht: Die Sendung soll sicher und schnell beim Adressaten ankommen. Manchmal geschieht das nicht. Der Ärger darüber ist zuletzt stark gewachsen.

Verspätete Pakete, falsch zugestellte Briefe oder lange Wartezeiten am Schalter – immer mehr Bürger machen ihrem Ärger über die Deutsche Post und deren Wettbewerber Luft. Die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur habe sich in diesem Jahr auf 11.830 fast verdoppelt, teilte die Bonner Regulierungsbehörde am Freitag mit. 2017 waren es noch 6.100 gewesen, 2016 nur rund 3.900.

„Die Qualität hat sich verschlechtert und die Zuverlässigkeit der Sendungen abgenommen“

Verbraucher können Beschwerden per E-Mail an den Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur unter verbraucherservice-post@bnetza.de richten.

Die Kritik zielt vor allem auf den Marktführer Deutsche Post DHL, aber auch auf Konkurrenten wie die Paketdienstleister Hermes oder DPD. Die Bundesnetzagentur betonte, gemessen am Gesamtvolumen seien es allerdings noch relativ wenige Beschwerden. Es gebe zwar kein flächendeckendes Problem, aber regionale und zeitweilige Defizite. Zuvor hatte die Rheinische Post darüber berichtet.

Noch nie haben sich so viele Verbraucher bei der Bundesnetzagentur beschwert wie in diesem Jahr

Noch nie haben sich so viele Verbraucher bei der Bundesnetzagentur beschwert wie in diesem Jahr. „Dies zeigt, dass die Bundesnetzagentur als Ansprechpartner für Verbraucherfragen wahrgenommen wird“, sagte Behördenchef Jochen Homann. Und es ist auch ein Grund für den Anstieg: Inzwischen wissen mehr Bürger von der Möglichkeit zur Beschwerde. Früher hat sich manch einer also auch schon über falsch zugestellte Post geärgert, dies aber nicht gemeldet.

Die Hälfte der Beschwerden bezieht sich auf Briefe, ein Drittel auf Pakete. Beim Rest geht es etwa um lange Schlangen in Postfilialen oder um unpassende Öffnungszeiten. Im Paketgeschäft hat die Deutsche Post DHL etwa 44 Prozent des Gesamtmarktes in Deutschland, die übrigen Anteile entfallen auf Rivalen wie Hermes, DPD und GLS. Der Marktanteil entspricht in etwa auch dem Anteil an den Beschwerden.

Verbraucher können bei der Bundesnetzagentur auch Schlichtungsanträge einreichen

Verbraucher können bei der Bundesnetzagentur auch Schlichtungsanträge einreichen – wenn etwa ein Produkt in einem Paket kaputt ankam. Die Behörde agiert dann als Schlichter zwischen Verbraucher und Postdienstleister. Die Zahl solcher Anträge stieg nur leicht, um 74 auf 1.075. Allzu rosig sind die Erfolgsaussichten solcher Anträge nicht, weil sich viele Firmen den Schlichtungen verweigern.

Der Postnutzerverband DVPT (Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation) ist nicht überrascht über den deutlichen Anstieg. „Die Qualität hat sich verschlechtert und die Zuverlässigkeit der Sendungen abgenommen“, sagte Vorstand Klaus Gettwart. Im internationalen Vergleich zählten die Post- und Paketdienste in Deutschland zu den besten, die Tendenz zeige aber nach unten.

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Ein Kommentar
Lucas

Der schlimmste Dienst ist wohl von Amazon selbst…

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