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Interview

Protonet-Gründer: „Es herrschte Katastrophenstimmung“

Protonet-Gründer Ali Jelveh. (Foto: dpa)

Protonet war die deutsche Startup-Hoffnung – und endete in einer Millionen-Pleite. Im Interview mit t3n spricht Gründer Ali Jelveh offen über die Insolvenz und kündigt einen radikalen Neustart an.

Das Startup mit dem Crowdfunding-Rekord. Dafür stand Protonet viele Jahre lang. Die Idee, kleine orangefarbene Heimserver mit sicherem Datenspeicher zu entwickeln, bescherte der Hamburger Firma nicht nur eine Drei-Millionen-Finanzierung, sondern auch ein Medienecho weit über deutsche Landesgrenzen hinaus.

Zu Zeiten der Snowden-Enthüllungen im Sommer 2013 wurde in Protonet vielfach eine Antwort auf die schnüffelwütigen Geheimdienste gesehen. Als die Jungfirma 2016 dann noch in die berühmte US-amerikanische Startup-Schmiede Y-Combinator einzog, sahen nicht wenige eine Erfolgsstory mit Millionen-Exit voraus.

Protonet wagt das Comeback

Doch es kam anders. Die Unterstützung von Y-Combinator wurde für Protonet nicht zum Sprungbrett, sondern endete im Frühjahr 2017 in der Insolvenz. Der Firma ging das Geld aus – und eine neue Finanzierung kam wegen Zoffs mit der Crowd nicht zustande. Seitdem war es still um Protonet, der Betrieb lief jedoch im Hintergrund weiter.

Protonet war lange als das Startup mit dem Crowdfunding-Rekord bekannt. (Foto: dpa)

Nicht ohne Grund: Denn Protonet-Gründer Ali Jelveh will es noch einmal versuchen. Im Interview mit t3n.de spricht er über die Gründe der Insolvenz – und kündigt einen radikalen Strategiewechsel mit Kurs auf Software-Anbieter wie Slack an.

t3n.de: Ali, glaubst du immer noch, dass Datenhoheit den Menschen etwas bedeutet?

Ali Jelveh: Ja! Datenhoheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Keiner von uns – außer man kennt sich wirklich gut mit Technik aus – versteht, was Google oder Facebook mit unseren Daten anstellen, nachdem wir sie auf Pinnwänden oder in Suchmaschinen hinterlassen haben. Das ist ein riesiges Problem. Bei der Datenhoheit geht es auch um die Selbstbestimmung der Menschen.

t3n.de: An der Haltung zum Datenschutz hat sich trotz der Snowden-Enthüllungen oder dem jüngsten Facebook-Skandal aber wenig geändert. Die Leute geben ihre Daten immer noch bereitwillig an die Tech-Konzerne weiter.

Weil es uns die Tech-Konzerne furchtbar leicht machen, unsere Daten gegen guten Service einzutauschen. Es ist ein urmenschlicher Instinkt, Dinge möglichst schnell und ohne Energieaufwand lösen zu wollen. Damit sich aber die Haltung der Menschen zu ihren Daten ändert, muss ein Sinneswandel stattfinden, wie in der Ernährungswelt.

t3n.de: Wie meinst du das?

Früher hat man Veganer für Spinner gehalten, wenn sie von fairer Tierhaltung oder dem biologischen Obstanbau auf Demeter-Höfen geredet haben. Heute gibt es in jedem Ladengeschäft eine Bio-Ecke. Diese Entwicklung braucht es auch für den Datenschutz. Zum Glück tut sich da langsam was. Die Leute interessieren sich immer mehr für Datenhoheit und sind auch bereit, dafür zu zahlen.

t3n.de: Nach dieser Logik hätten euch die Protonet-Server ja aus den Händen gerissen werden müssen. Trotz großen Medienechos und einer Rekordfinanzierung wurden aber nur 3.000 Server verkauft. Wie erklärst du dir das?

Mit der Mischung aus Hard- und Software haben wir einfach den falschen Zeitpunkt erwischt. Auch strategisch wurden viele Fehler gemacht.

Welche Fehler meinst du?

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Eine Reaktion
Silver

Der Neustart wird leider auch in die Hose gehen und sich auf lange Sicht nicht tragen.

Die 6Wunderkinder haben es schon nicht geschafft und deren GUI bzw. UX war nah an Apple, also sehr hohe Usability und Einfachheit.

Genau das ist zwar was für User einer Collablösung aber nicht für die Admins. Und wenn es um sowas geht gibt es viel zu viel Konkurrenz die viel zu erfolgreich damit fährt.

QNAP schlagen sie vielleicht(!) ja noch, aber Synology als Beispiel mit seiner eierlegenden Wollmilchsau an Software? Da steckt alles drin was kleine Unternehmen brauchen und noch viel mehr.

Und bei Synology kann ich auch alles mit wenig Aufwand verschlüsseln und lokal lassen. Apps gibt es ebenfalls für alle wichtigen Systeme sowie Desktop Clients für automatische Syncs wenn man nicht mit Netzlaufwerken arbeiten möchte und und und...

Wundert mich ehrlich gesagt das da Investoren tatsächlich noch anspringen.

Mit einem ordentlichen Synology System kann ich über die üblichen Collab Tools selbst Entwicklungsumgebungen abdecken, ganze Domänen aufbauen und selbst VMs und Dockercontainer betreiben, alles mit der Standard Software. Und da es nun mal eine NAS Lösung ist, auch noch super einfach als HA Lösung umsetzen oder um reine Storage Einheiten erweitern.

Achja und die Surveillance Lösung fürs Büro ist ja auch schon drin ;)

Man soll an seinen Träumen festhalten, sollte aber auch erkennen wenn es sinnlos ist.

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