Analyse

PSD2: Neues EU-Gesetz bevorzugt große Online-Händler

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PSD2: Oft eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung nötig

Durch PSD2 werden die Karten also neu gemischt. Dass in Zukunft in sehr vielen Fällen eine starke Zwei-Faktoren-Authentifizierung nötig wird, dürfte den Markt der Zahlungsverfahren und der Zahlungsdienstleister schon ein wenig durchrütteln. Der bisherige Komfortvorteil eines Dienstes wie Paypal beispielsweise wird dadurch erst einmal hinfällig. Auch die Sofortüberweisung wird sich zumindest technisch ändern – in Zukunft benötigt der Zahlungsdienstleister eine sichere, dedizierte Schnittstelle zur Bank. Und auch um Lastschriftmandate einzuholen, braucht es in Zukunft einen Zahlungsdienstleister, der die elektronische Zwei-Faktoren-Authentifizierung übernimmt.

Die PSD2 reduziert das Betrugsrisiko beim Onlinekauf, aber eine obligatorische Zwei-Faktoren-Authentifizierung erhöht zugleich die Komplexität der Bezahlprozesse. Im Wettbewerb könnte es darum immer wichtiger werden, wie bequem das Authentifizierungsverfahren ist, das der Zahlungsdienstleister anbietet. Onlinehändler werden sich darum in Zukunft noch genauer ansehen müssen, welchen Mix an Zahlungsoptionen ihr Payment Service Provider offeriert – und wie komfortabel sein Angebot gerade für die Zielgruppe ist, die der Händler im Blick hat. Aber selbst, wenn Varianten wie Sofortüberweisung und Lastschrift in ihrer klassischen Form hinfällig werden, könnten doch neue, intelligentere Verfahren an ihre Stelle treten – eben weil ein Zahlungsdienstleister per Zugriff auf die Daten der kontoführenden Bank den Authentifizierungsprozess selbst durchführen kann.

Die großen Händler könnten von PSD2 profitieren

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass PSD2 bis zu einem gewissen Grad die Marktmacht der E-Commerce-Riesen stärken wird, die die Kunden gerne und oft frequentieren. Denn die Direktive eröffnet für Endkunden die Möglichkeit, individuell ausgewählte Onlinehändler auf eine White List zu setzen und sie als grundsätzlich vertrauenswürdige Zahlungsempfänger zu deklarieren. So spart sich der Endkunde die Zwei-Faktoren-Authentifizierung für jeden einzelnen Kaufvorgang.

Onlinehändler sollten sich deswegen in Zukunft noch stärker um Kundenbindung bemühen und es ihren Kunden so einfach wie möglich machen, sie zu sie auf die White List zu setzen. So oder so: Es gilt, sich jetzt mit den Konsequenzen der EU-Direktive auseinanderzusetzen, sich den neuen Anforderungen anzupassen und die Wettbewerbschancen zu nutzen, die sich eröffnen. In jedem Fall sorgt PSD2 dafür, dass die nächsten Jahre spannend bleiben – für Onlinehändler und für Zahlungsdienstleister.

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Ein Kommentar
Harald Neuner

Für Online-Shops relevant: wir von uptain helfen dabei die potentiellen negativen Auswirkungen auf die Conversion durch PSD2 zu minimieren. Mehr dazu in unserem Blog: https://uptain.de/blog-post/psd2-und-kaufabbrecher/

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