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Erstmals mehr Strom aus regenerativen Quellen – aber am Ausbau liegt es nicht

Laut Daten des Fraunhofer-Instituts überholt zum ersten Mal der Anteil alternativer Stromerzeugung den der konventionellen. Ein anderer Rekord steht damit eng im  Zusammenhang.

1 Min. Lesezeit
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Während immer mehr Solaranlagen ihren Beitrag leisten, geht der Ausbau der Windkraft zurück. (Foto: Shutterstock)


Zum ersten Mal in der Geschichte gewinnt das industrielle Deutschland mehr Netto-Strom aus regenerativen Energiequellen als aus herkömmlichen. Im Jahresdurchschnitt liegt die Quote bei 50,5 Prozent. Das geht aus den fortlaufenden Erhebungen des Fraunhofer Instituts ISE hervor.

Die interaktiven Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts ISE zeigen die Entwicklung des Strommixes in Deutschland. (Grafik: Fraunhofer ISE)

Anstieg auf niedrigem Niveau

Wer die interaktiven „Energy-Charts“ des Forschungsinstituts entsprechend anpasst, kann sehen, wie der Anteil alternativer Stromerzeugung in den letzten acht Jahren gestiegen ist: Von insgesamt von 53,5 Terawattstunden 2002 (konventionell: 459,71) auf 245,8 im ablaufenden Jahr (konventionell: 240,39). Die jüngste Entwicklung zeichnet jedoch ein weniger optimistisches Bild. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil von Strom aus Solar (+ 1,22 Prozent), Wind (+2,58 Prozent) und Biomasse (+ 0,85 Prozent) nur minimal. Der aus Wasserkraft sank sogar. Selbst die niedrigen Zuwächse haben gereicht, um die 50-Prozent-Marke zu knacken. Massive Anstrengungen, den deutschen Energiemix zu verbessern, zeigen sich jedoch nicht. Die entsprechende Grafik des Fraunhofer-Instituts weist nach: Der Ausbau von Solaranlagen liegt ungefähr auf demselben Niveau (+ 3,92 Gigawatt) wie im Vorjahr (+ 3,95 Gigawatt), während der von Windkraftanlagen (+ 1,36 Gigawatt) fast auf das Niveau von 2010 (+ 1,17) zurückgefallen ist. Im Gegensatz zu letztem Jahr baute das Land zudem keine konventionellen Kraftwerke zurück.

Der Ausbau der Windenergie verliert an Schwung. (Grafik: Fraunhofer ISE)

Der Ausbau der Windenergie verliert an Schwung. (Grafik: Fraunhofer ISE)

Weniger Stromverbrauch insgesamt

Eine weitere gute Nachricht lautet: Deutschland hat so wenig Strom verbraucht wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Der Nettostromverbrauch lag 2020 bei 486 Terawattstunden. Ein ähnlich niedriger Wert wurde zuletzt 1999 (rund 489 Terawattstunden) erreicht. Darin ist vermutlich auch der Hauptgrund zu sehen, warum dieses Jahr die Rate der alternativen Stromgewinnung ihren Höchststand erklommen hat. Da die regenerativen Erzeugungsformen nur sehr begrenzt dem Bedarf angepasst werden können, steigt bei höherem Strombedarf automatisch der Anteil konventioneller Quellen.

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Janix

Ein Windrad lässt sich quasi sofort flexibel aus dem Wind drehen. Pumpspeicher oder Power-to-Gas gleichen sogar aus.

Ein Atomkraftwerk hingegen oder eine Braunkohle/Kohleanlage fährt man besser nicht mal eben runter und rauf. Solche Dinos laufen unflexibel durch. Falls ihr das im Artikel nachbessern wollt.

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Raimund Schesswendter

Das ist schon richtig, aber in die andere Richtugn geht es schwerer: Ich kann den Wirkungsgrad meines Windrades oder der Solarenergie nicht spontan erhöhen, aber die Leistung meines Kraftwerkes schon. Die werden natürlich nicht ganz heruntergefahren, aber die Leistung lässt sich sehr viel besser regulieren als das bei regenerativen Quellen der Fall ist.

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