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Karriere

Es liegt nicht an dir, es liegt an mir: So machst du mit deiner Company Schluss!

(Foto: Shutterstock)

Es steht ein Jobwechsel an oder du willst es mit einer Selbstständigkeit versuchen. Jetzt musst du nur noch kündigen. Wir verraten dir, wie du aus der Nummer sauber rauskommst.

Richtig kündigen: So geht's

Du hast dich entschieden. Du möchtest deinen Job kündigen. Vielleicht hast du ein besseres Angebot bekommen, möchtest die Selbstständigkeit wagen oder dich beruflich total verändern. Jetzt musst du es nur noch deinem Chef und deinen Kollegen sagen. Wir verraten dir, worauf du dabei achten solltest. Natürlich solltest du dir deinen Vertrag vorher nochmal genau durchlesen und sichergehen, dass du alle rechtlichen Vorgaben einhältst. Hier geht es vor allem um den guten Ton:

1. Tu es an einem Freitag

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Bester Tag zum kündigen: Freitag (Grafik: Shutterstock)

Der beste Zeitpunkt mit der Nachricht herauszurücken ist Freitag. Am besten bittest du um ein Gespräch am Nachmittag. So liegen ein paar Tage zwischen der Hiobsbotschaft und den letzten Wochen im Unternehmen und alle können sich an den Gedanken gewöhnen.

2. Es den Kollegen sagen

Frag, wann du es am besten den Kollegen sagen sollst. Finde heraus, wie es dem Unternehmen am liebsten ist, bevor du allen davon erzählst. Vielleicht möchten sie noch ein paar Tage Zeit haben, um zu überlegen, ob die Stelle intern besetzt werden soll, oder wie es weitergeht.

3. Die Übergabe

„Du weißt nie genau, was deine Mitarbeiter alles wissen und tun, bis sie gegangen sind“

Nichts wird dir so übel genommen, wie eine schlampige Übergabe. Dokumentiere so viel wie möglich: Deine Ansprechpartner, Abmachungen, die nicht schriftlich festgehalten wurden, Workflows. Und vor allem auch die kleinen Aufgaben, die nicht explizit Teil der Jobbeschreibung sind, aber mit der Zeit in deinen Aufgabenbereich gefallen sind. „Du weiß nie genau, was deine Mitarbeiter alles wissen und tun, bis sie gegangen sind“, bringt es CEO Jeremy Brand von webuyhouses.com auf den Punkt.

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Mit einer sauberen Übergabe hinterlässt du mit Sicherheit einen guten Eindruck. (Foto: Shutterstock)

4. Bleib erreichbar

Trotz detaillierter Dokumentation wird dein Nachfolger sicherlich noch Fragen haben. Biete an, für eine Zeit telefonisch oder per E-Mail sein für solche Nachfragen erreichbar zu. Denn niemand kann diese besser beantworten als du. Oder ihr macht einen Termin aus, an dem du nochmal persönlich ins Büro kommst und alles mit deinem Nachfolger durchgehst. Dafür kannst du dich natürlich bezahlen lassen.

5. Bleib so lange wie möglich und nötig

Wenn es nicht drängt, dann gib deiner Company Zeit, einen Ersatz für dich zu finden. Im Idealfall bleibst du so lange, bis jemand Neues gefunden wurde. Das musst du deinem Chef ja nicht von Anfang an sagen, sonst läufst du Gefahr, dass er sich Zeit lässt. Aber wenn zu deinem Kündigungstermin noch niemand gefunden wurde und es bei dir passt, könntest du anbieten, länger zu bleiben.

6. Sprich eine Empfehlung aus

Du kennst jemanden, der perfekt wäre für deine Stelle? Dann bring ihn mit deinem Arbeitgeber zusammen. Er wird dir bestimmt dankbar sein, wenn du schon eine Empfehlung für einen Nachfolger bieten kannst.

7. Biete dich an, bei der Suche zu Helfen

„Niemand versteht die Feinheiten eines Jobs besser, als derjenige, der ihn gerade ausübt.“ Phil Laboon, CEO von Eyeflow Internet Marketing.

Für deinen Arbeitgeber kann es sehr hilfreich sein, wenn du zum Beispiel bei der Formulierung der Ausschreibung behilflich bist oder bei der Auswahl der Bewerber eine Einschätzung gibst. In welchem Maße das gewünscht ist, findest du am besten im Gespräch heraus. Zunächst reicht es, wenn du einfach anbietest, dich in den Prozess zu involvieren.

8. Geh im Guten

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Man sieht sich immer zweimal im Leben. (Foto: Shutterstock)

Auch wenn du nicht so glücklich in deinem Unternehmen warst, geh mit erhobenem Kopf. Man weiß nie, wann sich die Wege noch einmal kreuzen. Du hattest vor, deinem Chef mal richtig die Meinung zu geigen, wenn du gehst? Lass es! Am Ende fällt es immer negativ auf dich zurück. Versuche das Positive auch aus der negativen Erfahrung zu ziehen. Das heißt allerdings nicht, dass du nicht ehrlich sein sollst. Der Ton macht die Musik.

9. Gib ehrliches Feedback

In einem letzten Mitarbeitergespräch solltest du mit konstruktivem Feedback herausrücken. So gibst du der Firma die Chance zu eruieren, woran sie krankt oder weswegen Mitarbeiter die Firma verlassen. Du warst zum Beispiel unterfordert mit deiner Aufgabe und hättest dir mehr Kompetenzen gewünscht? Sag es. Das hilft der Firma auch bei der Suche nach neuen Kandidaten.

Du willst gar nicht kündigen? Vielleicht weißt du es nur noch nicht. Lies auch: Diese Software weiß, wann du deinen Job kündigen wirst – bevor du es weißt (oder lass dir den Artikel über den implementierten Narando-Player vorlesen)

via www.themuse.com

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5 Reaktionen
Sinnvolle Liste

@Peter: Man sieht sich im Leben oft zweimal. Viele Branchen sind nicht so sehr bevölkert.

Auch befragt man natürlich Bekannte bei Linked-In oder Xing um potentielle Bewerber oder Freelancer zu überprüfen. Dazu muss man ja nur sehen wo der Bewerber gearbeitet hatte und wen man dort selber kennt. Bacon-Number==1.

Vorbildlich da zu stehen ist wohl eher nicht schädlich. Gute Arbeit ist auch gut dokumentiert. Aber vielleicht nicht überall sind die Kriterien für ein Diplom so hoch.

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Peter

Oh man... wer hat denn sowas geschrieben? Das meiste ist Standard, gehört also zum guten Ton. Dennoch stelle ich mich quer in einigen Sachen, z.B.

1) Am Freitag. Der Tag ist sowas von egal. Wenn der Entschluss der Kündigung fest steht, wird der optimale Kundgebungstag anhand der Kündigungsfrist gesucht und das Schreiben schön mit Eingangsstempel bei Abgabe dokumentiert. Spätestens hier spricht es sich schon intern herum. Warum Schriftlich? Naja, es gibt Chefs, die können in der Kündigungsfrist zwecks engem Projektplan keinen passenden Neuling finden und begründen dann gerne damit, dass man die Kündigung nie erhalten hat. Also: Stempel einholen, man will ja nicht länger da bleiben, wobei man schon bei Punkt 5 ist.

2) Ja, guten Freuden gibt ein Küsschen. Gute Kollegen hingegen muss man suchen. In der IT, wo gerne von Team geredet wird, herrscht meistens eine Elebogen-Gesellschaft, wo sich jemand mit den Perlen anderer schmückt. Bestes Beispiel aus meiner Erfahrung sind Designer. Aufm Layout alles super, hip und bunt. Die eigentliche Arbeit hat aber jemand anders, der für Zwischenprobleme (.z.B. IE-Optimierungen, Server-Einrichtungen) extra Zeit nutzen muss, die nie eingeplant wird. Ergo: Überstunden wegen engem Zeitplan. Am Ende wird meistens das Projekt gezeigt, also das Frontend und es wird mit Sicherheit mehr Wert auf das Design gelegt.

3) Ich habe noch nie eine gute Übergabe, bzw. Dokumente beim Neueinstieg erhalten. Meistens musste ich diese Schreiben, nachdem man sich selber im Fremden Quellcode einarbeiten musste, oder spätestens wenn man die Kündigung abgibt und der Chef daran denkt. Freiwillig nimm ich mein Wissen lieber mit, wobei man bei Punkt 5 und Punkt 7 wäre. Helfen tun wir doch alle gerne, aber für externe Arbeitgeber, die man aus bestimmten Gründen verlassen hat, macht man sowas nicht kostenlos. Am besten eignet sich dafür eine Hotline oder man schreibt eine Rechnung. Danach fragen die dich nie wieder und lernen hoffentlich, selbst zu dokumentieren, sodass der Neuling nicht wieder alles ausbaden muss.

4) Feedback kann man getrost ignorieren. Je nach Vertrag/Kündigungsfrist muss man, bzw. kann man etwas dazu äußern. Meistens sollte man Kritikpunkte aber vor der Abgabe der Kündigung tun. Ab dem Zeitpunkt der Abgabe bist du für den Arbeitgeber nur noch Belastung, kostest Geld, bist unproduktiv und störst andere Mitarbeiter. Meistens wird man Freigestellt, nutzt den Resturlaub oder man macht mini Aufgaben wie Blumen gießen, Fegen oder Küche aufräumen. Spätestens am Arbeitszeugnis, falls man je eines erhält, sieht man was der Arbeitgeber von dir hielt. Und wirklich wenige sind da aussagekräftig und Wahrheitsgetreu.

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Sinnvolle Liste

Auf der anderen Seite ist das natürlich auch Aufgabe der Personalabteilung.
Wenn man sich bewirbt soll man immer fragen was mit dem Vorgänger passiert ist und ob der für Fragen zur Verfügung steht.

Und beim Abschluss-Gespräch werden bei guten Firmen auch projezierende Fragen gestellt also nicht "Warum geht Dir der Job auf den Keks" sondern "Wieso glauben Sie sind ihre Kollegen gegangen". So kann man Kritikpunkte benennen ohne das jemand das Gesicht verliert.

Die meisten IT-Jobs sind aber in kleinen Klitschen wo der Chef alles selber macht und dafür nicht ausgebildet wurde und sich für ganz toll hält.

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So schauts aus

[…]Die meisten IT-Jobs sind aber in kleinen Klitschen wo der Chef alles selber macht […]

So ist es. Daher bevorzuge ich Firmen ab einer Größe von 250 Mitarbeitern, in den letzten Jahren habe ich damit die besten Erfahrungen gemacht.

Hier gibt es zwar dann Kostenstellen, Vorstand usw. aber man hat relativ freie Hand wenn man gute Arbeit abliefert. Auch hat man oft kurze Entscheidungswege und kann sein "Ergebnis" sehen.

Bei Konzernen mit Niederlassungen und >2.500 Mitarbeiter wird es knackig, da läuft jeder Dreck über eine andere Person. Keiner will Verantwortung, ebenso wird viel Politikum betrieben.

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Ich

Ehrliches Feedback kann man getrost weglassen wenn man den Chef kennt. Ich habe mal wegen einiger Kritikpunkte gewechselt und dies auch gesagt, aber dann kam die Frage nach dem Gehalt. Natürlich verdiene ich an der neuen Stelle besser. Nachher hiess es dann, ich wäre wegen dem besseren GEhalt gewechselt. So ein Unfug! Aber man weiss halt ob der Chef was lernen / verbessern will oder nicht. Falls ja: Ansprechen BEVOR man kündigt. Falls nein: Alles egal.... :-\

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