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Interview

SAP-Chief-Designer: „Menschen werden die Meister des Unerwarteten“

(Foto: SAP)

Dass künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern wird, weiß Futurist Martin Wezowski. Im Interview spricht er über die Symbiose aus Mensch und Maschine – und was ein Liebesbrief damit zu tun hat.

Martin Wezowski ist der Chief-Designer von SAP. In seiner E-Mail-Signatur steht sein Motto „Design is a behavior not a department“ – und genauso spricht der Futurist über den Einfluss der Digitalisierung auf Arbeitswelt und Gesellschaft. Abgesehen von den Folgen von KI (auch auf die zukünftige Konzeption von Teams) hebt Wezowski zwei Eigenschaften hervor, die den Menschen unabdingbar machen: Neugier und Sinnsuche.

t3n.de: Eine 30-Stunden-Woche, Roboter als persönliche Assistenten, virtuelle Team-Meetings: Sieht so die Arbeitswelt der Zukunft aus?

Martin Wezowski: Ja, so könnte die Zukunft aussehen. Intelligente Technologien werden uns mehr stärken, umfangreicher assistieren und bereichern als wir es heute erwarten.

t3n.de: Also wird es eine Art Symbiose?

Genau. In baldiger Zukunft werden Systeme und Maschinen aktive sowie passive Signale des Menschen verstehen. Sie werden unsere Ambitionen analysieren, um daraus optimale Vorschläge für eine jeweilige Situation zu entwickeln. Maschinen werden die menschliche Realität ergründen. Als Beispiel eignet sich ein Unfall mit einem selbstfahrenden Auto im Jahr 2016, weil der Fahrer einen Film der „Harry-Potter“-Reihe geguckt hat, statt in der Gefahrensituation zu reagieren. Solche Vorfälle können vermieden werden, indem Systeme lernen, uns und Situationen noch besser zu verstehen.

t3n.de: Wenn in Zukunft simple Arbeit nur von Robotern erledigt wird, welche Rolle spielt der Mensch dann?

Menschen werden die Meister des Unerwarteten. Wir werden komplexe Ideen und intelligente Systeme fusionieren und orchestrieren. Wir werden experimentieren. Wir stehen vor etwas, das ich „Humachine“ nenne, eine Mischung aus der maschinellen Intelligenz und der menschlichen Kreativität. Uns Menschen zeichnen zwei Eigenschaften aus: Neugier und Sinnsuche.

t3n.de: „Neugier“?

Der erste Impuls des Menschen ist etwas zu untersuchen. Wir wollen schlichtweg immer wissen, was wir nicht wissen. Und sobald wir etwas herausgefunden haben, untersuchen wir weiter. Das macht uns Menschen zu guten Erfindern. So werden wir zum Mars fliegen, nicht weil uns ein Algorithmus das geraten hat – sondern weil wir neugierig sind, was auf dem Mars los ist.

t3n.de: „Sinnsuche“?

Die Sinnsuche ergibt sich aus der Neugier. Einen Sinn zu haben oder zu suchen, unterscheidet den Menschen von der Maschine. Menschen können sich von heute auf morgen einen neuen Sinn suchen. Maschinen können das nicht – bislang zumindest.

In der Mensch-System-Symbiose ist unsere natürliche Rolle damit: den Sinn vorzugeben, Ziele und Wunschszenarien zu definieren. Die Maschinen können uns dabei unterstützen.

Für die Unternehmen heißt das: Sie müssen sich darauf einstellen. Künftig wird es noch wichtiger sein, sowohl die Neugier der Mitarbeiter als auch ihren Wunsch nach Sinn zu befriedigen. Schon jetzt entwickeln sich so genannte „Purpose-Led“-Unternehmen besser als traditionelle Mitbewerber. Ein Trend, der zunehmen wird.

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