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Saturn bringt den weltweit größten kassenlosen Elektromarkt nach Hamburg

Die Kassen sind nicht weg, aber die Kunden können auf sie verzichten: In Hamburg führt Saturn mit Smartpay das kassenlose Bezahlen ein.

Von Jochen G. Fuchs
2 Min.
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Im Saturn in der hamburger Mönckebergstraße kann jetzt kassenlos bezahlt werden. (Foto: Saturn)

Saturn rüstet seinen riesigen Prestige-Markt in Hamburg in der Mönckebergstraße um und spendiert ihm das neue Bezahlsystem Smartpay.  Nach Testläufen in München und Innsbruck folgt jetzt das größte Pilotprojekt. Bis Februar 2019 können Kunden die Ware mit einer App direkt am Regal bezahlen und den Laden dann über einen speziellen Express-Schalter verlassen.

Saturns Smartpay: So funktioniert das kassenlose Bezahlen

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Kunden können die Smartpay-App für Android und iOS herunterladen, dann das Wunschprodukt scannen und direkt in der App mit Kreditkarte oder Paypal bezahlen, auch der digitale Kassenbon kommt sofort. Google Pay soll ab Mitte Dezember folgen, Apple Pay nach dem Marktstart ebenfalls.

Digitale Preisschilder mit NFC-Funktion oder ein schlichter Scan des Barcodes am Produkt rufen das Produkt in der App auf und ermöglichen den Start des Bezahlvorgangs. (Foto: Saturn)

Die rund 100.000 Produkte in dem 18.000-Quadratmeter-Laden können in sechs Etagen entweder über den Barcode am Produkt oder bei NFC-fähigen Smartphones über das digitale Preisschild gescannt werden und tauchen so in der App auf. Die Ware ist nach dem Bezahlen allerdings noch nicht entsichert, Kunden müssen den Markt danach durch den gesondert ausgezeichneten Smartpay-Express-Schalter verlassen. Dort wird dann entsichert.

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Saturn Smartpay
Preis: Kostenlos
 
‎Saturn Smartpay
Preis: Kostenlos

Technologie aus dem hauseigenen Retail-Inkubator Retail Techhub

Während im Pilotprojekt in München noch das örtliche Startup Rapitag zum Einsatz kam, dessen Lösung auch gleich die Bluetooth-gesteuerte Entsicherung der Warensicherungs-Spinnen um die Kartons beinhaltete, setzt Saturn in Hamburg auf den Dienstleister aus dem Pilotprojekt in Innsbruck: Mishipay. Im Pilotprojekt konnten die Kunden den Laden direkt verlassen – allerdings bot der Popup-Store auch nur günstige Mitnahmeprodukte und keine teure Unterhaltungselektronik an.

Sowohl Rapitag als auch Mishipay aus Großbritannien sind mit dem Inkubator Retail Techhub aus der Mediamarkt-Saturn-Retail-Group gestartet. Damit verschafft sich das Handelsunternehmen die ersten handfesten Vorteile aus dem Inkubatorprogramm.

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Misch-Integration mit herkömmlichen Kassen: Sinnvoll in Deutschland

Eine gemischte Integration der neuen kassenlosen Technologie zusammen mit herkömmlichen Kassen ist im deutschsprachigen Raum empfehlenswert, zumindest wenn bei dem jeweiligen Unternehmen nicht wie bei Amazon alle Kunden schon ausnahmslos digitale Accounts nutzen. In Innsbruck berichtete der Standard, dass bei einem Ortstermin ein Kunde den Laden wieder verließ, weil er seine Daten nicht preisgeben wollte. Laut dem Unternehmen waren durchschnittlich 500 Kunden am Tag im Laden; als der Popup-Store im Mai wieder schloss, hatte sich die Frequenz auf 30.000 Besucher in zwei Monaten summiert.

Vermutlich werden Einzelhändler sukzessive mit zunehmender Akzeptanz die herkömmlichen Kassen durch Self-Service-Systeme ersetzen. Allerdings ist hier das richtige Timing gefragt. In manchen McDonalds-Filialen ist die Mischintegration zu Stoßzeiten schon völlig überlastet, weil gerade junge Käuferschichten den Self-Service dankbar annehmen.

Beunruhigend: Saturn spricht von Pilotprojekt

Dass Saturn trotz Jubelmeldungen aus seinen bisherigen Pilotprojekten auch in Hamburg von einem Pilotprojekt spricht und den Zeitraum vorerst bis Februar 2019 begrenzt, wirft Fragen auf. Langsam wäre es wünschenswert, aus der Pilotphase herauszukommen. Der Zusatz „zunächst“ in der dazugehörigen Pressemitteilung lässt aber darauf hoffen, dass die zeitliche Begrenzung eine übliche Absicherung sein könnte, um bei eventuell auftauchenden Problemen den Stecker ziehen zu können. Aufgrund der neuen und größeren Abmessungen könnte das Pilotprojekt neue Probleme aufzeigen. Sollten keine Probleme auftauchen, bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen mutig genug ist, das Bezahlsystem dauerhaft beizubehalten und zügig in weiteren Filialen zu implementieren.

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