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Schuldenrisiko vorprogrammiert: Vor allem die Gen Z kauft über Buy Now, Pay Later

Expert:innen warnen vor einer größeren Zahl an überschuldeten Haushalten aufgrund von Verbraucherkrediten. Warum Buy Now, Pay Later eine größere Gefahr ist als andere Kreditarten.

2 Min. Lesezeit
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Klarna ist einer der bekanntesten BNPL-Anbieter. (Foto: Klarna)

Paypal hat eins, Klarna auch und zahlreiche andere Payment-Dienstleister: Buy Now, Pay Later – kurz BNPL – ist ein Konzept, das in den letzten Monaten dazu geführt hat, dass viele Kund:innen Schulden machen. Denn anders als bei klassischen Verbraucherkrediten, die man etwa für große Anschaffungen wie eine Küche oder ein Auto aufnimmt, muss man hier meist vergleichsweise wenig beantragen. Oftmals ergibt sich die Kreditgewährung auch einfach dadurch, dass der Zahlungsanbieter einem bei anstehendem Bezahlen den großzügigen Aufschub der Zahlung anbietet.

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Die Großzügigkeit hat natürlich ihren Preis, denn das Risiko lassen sich die Beteiligten gut honorieren. Dabei profitieren eigentlich alle Beteiligten: der Onlinehändler, der in der Kassenzone eine vermeintlich entspannte Zahlungsweise mehr anbieten kann, der Kunde oder die Kundin, die bis zu 36 Monate Zeit hat, die Summe abzubezahlen und in den meisten Fällen bei kleineren Summen nur sehr sparsam nach Details zur eigenen Zahlungssituation befragt wird, und nicht zuletzt eben auch der Dienstleister.

Dass dahinter eine Ratenkauflösung steht, die sie unterm Strich deutlich teurer kommt, ist vielen Kund:innen wohl nicht klar (oder es wird im Interesse der sofortigen Verfügbarkeit der Ware ignoriert). Das Perfide ist, dass die Raten bei vergleichsweise überschaubaren Beträgen in absoluter Zahl gar nicht so teuer wirken, prozentual aber schnell zweistellige Aufschläge fällig sind. Kund:innen sollten daher die Gesamtsumme und nicht nur die Raten im Blick behalten.

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BNPL-Schulden: Vor allem jüngere Zielgruppen betroffen

Laut Schufa wurden im vergangenen Jahr rund sieben Millionen Ratenkreditverträge abgeschlossen – und darunter fallen eben auch die nicht in einem Rutsch bezahlten Buy-Now-Pay-Later-Verpflichtungen. Eine aktuelle Auswertung des Statista Brand Profiler hat jetzt ermittelt, wer die Nutzer:innen solcher BNPL-Verträge sind. Demnach zahlen vor allem jüngere Zielgruppen aus der Gen Z und der Gruppe der Millennials ihre Rechnungen gerne zeitverzögert. 45 beziehungsweise 43 Prozent dieser beiden Alterskohorten nutzen gezielt die Klarna-BNPL-Funktion, während es bei den Angehörigen der Gen X und den Babyboomern nur 36 beziehungsweise 28 Prozent sind. Dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass gerade unter den jüngeren Zielgruppen mehr Menschen mit Klarna-Account vorkommen.

Insofern verwundert es wenig, dass gerade bei Tiktok der Trend mit dem Hashtag #KlarnaSchulden entstanden ist – junge Menschen, die regelrecht mit der Höhe ihrer bei den BNPL-Diensten, konkret Klarna, prahlen. Für Klarna ein Problem, weil es das Image ramponieren könnte. In vielen Fällen ist dabei die Rede von vier- oder sogar fünfstelligen Schulden – Beträge, die gerade junge Menschen nachhaltig in die Schuldenfalle treiben können und nicht zuletzt auch langfristig den Schufa-Score empfindlich drücken dürften, sobald es zu Zahlungsausfällen kommt.

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Unterdessen warnen die Verbraucherzentralen davor, leichtfertig die als Rechnungskauf getarnten BNPL-Zahlungsweisen zu nutzen. Vielen Kund:innen ist dabei nämlich nicht bewusst, dass sie überhaupt mit einem weiteren Partner einen Vertrag eingehen. Wird die Ware nicht rechtzeitig bezahlt, bietet dieser bereitwillig BNPL an.

Eine weitere Hürde dabei: Hat der Kunde oder die Kundin Ware oder einen Teil der Ware zurück an den Händler geschickt, dieser aber noch nicht die Retoure verbucht, laufen die Forderungen weiter. Um Verzugszinsen, Mahngebühren und Kosten für das Inkasso zu verhindern, sollte man (gegebenenfalls über die jeweilige App des Zahlungsdienstes, also etwa die Klarna-App) über die Rücksendung informieren. Die Verbraucherzentralen raten, gänzlich auf BNPL zu verzichten oder sich der Risiken bewusst zu sein.

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