Ratgeber

Scrum: Was versteht man unter dem Velocity-Faktor?

(Foto: Shutterstock)

Bei der Aufwandsschätzung in Scrum kommen Story-Points zum Einsatz. Dabei spielt der Zeitaufwand erstmal keine Rolle. Der Velocity-Faktor berechnet genau das. 

Story-Points schätzen den Aufwand einer User-Story. Wichtig ist dabei, dass die Zeitdauer, um eine Aufgabe zu bewältigen, keinen Einfluss auf die Schätzung haben darf. Damit sie dennoch finanziell bewertet werden kann, kommt häufig der sogenannte Velocity-Faktor zum Einsatz.

Wie wird der Velocity-Faktor berechnet?

Um den Velocity-Faktor (kurz auch nur Velocity) verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie Story-Points genau funktionieren und wie sie vergeben werden. Sie sind die Grundlage für die Velocity, welcher die Geschwindigkeit eines Projektteams beschreibt. Eine Velocity ergibt für ein Projektteam erst ab mindestens zwei durchgeführten Sprints Sinn. Zur Berechnung werden nun am Ende der Sprints alle erledigten Story-Points addiert. Danach wird durch die Anzahl der durchgeführten Sprints dividiert, um die durchschnittlich erledigten Punkte zu erhalten. Die sind nichts anderes als der Velocity-Faktor. Mit ihm kann nun abgeschätzt werden, wie viele User-Storys ein Team in einem Sprint abarbeiten kann. Jedes Projektteam hat also einen eigenen Velocity-Faktor. Der ist natürlich nur aussagekräftig, wenn jeder Sprint gleich lang ist.

Analog kann auch ein Velocity-Offset berechnet werden. Das Offset misst die Story-Points, welche in einem Sprint von dem Scrum-Team nicht bearbeitet wurden. Das Velocity-Offset muss demnach im darauffolgenden Sprint bearbeitet werden, sodass das Projektteam mit zusätzlichen Kapazitäten rechnen muss. In Folge dieser Fehlplanung können im kommenden Sprint weniger neue Story-Points berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollten die Velocity und das Offset stets zum Ende eines Sprints berechnet werden, denn nur zu diesem Zeitpunkt können Story-Points als abgeschlossen notiert werden. Die Berechnung des Velocity-Faktors ist die Aufgabe des Scrum-Masters.

Wofür wird der Velocity-Faktor benötigt?

Der Velocity-Faktor ist zu Beginn eines neuen Projektteams oftmals noch nicht besonders aussagekräftig. Mit der konstanten Messung dieser Kennzahl gewinnt jedoch auch die Aussagekraft an Gewichtung, denn diese dient zur Planung weiterer Sprints. Ein Velocity-Faktor von 17 bedeutet, dass für den kommenden Sprint ein Storyumfang von 17 Story-Points optimal für das Tempo des Teams ist. Zeitgleich verdeutlicht der Negativwert, der Velocity-Offset, dass die Planung zu optimistisch war. Typische Anwendungsfälle des Velocity-Faktors sind:

  • Erstellung der Release-Planung
  • Planung weiterer Sprints
  • Prognose über Fertigstellung einzelner User-Storys

Zudem kann der erhobene Velocity-Faktor zur Erstellung der Release-Planung herangezogen werden, denn das individuelle Arbeitstempo des Projektteams nimmt maßgeblichen Einfluss auf die Fertigstellung einzelner Meilensteine. Dementsprechend dient diese Kennzahl auch zur Prognose der fertiggestellten User-Storys, welche im Rahmen der weiteren Entwicklung benötigt werden.

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