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Exklusiv: Düsseldorfer Shopping-Startup für Millionen an Klarna verkauft

In den Düsseldorfer Büroräumen von Shopco. (Foto: © Johannes Schuba)

Ein universeller Warenkorb für alle Onlineshops – damit will Shopco das Einkaufen im Netz radikal vereinfachen. Jetzt wurde das Düsseldorfer Startup für viel Geld an Klarna verkauft.

Die im Bundesvergleich eher kleine Startup-Szene in Düsseldorf ist um einen bemerkenswerten Exit reicher: Nach t3n-Informationen wurde das rheinische Shopping-Startup Shopco vom schwedischen Bezahlriesen Klarna übernommen.

In einer E-Mail an Kunden, die t3n vorliegt, bestätigt Shopco-Gründer Jay Habib den Verkauf an ein „führendes europäisches Tech-Unternehmen“ – ohne konkrete Namen zu nennen. Dass es sich beim Käufer um Klarna handelt, gilt jedoch als gesichert. Mehrere Mitarbeiter von Shopco haben das Unternehmen in ihren Profilen beim Karrierenetzwerk Linkedin bereits als ihren neuen Arbeitgeber ausgewiesen.

Als wahrscheinlich gilt auch ein Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Bereits im Frühjahr 2017 wurde Shopco im Zuge einer Finanzierungsrunde mit angeblich 25 Millionen Euro bewertet. Als t3n im November dann erstmals über fortgeschrittene Übernahmeverhandlungen berichtete, sprachen anonyme Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens von bis zu 50 Millionen Euro. Auf Nachfrage bestätigte Jay Habib die Summe zwar nicht, er dementierte sie aber auch nicht.

Shopco: Überall bestellen mit einem Klick

Das 2014 von ihm und Manuel Schoebel gegründete Startup hat eine Software entwickelt, die den Einkauf im Netz erheblich vereinfachen soll. Nutzer installieren sich dazu das Browser-Plugin von Shopco auf ihrem Smartphone oder Computer und können anschließend mit nur einem Klick in jedem beliebigen Onlineshop bestellen – ohne vorherige Anmeldung und die wiederholte Eingabe von Zahlungsdaten. Die Tipparbeit übernimmt das Plugin nach einmaliger Registrierung automatisch.

Knapp 50 Mitarbeiter beschäftigt Shopco in seinen Büros in Düsseldorf und San Francisco. (Foto: Shopco)

Anders als vergleichbare Lösungen von Visa oder Paypal setzt Shopco nicht auf eine Programmierschnittstelle, sondern auf eine künstliche Intelligenz, die die Produkte in den vom Nutzer besuchten Onlineshops automatisch scannt. Eine technische und vertragliche Abstimmung mit den Händlern ist deshalb nicht notwendig. Bis zuletzt soll das Shopco-Plugin rund 57.000 Nutzer verzeichnet haben.

Monatelanger Bieterkampf

Weiterhin angeboten werden soll der Dienst nach der Übernahme jedoch nicht. Shopco werde bereits am Sonntagabend vom Netz genommen, teilte Mitgründer Habib in der E-Mail an Kunden mit. Es ist davon auszugehen, dass Klarna die Technologie der Düsseldorfer künftig in eigene Produkte integrieren wird.

Vorstellbar ist neben einem plattformübergreifenden Warenkorb-Button als Konkurrenzangebot zu Amazon auch eine Lösung für Publisher zur einfacheren Abrechnung von Bezahlinhalten. Weltweit nutzen  rund 60 Millionen Kunden und 70.000 Shops die Bezahllösung von Klarna.

Der Übernahme von Shopco ging ein monatelanger Bieterkampf voraus. So hatten sich neben Klarna angeblich auch eine der größten US-Banken sowie ein führendes Affiliate-Unternehmen für die Technologie interessiert. Ein Grund ist vor allem der technisch noch weitgehend unerschlossene Onlinehandel auf mobilen Endgeräten.

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Sie gingen bankrott und schuldeten vielen Angestellten Geld.
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