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Szenekenner kritisieren die Startup-Politik von Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser. (Foto: dpa)

Bis zu einer Milliarde Euro versprach Siemens jungen Startups vor zwei Jahren. Davon kommt bei deutschen Gründern laut einem Medienbericht bisher jedoch nichts an.

Die Startup-Politik von Siemens steht zwei Jahre nach ihrer Ankündigung in der Kritik. „Wir sehen alle mit Erstaunen, dass Deutschland überhaupt keine Rolle spielt“, zitiert das Handelsblatt einen hochrangigen Kenner der Szene. Im Oktober 2016 hatte Siemens-Chef Joe Kaeser vollmundig angekündigt, in den nächsten fünf Jahren bis zu einer Milliarde Euro in junge Gründer investieren zu wollen. Seitdem habe sich der Konzern jedoch an keinem einzigen deutschen Startup beteiligt, so das Handelsblatt.

Dabei sollte schon der Name des konzerneigenen Finanzierungsvehikels, Next47, die Ernsthaftigkeit des Vorhabens unterstreichen. Next47 soll zum einen an die Gründung von Siemens im Jahr 1847 erinnern, zum anderen die Suche nach dem nächsten großen Ding zum Ausdruck bringen. Das Vehikel versteht sich als klassischer Venture-Kapital-Geber, will aber auch Geschäftsideen von Siemens-Mitarbeitern fördern. Die von Siemens-Chef Kaeser angekündigte eine Milliarde Euro übersteigt das bisher vom Konzern in Neugründungen investierte Kapital in der Theorie erheblich. In den 20 Jahren zuvor hatte Siemens nur gut 800 Millionen Euro in rund 180 Startups gesteckt.

Siemens-Manager spricht von „Zufall“

In deutsche Gründungen hat Next47 bisher jedoch nicht investiert. Stattdessen aber vor allem im Silicon Valley, wo Next47-Chef Lak Ananth lebt. Der Inder mit US-amerikanischen Pass spricht gegenüber dem Handelsblatt von einem bereits „dreistelligen Millionenbetrag“ verteilt über „20 bis 30 Investments“. Dass kein deutsches Startup dabei ist, ist dem Manager zufolge dem „Zufall“ geschuldet. „Wir gehen an die Orte, wo die besten Ideen sind. Wir waren immer global“, erklärt Ananth.

Experten kritisieren aber auch die allgemeine Strategie des Konzerns. Demnach steige Siemens mehrheitlich mit kleineren Beteiligungen als Co-Investor in Startups ein, und nicht mehr wie früher als führender Partner. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer beim High-Tech Gründerfonds (HTGF), erklärt dazu: „Es ist schade, wenn sich ein bedeutender Venture-Capital-Player aus dem deutschen Markt zurückzieht.“ An Gelegenheiten mangele es nicht. „Wenn Apple-Chef Tim Cook nach Berlin kommt, um sich Startups anzusehen, macht er das sicher nicht, weil ihm langweilig ist.“

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