Ratgeber

Stühle rücken – so sitzt ihr perfekt fürs Teammeeting

Für Teammeetings eignen sich insbesondere hierarchiefreie Sitzordnungen. (Foto: monkey business images/Shutterstock)

Die Sitzordnung kann über Erfolg oder Misserfolg deines Meetings entscheiden. Wie die Tische stehen und warum an jeder Seite mindestens zwei Personen sitzen sollten.

Es ist Mittwoch, zehn Uhr. Zeit für den Projekt-Jour-Fix. Die Agenda steht. Der Raum ist geblockt, Kaffee geordert. Kann also losgehen. Moment. Eine wichtige Sache hast du vergessen. Den prüfenden Blick auf die Stühle im Konferenzraum. Kristina Egerer ist überzeugt: „Die Anordnung von Tischen und Stühlen kann die Gruppendynamik beeinflussen und daher auch den Ausgang von Meetings.“

Abstand ist wichtig

Es gehört zum guten Ton, den persönlichen Freiraum eines anderen Menschen zu respektieren. Zu viel Nähe ist einfach unangenehm. Jedenfalls gegenüber Fremden. Prüfe daher, wie eng die Tische und Stühle beieinanderstehen. Forscher der sogenannten Proxemik haben ungefähre Grenzen festgesetzt, wie weit man sich anderen Menschen nähern kann, ohne, dass diese Entfernung für sie unangenehm wird. Die übliche Nähe zwischen Akteuren in bestimmten Situationen ist kulturabhängig. Für Mitteleuropäer unterscheiden die Forscher vier Distanzen:

  • öffentliche Distanz (> 3,50 Meter)
  • soziale Distanz (1,20 bis 3,60 Meter)
  • persönliche Distanz (0,60 bis 1 Meter)
  • intime Distanz (< 0,60 Meter)

Die Nähe zwischen zwei Menschen wird von der persönlichen Beziehung zueinander bestimmt. Welche Nähe angemessen ist, entscheidet sich nach dem jeweiligen Beziehungsstatus. Verletzt man den Abstand durch Bewegungen oder die Körperhaltung, reagiert das Gegenüber oft mit Abwehrgesten, beispielsweise Zurückweichen oder ablehnender Gestik wie dem Verschränken der Arme. Für das Beisammensein mit Kollegen ist die persönliche Distanz in der Regel die richtige.

Vorsitz problematisch

Man kennt das von Familienfeiern: Die Stühle an der Kopfseite der Festtafel haben einen herausragenden Status. Wer „vor Kopf“ sitzt, nimmt automatisch eine besondere Rolle ein. Nicht ohne Grund sitzt dort der Gastgeber, das Geburtstagskind oder das Familienoberhaupt. Beim Meeting ist es nicht anders. Sitzen alle gleichwertig oder hat jemand den Vorsitz? Wenn du möchtest, dass alle Teilnehmer die gleiche Rolle im Meeting einnehmen, dann vermeide eine „Vor-Kopf-Situation“.

Hierarchiefrei und zugewandt

Für Teammeetings eignet sich eine Sitzordnung, in der alle Teilnehmer einander zugewandt sitzen und niemand durch seine Position am Tisch eine Sonderstellung einnimmt. Laut Egerer solltest du die Tische in Form eines Rechtecks oder „O“ stellen. Alle Sitzpositionen sind gleichwertig, keiner hat den Vorsitz, dadurch findet eine Diskussion oder Besprechung auf Augenhöhe statt. Der Raum in der Mitte der Tische dient als Schutzraum, er hilft manchen Mitarbeitern, sich besser zu öffnen. Wenn du ein Meeting mit einem Moderator planst, nimmt dieser aufgrund seiner Funktion eine besondere Rolle ein, die sich auch in der Sitzordnung widerspiegeln sollte. Laut Egerer eignen sich für diese Teammeetings insbesondere zwei Varianten:

  • Das „U“
  • Der Halbkreis

Das U: Bei dieser Sitzordnung werden die Tische in Form eines U aufgestellt. Jeder kann jeden sehen, was die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern fördert. Die offene Seite bietet eine Art Bühne für Vorträge oder Präsentationen. Außerdem kann hier ein Moderator sitzen. Eine Hierarchie der Plätze gibt es nicht, solange der Chef nicht vorne an der offenen Seite sitzt.

Der Halbkreis: Noch offener als das U ist der Halbkreis. Hier fehlen die Tische, hinter denen man sich gegebenenfalls verstecken kann. Dadurch wird die Offenheit der Einzelnen gefördert. Am Kopfende sitzt der Moderator, oder eine Präsentation läuft. Wenn du weder Moderator noch Präsentation brauchst, schließt du den Kreis am besten zu einem klassischen Stuhlkreis. „Auch wenn das Verschieben von Stühlen und Tischen nervt und Zeit kostet: Vor jedem Meeting sollte man sich Gedanken machen, welche Sitzordnung am geeignetsten ist“, so Egerer.

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