Tool-Tipp

Spacedesk macht euer Smartphone oder Tablet kabellos zum zweiten Bildschirm

Den ein oder anderen Zusatz-Screen gefällig? Mit Spacedesk nutzt ihr eure Laptops, Tablets und Smartphones als zweiten, dritten oder X-ten Bildschirm. (Bild: Spacedesk)

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Egal, ob ihr am Schreibtisch arbeitet, euren Livestream managen wollt oder einfach nur anderweitig mehr Bildschirmplatz braucht: Ein zweiter Screen schadet nie. Mit Spacedesk und eurem Smartphone oder Tablet geht das an Windows-Rechnern kabellos und kostenlos.

Die eine oder andere von euch vermisst wahrscheinlich besonders im Homeoffice einen zweiten Monitor. Eure Mails und Social Feeds im Blick behalten oder einen Screen zum Lesen, einen zum Schreiben haben. All das ist praktisch und komfortabel! Sich einen vollwertigen Zweitbildschirm hinzustellen, ist aber mindestens teuer – erstmal vorausgesetzt, ihr habt überhaupt den Platz dafür.

Ein Smartphone oder Tablet haben jedoch die meisten von euch wahrscheinlich parat. Mit dem Windows-Tool Spacedesk und der zugehörigen App für iOS, Android oder Windows*, oder der Web-App für einen HTML5-fähigen Internetbrowser könnt ihr euer Gerät schnell, einfach, kabellos und kostenlos in einen zweiten Bildschirm umfunktionieren. Auf diesen könnt ihr euren Hauptbildschirm erweitern oder spiegeln.

Dafür müssen nur beide – oder wahlweise auch mehr als zwei – Geräte mit dem gleichen LAN verbunden sein. Und keine Sorge, das kann auch ein WLAN sein. Zu bedenken: Innerhalb des Netzwerks sind die übertragenen Daten unverschlüsselt. Ihr solltet Spacedesk also nicht in öffentlichen Netzen benutzen.

Besonders praktisch: Spacedesk unterstützt auch die Touch-Funktionen eurer Geräte – ihr könnt auf eurem Zweit-Screen also auch mit Fingertipps arbeiten, um eure Maus zu bedienen.

Im Start-Interface des Spacedesk-Clients wählt ihr zwischen den verfügbaren Servergeräten im gleichen Netzwerk aus, deren Screen ihr erweitern oder spiegeln wollt. (Bild: Spacedesk)

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Spacedesk einrichten und verbinden

Für das Primärgerät – also das, dessen Bildschirm ihr erweitern/spiegeln wollt – braucht ihr die Server-Software von Spacedesk. Auf dem Sekundärgerät (oder auch mehreren) muss die Client-Software laufen, damit darauf der Screen erweitert werden kann. Startet ihr auf eurem Server-Gerät die Software, solltet ihr es im Client in der Liste finden – vorausgesetzt, sie sind im gleichen LAN. Sollte das Gerät dort nicht auftauchen, könnt ihr auch händisch die passende IP-Adresse eingeben. Im Browser-Client ist die manuelle Eingabe immer nötig.

Habt ihr eure Geräte mithilfe der jeweiligen IP-Adressen zusammengeschaltet, funktioniert euer Phone oder Tablet wie jeder andere Zweitbildschirm. Ihr könnt mit eurem Mauszeiger den rechten Bildschirmrand eures Hauptscreens verlassen und auf den Zweitbildschirm rüberwechseln, dort Fenster hinschieben und generell alles von dort bedienen. Die Touch-Steuerung könnt ihr auch von absolut (wo euer Mauszeiger genau an die Stelle eures Fingers springt) auf relational umstellen – dann hält euer zweiter Bildschirm gleichzeitig auch als Fernbedienung beziehungsweise Touchpad für euren Rechner her.

Die Stabilität und Qualität eurer Verbindung hängt natürlich von eurem WLAN ab. Sollte das instabil sein, könnt ihr euer Zweitgerät auch physisch via LAN-Kabel verbinden – entsprechende Schnittstellen natürlich vorausgesetzt. Und auch per USB geht’s, wofür euer Client aber ein Mobilgerät mit USB-Tethering-Support sein muss.

Optionen für den Zweitbildschirm

Im Einstellungsmenü der Spacedesk-Client-App könnt ihr noch einige weitere Veränderungen vornehmen. So definiert ihr beispielsweise die Bildqualität, Wiederholrate und den Farbraum, aktiviert automatische Rotation des Bildschirms ins Querformat bei Verbindung oder stellt ein, dass sich der Client automatisch mit einem bestimmten Server-Gerät verbinden soll, sobald ihr die App öffnet.

Auch die Bildauflösung könnt ihr verändern. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, sie automatisch an die des Server-Gerätes anzupassen – sie manuell einzustellen, kann jedoch das Aussehen auf schmaleren Displays (wie Smartphones) verbessern oder beim Troubleshooting helfen. Generell gilt: je niedriger die Auflösung, desto weniger Verzögerung/Probleme bei der Übertragung. Die Auflösung kann außerdem auf dem Client nie größer sein als die des Servers.

spacedesk
Preis: Kostenlos

Voraussetzungen und Entwicklung

Für Spacedesk braucht ihr als Primärgerät – auf dem der Server-Treiber läuft – einen PC, auf dem mindestens Windows 8.1 läuft. Euer LAN muss TCP/IP v4 oder TCP/IP v6 unterstützen. Eure Sekundärgeräte, auf denen die Client-Software läuft, müssen mindestens Android 4.1, iOS 9.3, Windows 8.1 oder einen Internetbrowser am Start haben, der HTML5 unterstützt. Laut Dokumentation werden Mozillas Firefox und Microsoft Edge nicht supportet. Für Firefox stimmt das leider, Edge funktioniert aber trotzdem. Weitere Browser-Alternativen – in denen auch Spacedesk funktioniert – haben wir euch hier zusammengestellt.

Spacedesk befindet sich derzeit noch in einer späten Beta-Phase, einige Bugs sind daher zu erwarten. Um euch beim Troubleshooting zu helfen, hat euch Spacedesk-Entwickler Datronicsoft eine umfangreiche Anleitung (auf Englisch) zusammengestellt. Der Full-Release ist für das dritte Quartal 2020 geplant und wird auch von einer kostenpflichtigen Pro-Version begleitet, die zusätzlichen Funktionsumfang bieten soll. Außerdem wird es in der kostenlosen Version dann nur noch einen Zusatzbildschirm geben, für mehrere braucht ihr die Pro-Version.

Eine beliebte Alternative zu Spacedesk ist Duet Display. Das Tool ist etabliert, nutzt Verschlüsselung und läuft stabiler – und tut das nicht nur auf Windows, sondern auch auf Macs. Dafür ist es jedoch nicht kostenlos. Bewegt ihr euch ausschließlich im Appleverse, ist zudem Sidecar eine Option.

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