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Startups

Startup-Interview-Reihe – 9 Fragen an simfy: „Durchhalten, auch in schwierigen Zeiten!“

Mit neuen Ideen und viel Engagement haben die Unternehmensgründer auf sich aufmerksam gemacht, die wir in unser neuen Reihe mit Startup-Interviews vorstellen. Für diese Rubrik möchten wir einen Blick auf die Gedankenspiele, Herausforderungen und Motivationen bei der Startup-Gründung werfen. Im dritten Teil unserer Startup-Interview-Reihe stellen wir 9 Fragen an Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer des Musikstreamingdienstes simfy.

Nachdem sich simfy im November den t3n-Award in der Kategorie „bestes Startup“ sichern konnte, haben wir erst kürzlich einen Blick hinter die Kulissen des größten deutschen Musikstreamingdienstes geworfen und euch die Büros in einer Bildergalerie präsentiert. Was als nächstes folgt ist eigentlich klar:

Wir haben Steffen Wicker neun Fragen rund um simfy und seine Erfahrungen als Startup-Gründer gestellt.

Wie sind die Idee und das Konzept für das Startup entstanden?

Ursprünglich wurde simfy von den Mannheimer Studenten Christoph Lange und Steffen Wicker 2006 als Preisvergleichsplattform für Musik-Downloads entwickelt. Im Dezember 2007 erweiterte sich simfy zur Musik-Streaming-Community. Registrierte Nutzer konnten ihre Musik hochladen und dezentral speichern, sich miteinander vernetzen und auf die jeweils hochgeladene Musik/Playlist ihrer Freunde zugreifen. Nachteil: War man neu oder nicht vernetzt, hatte man wenig Auswahl.

Dieser Nachteil wurde kontinuierlich und in engagierten Verhandlungen des Gründerteams ausgeglichen. Durch Lizenzvereinbarungen mit verschiedenen Major-Labels und Independents wurde das Angebot an Musiktiteln umfassend erweitert.

Im September 2009 gelang es über eine Finanzierungsrunde mit dem strategischen Investor Music Networx, die Voraussetzung für die hohen Wachstumsziele zu schaffen. Im Mai 2010 wurde simfy zum vollwertigen On-Demand-Streamingdienst ausgebaut: Das Freunde-Prinzip fiel weg, so dass nun jeder Nutzer Zugriff auf die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Titel hat.

simfy bietet heute als Musikplattform über 13 Mio Titel. Dahinter stehen Vereinbarungen mit der GEMA und Lizenzverträge mit weltweit führenden Labels wie Universal Music, Sony Music, Warner Music, EMI Music sowie verschiedenen Independent-Aggregatoren wie z. B. Merlin oder Finetunes. Hierdurch ist es möglich, das breite Musikangebot vollkommen legal bereitzustellen. simfy stellt damit bewusst einen Gegenpol zu illegalen Tauschbörsen und Downloadportalen im Internet dar.

Wie viele seid Ihr heute?

60 Mitarbeiter.

Wie hat sich die Unternehmensfinanzierung in der Anfangsphase gestaltet?

Anfangs Bootstrapping und private Finanzierung, jeder von uns hat 5.000 Euro investiert. Danach gab es eine Finanzierung über Business Angels - insgesamt ca. 10 Business Angels und Gesamtsumme in Höhe von rund 250.000 Euro.

Wie wichtig waren „richtige Kontakte“ bzw. ein großes Netz an Kontakten für den Einstieg/Start?

Durch unsere Business Angels haben wir Zugang bekommen zu:

  • weiteren Business Angels (und weiterem Kapital)
  • Einladungen zu Gesprächen und Treffen mit VCs
  • den ersten Kooperationspartnern (z.B. piczo)

Hat der Ort der Startup-Gründung eine wichtige Rolle gespielt, oder würdest du eher sagen, dass ihr ortsunabhängig seid?

Wir haben in Mannheim und noch zu Uni-Zeiten gegründet. Der Vorteil hier war, dass wir auf einen großen Pool an Talenten zurückgreifen konnten, die wie wir anfangs allein der Sache wegen, und nicht für Geld bei simfy mitgearbeitet haben. Zudem haben wir in der Anfangszeit sehr viel Zeit in Berlin verbracht, da fast alle Business Angels aus Berlin kommen. Entscheidend ist, wo man die richtigen Leute findet, die man braucht, um das Unternehmen aufzubauen. Kapital ist in der Regel ortsunabhängiger ;-)

Die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung waren?

Natürlich geht es immer wieder darum, neues Geld zu beschaffen und die Finanzierung sicher zu stellen (das trifft in der Regel für alle Startups zu). In unserem Fall kam die Herausforderung der Content-Lizenzierung noch dazu, d.h. ohne großen finanziellen Mittel Lizenzverträge mit den großen Plattenfirmen zu schließen. Das hat uns mehrere Jahre gekostet.

Wie habt ihr es zu Beginn geschafft, bekannt zu werden und euch zu positionieren?

  • Viel PR auf Blogs, und in den klassischen Medien (Radio, Zeitungen, etc.)
  • Besuche und Präsenz auf den typischen Gründer-/Internetmessen, wie next, OMD (jetzt: DMEXCO), Berlin 2.0, etc.
  • Word of Mouth über unsere Business Angels
  • Kooperation mit reichweitenstarken Plattformen wie piczo, Jimdo oder Spickmich

Was würdest du in der Gründungsphase rückblickend anders machen?

Mehr Gründungszuschüsse in Anspruch nehmen und erst später über Business Angels finanzieren.

Welche wichtige Empfehlung oder welchen Tipp würdest du Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhalten, auch in schwierigen Zeiten! Wir kamen oft an den Punkt, wo wir selbst fast nicht mehr an den Erfolg geglaubt hätten, haben uns dann jedoch immer gegenseitig wieder motiviert. Außerdem sollten die Gründer den Hauptfokus auf ein wirklich gutes Produkt legen.

Bildergalerie: Die Kölner Büros von simfy

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Eine Reaktion
Michael

Gutes Interview.
Ich kenne Simfy erst seit Ende 2010. Interessant finde ich, dass die bereits 2007 eine Art Google Music oder iCloud angeboten haben. Allerdings war das sicher urheberrechtlich bedenklich, da man die Musik ja auch teilen konnte.
Ich bin gespannt, wie sich Simfy gegen die mittlerweile zahlreiche Konkurrenz behaupten wird.
Ich sehe Deezer und Simfy derzeit als die besten Dienste auf dem deutschen Markt an. Negativ an Deezer ist der Facebook Zwang. Simfy hat diesen afaik (noch) nicht.

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