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Ratgeber

t3n SEO-Check: Sechs Wege, negatives SEO zu erkennen und sich davor zu schützen

Dieses Mal geht es um negatives SEO. (Bild: Christian B. Schmidt)

Spätestens seit den Penguin-Updates von Google ist negatives SEO eine zunehmend unschöne Begleiterscheinung der Suchmaschinenoptimierung. Im elften t3n SEO-Check geht es darum, wie man den Manipulationsversuch von außen erkennen und sich davor schützen kann.

Im t3n SEO-Check mit Christian B. Schmidt geben wir euch jede Woche Einblicke in die Suchmaschinenoptimierung anhand von Praxisbeispielen. Reicht eure Seite ein und lasst sie kostenlos checken. In der aktuellen Folge widmet sich Christian dem Thema des negativen SEO und gibt nützliche Tipps zum Thema.

Kann man sich auf Google verlassen?

Negatives SEO ist kein neues Phänomen. Anfangs behauptete Google, Wettbewerber oder Betrüger könnten von außen nicht zum Rankingverlust anderer beitragen. Nachdem in der Vergangenheit jedoch Fälle öffentlich wurden, die das Gegenteil belegten, relativieren die Suchmaschinenbetreiber ihre Position. Google hat durch die Penguin-Updates, die Abstrafungen wegen unnatürlicher Backlinks vornehmen, eher noch Öl ins Feuer gegossen. Denn seither ist es durch den massenhaften Aufbau schädlicher Backlinks noch einfacher geworden, einer Domain gezielt zu schaden.

Wer herausfinden will, ob die eigene Domain von einer Negative-SEO-Attacke betroffen ist, sollte sich zunächst die folgenden Fragen stellen:

1. Liegt eine Abstrafung durch Google vor?

Als allererstes sollte man einen Blick in die Search Console werfen, denn dort teilt Google direkt mit, ob Probleme bestehen. Allerdings wird dort nicht über automatische Abstrafungen informiert. Daher empfiehlt sich der Google-Update-Check der Firma Sistrix, der kostenlos Veränderungen der Sichtbarkeit zeitgleich zu bekannten Google-Updates mitteilt. Gibt es signifikante Änderungen, hebt das Tool diese farblich hervor. Für ein mögliches Negative-SEO-Problem spricht beispielsweise eine Abstrafung durch ein Google-Penguin-Update in der Vergangenheit, wenn man selbst keine schlechten Backlinks aufgebaut hat. Die neuen Google-Updates sind jedoch nicht mehr so eindeutig auslegbar, daher sollte man auch hier bei starkem Sichtbarkeitsverlust die Ursachen erforschen.

badmoebel.org hat in diesem Jahr bereits dreimal nach Google-Updates massiv an Sichtbarkeit verloren. (Screenshot: sistrix.com)

2. Gab es Rankingverluste?

Neben der allgemeinen Sichtbarkeit, die gerade in Nischen weniger aussagekräftig ist, sind natürlich die Rankings zu den relevanten Keywords selbst auch zu überwachen. Dazu gibt es eine ganze Menge SEO-Tools, die bei Rankingsveränderungen warnen. Eines davon ist Metrics-Tools (Provisions-Link), das die Überwachung von Veränderungen der Positionen in den Google-Ergebnissen zu Millionen Keywords ermöglicht. Anders als beispielsweise Sistrix zeigt dieses Tool auch, welche Keywords einen Einfluss auf den Sichtbarkeitswert haben. Gibt es einen signifikanten Rankingverlust bei wichtigen Keywords, sollten die Alarmglocken läuten. Google straft nämlich nicht nur ganze Domains ab, sondern auch einzelne Verzeichnisse oder URL und greift bei spezifischen Keywords in das Ranking ein. Grund könnte zum Beispiel die übermäßige Verwendung des betroffenen Keywords als Linktext sein.

schwer-entflammbare-moebel.de hat in den letzten Wochen einige wichtige Rankings verloren. (Screenshot: metrics.tools)

3. Gibt es schädliche Backlinks?

Seit den ersten Penguin-Updates im Jahr 2012 können Backlinks auch Schaden anrichten. Automatisch erzeugte Links aus Netzwerken oder von Spamsites sind besonders billig. Früher brachten sie mitunter einen SEO-Vorteil, heute sind sie schädlich für die verlinkten Websites. Das macht es Betrügern besonders leicht, ihre Opfer unter Druck zu setzen. Viele Unternehmen habe in der Vergangenheit auch selbst für solche Backlinks gesorgt, eben weil es funktionierte. Wer seither sein Backlink-Profil nicht bereinigt hat, schadet sich mittlerweile also selbst. Aber auch ganz ohne das eigene Zutun oder durch Dritte, die gezielt schaden wollen, sammeln sich über die Zeit jede Menge Schrottlinks durch Spammer, die willkürlich Links setzen. Ein Backlink-Audit und -Monitoring, beispielsweise mit Linkresearchtools, zählt heute also zu den Hygienemaßnahmen für jeden Website-Betreiber.

sportyjob.com hat zu viele riskante Backlinks. (Screenshot: linkresearchtools.com)

4. Wurde dein Content kopiert?

Eine beliebte Spamtaktik ist es auch, die Inhalte einer Website teilweise oder vollständig zu kopieren. Das kann der beklauten Seite auf verschiedenen Wegen Schaden zuführen. Einerseits können dabei wiederum Backlinks gesetzt werden, die sich negativ auswirken. Andererseits werden die Inhalte auch oft so verändert, dass Schadsoftware oder pornografische Inhalte eingebracht werden. Gibt es dann noch Links, Canonicals oder Weiterleitungen auf die Ursprungsseite, kann diese schnell aus den Google-Index fliegen. Damit man nicht erst dann davon Wind bekommt, sollte man das Netz nach Plagiaten durchsuchen lassen. Copyscape ist dabei ein nützliches Tool. Entdeckt man unerwünschte Kopien im Internet, kann man versuchen, dagegen vorzugehen.

Copyscape hat vier Seiten gefunden, die Teile von kranich-care.de kopieren. (Screenshot: copyscape.com)

5. Ist die Website gehackt worden?

Neben dem indirekten Eingriff durch Backlinks gehören natürlich auch Hacker-Attacken zum Negative-SEO-Repertoire. Können die Eindringlinge Schadsoftware auf der Website installieren, kann das schnell dazu führen, dass sie aus dem Google-Index fliegt und Besucher davor gewarnt werden. Ob Google bereits Sicherheitsprobleme auf der Website entdeckt hat, kannst du mit dem Safe-Browsing-Websitestatus feststellen. Dann ist es jedoch leider schon zu spät. Du solltest also alle technischen Vorkehrungen wie Firewalls und regelmäßige Sicherheitsupdates durchführen, um Hackern so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Bei meinen SEO-Checks stelle ich immer mal wieder fest, dass Websites gehackt wurden und die Verantwortlichen davon keinen Schimmer haben. Du solltest dich also regelmäßig informieren, fachlichen Rat heranziehen und die geeigneten Tools für dein Setup nutzen.

Bei freeshophoster.de hat Google keine schädlichen Inhalte gefunden. (Screenshot: google.com)

6. Gibt es negative Berichte im Netz?

Die Online-Reputation eines Unternehmens spielt auch für SEO eine immer größere Rolle. Die Qualitätsrichtlinien von Google machen das ebenfalls sehr deutlich. Daher solltest du stetig überwachen, was im Netz über deine Firma veröffentlicht wird. Dazu bietet Google Alerts einen bewährten Service. Natürlich solltest du auch die Bewertungen bei Google und Facebook sowie in den einschlägigen Portalen beobachten. Um Fake News und Reviews vorzubeugen, sollte man selbst für möglichst viele unabhängige Presseberichte und echte Kundenbewertungen sorgen. Nur so macht man sich weniger angreifbar.

Über Thunderbike wird bereits in der Fach- und Regionalpresse berichtet. (Screenshot: google.com/alerts)

Wie viele Fragen konntest du mit Ja beantworten?

Wenn du mindestens eine der oben gestellten Fragen mit Ja beantworten konntest, besteht die Möglichkeit, dass du Opfer eines Negative-SEO-Angriffs wurdest. Oft führen aber auch ganz andere Umstände dazu. Das macht es so schwer, negatives SEO zu erkennen und zu bekämpfen. Die Angreifer haben viele Möglichkeiten, dir zunächst unentdeckt und indirekt zu schaden. Je etablierter deine Domain ist, desto schwieriger wird es jedoch, sie aus dem Google-Index zu schmeißen. Daher ist aktives Marketing und die Umsetzung einer ganzheitlichen SEO-Strategie der beste Schutz.

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Christian B. Schmidt

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