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E-Scooter erobern Europa – bald auch in Deutschland?

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Kopenhagen ist Vorbild bei der Rad-Infrastruktur

In der Tat gibt es in keiner deutschen Stadt solch eine Infrastruktur für Radfahrer wie in Kopenhagen, nicht einmal im als Fahrradstadt bekannten Münster. Durch die dänische Hauptstadt führen breite, meist makellos asphaltierte Radwege. Nur auf dem Kopfsteinpflaster im Zentrum wird die Rollerfahrt schwierig. Das Pflaster dürfte Nutzer der E-Scooter auch in deutschen Innenstädten vor Probleme stellen. Hinzu kommen in Städten wie Berlin, Bremen oder München die auch für Radler tückischen Gleise der Straßenbahnen.

Vielerorts wird ausgelotet, wie sich Probleme mit den E-Rollern vermeiden lassen. Im schwedischen Malmö sollen Polizei und Ordnungsamt E-Tretrollerfahrer auf Wunsch der Stadt öfter kontrollieren. Neben zu hohen Geschwindigkeiten und mangelnder Beleuchtung wird bei den rund 800 Rollern von Voi und Lime auch Falschparken und Fahren auf dem Fußgängerweg moniert, wie die Zeitung Sydsvenskan berichtet.

In Wien sind die Scooter seit Herbst auf den Straßen. Touristen und Geschäftsleute nutzen sie vor allem rund um die Altstadt. Vier Anbieter stellen laut Mobilitätsagentur Wien 2.800 Geräte. Rechtlich werden sie auch hier wie Fahrräder behandelt und dürfen daher nicht auf dem Gehweg fahren. Eine ursprünglich für Mieträder geltende Verordnung regelt, dass Fahrräder oder Roller außer in aufgestellten Ständern nicht auf Gehsteigen oder vor kulturell wichtigen Bauwerken abgestellt werden dürfen. Erfahrungen aus dem Boom um Leihräder seien genutzt worden, sagt Kathrin Ivancsits von der Mobilitätsagentur. „Daher war vieles mit Aufkommen der Roller schon geregelt.“

Pilotprojekt zu E-Scootern in Bamberg

Das beschauliche Bamberg könnte nun für den deutschen Markt eine Schlüsselrolle spielen. Bird will seine E-Tretroller dort zum Verleih anbieten, zunächst testweise, dann in einer Pilotphase im echten Betrieb. Laut Stadt und Anbieter ist Bamberg die erste deutsche Stadt, in der solche Roller verfügbar sein sollen. „Es muss nicht immer eine Großstadt sein“, sagt eine Bird-Sprecherin. Bamberg sei ein Ort, an dem man schnell Ergebnisse sehen könne, und auch wegen seiner Uni interessant.

Aus Sicht der Stadtwerke ist das Projekt eine Gelegenheit, neue Möglichkeiten der Mobilität auszutesten, damit Bürger auf ein eigenes Auto verzichten können. „Es soll ein ergänzendes Angebot sein – wenn Sie etwa an der Bushaltestelle aussteigen und dann noch nicht am Ziel sind“, sagt Sprecher Jan Giersberg. Zunächst wurden 15 Scooter von Bird auf Privatgrund ausprobiert. Bis zum Inkrafttreten der Verordnung sollen die ersten Fahrer in Bamberg mit Sondergenehmigung des Straßenverkehrsamts unterwegs sein – die steht aber noch aus. dpa

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