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Überwachung von Schülern per Digitalarmband? Empörung in China

(Foto: dpa)

In China sollen Tausende Schüler mit digitalen Armbändern überwacht werden, die etwa registrieren, wie oft ein Schüler sich meldet. Der Aufschrei in den sozialen Netzwerken ist groß.

Gesichtserkennung, Punkte für soziales Verhalten, Zensur und beschränkter Internetzugang – die chinesische Regierung ist nicht zimperlich, was die Überwachung ihrer Bürger angeht. Mit den digitalen Armbändern für Schüler sind die Behörden jetzt aber offenbar über das Ziel hinausgeschossen. In den sozialen Medien des Landes rumort es, wie der britische Guardian berichtet.

Überwachung an der Schule: 3.500 digitale Armbänder für Schüler gekauft

Demnach soll eine Highschool im südlichen Guangdong Guangya 3.500 digitale Armbänder gekauft haben, um die Herzraten und physischen Aktivitäten der Schüler messen zu können. Außerdem soll darüber registriert werden können, wann ein Schüler sich während des Unterrichts meldet. Die Armbänder fungieren auch zur Überwachung des Aufenthaltsorts der Schüler. Damit soll etwa das Schwänzen von Unterricht unterbunden werden können.

Die Überwachungsgeräte hat sich die Schule umgerechnet rund 640.000 Euro kosten lassen – und mit dem Kauf der Armbänder eine heftige Reaktion in sozialen Netzwerken losgetreten. Auf dem Kurznachrichtendienst Weibo verglichen Nutzer die Armbänder für die Schüler mit Hunde-Trackern. Auch die britische Science-Fiction-Serie Black Mirror wird als Vergleich herangezogen. Eine Folge thematisiert etwa die Überwachung eines Kindes per eingepflanztem Chip.

Der Aufschrei in der Bevölkerung war offenbar so groß, dass die Schule sich gezwungen sah, ein Statement zu dem Thema herauszugeben. Demnach werde der Nutzen der Bänder noch überprüft. Außerdem müssten diese ja nicht die ganze Zeit getragen werden, hieß es. Auch die Meinungen von Schülern, Eltern, Lehrern und Experten würden gehört. Der Kauf der Armbänder ist laut der Schule im Rahmen eines Smart-Campus-Projekts erfolgt, das im vergangenen Jahr gestartet worden war.

Die Armbänder sind aber nicht das einzige Überwachungsinstrument, mit dem Chinas Schulen derzeit für Aufregung sorgen. Mindestens zehn Schulen in den südlichen Provinzen Guizhou und Guangxi sollen der Global Times zufolge schon auf smarte Schuluniformen setzen. Über diese Kleidungsstücke wird registriert, wann die Schüler das Schulgebäude betreten und wieder verlassen. Auch das soll das Schwänzen verhindern.

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