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Ungewöhnliche Strafe: Youtuber muss Verleumdungsurteil vor der Kamera verlesen

Dass es keine gute Idee ist, Menschen im Internet zu verleumden, musste nun ein spanischer Youtuber lernen. Ein Gericht verurteilte ihn zu einer ungewöhnlichen Strafe.

2 Min. Lesezeit
Der Youtuber beschwert sich über das Urteil auf Youtube. (Screenshot: t3n / Youtube)

Dalas Review, mit bürgerlichem Namen Daniel Santomé, ist ein spanischer Influencer, dem auf Youtube mehr als zehn Millionen Menschen folgen. Seine Videos haben also eine gewisse Aufmerksamkeit.

Drastische Vorwürfe über neun Videos haben Nachspiel

Diese Aufmerksamkeit hatte Santomé genutzt, um in insgesamt neun Videos den Vater seiner Ex-Freundin, der Streamerin Miare’s Project, mit bürgerlichem Namen María Rubio, zu verleumden. Laut der spanischen Zeitung El Diario hatte Santomé im Streit Rubios Vater ins Visier genommen und den Mann auf seinem Youtube-Kanal als „Missbraucher“, „Aggressor, der nur Scheiße im Kopf hat“ und „kranken Feigling, der nicht ganz richtig im Kopf ist“ bezeichnet. An einer Stelle behauptete Santomé, Rubios Vater „schlage gerne wehrlose Frauen auf der Straße“.

Dafür erhielt der Youtuber nun die Quittung. Ein Gericht verurteilte ihn zur Löschung der Videos und zur Zahlung eines Schadensersatzes von rund 12.000 Euro.

Der ungewöhnlichste Aspekt des Urteils ist indes, dass der Richter Santomé dazu verdonnert hat, das Verleumdungsurteil vier Wochen lang einmal wöchentlich laut auf seinem Kanal zu verlesen.

Dabei soll Santomés Bekanntheitsgrad in der Streaming-Szene bei der Entscheidung des Richters laut El Diario eine entscheidende Rolle gespielt haben.

„Es ist schwer zu glauben, dass jemand mit einem durchschnittlichen Intelligenzniveau denken könnte, dass er unter dem Vorwand der Redefreiheit all diese Beleidigungen, die von der RAE [Königlichen Spanischen Akademie, dem Dachverband der Sprache] als Beleidigungen anerkannt werden, frei in den sozialen Medien äußern und glauben könnte, dass die Zielperson sich nicht angegriffen fühlen und das System nicht reagieren würde“, schrieb der Richter in seinem Urteil.

Youtuber sieht sich ungerecht behandelt

Santomé zeigt sich unzufrieden. „Stell dir vor, dass sie deine Freundin vor deinen Augen schlagen, dass sie deinen Hund stehlen, dass sie dich jahrelang belästigen, und wenn du mit BÖSEN WORTEN auf diesen Typen reagierst, verurteilen sie dich zu einer Geldstrafe, weil du eine öffentliche Person bist“, twitterte der Youtuber auf Spanisch. „Das ist die Ungerechtigkeit, mit der ich mich heute abfinden muss.“

Seine Ex-Freundin hingegen feiert das Urteil und ruft alle von verleumdenden Inhalten Betroffenen auf, sich gegen ihre Verleumder zur Wehr zu setzen.

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