Ratgeber

User sind wichtiger als Designprinzipien

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Um Richtungswirkung zu entfalten, müssen Designprinzipien konkret sein

Anstatt hehre Designkriterien flauschig zu formulieren, ergibt es weit mehr Sinn, sich damit zu befassen, was der wichtigste Konsument des zu erstellenden Designs erhalten soll. Soll der User, sei es ein Kunde oder sonstiger Stakeholder, sich über eine schöne Optik freuen oder gilt es nicht doch, andere Ziele zu verfolgen und zu erreichen.

Nachdem letzteres wahrscheinlich ist, wäre es da nicht weitaus schlauer, man definierte Erwartungen in dieser Hinsicht? De Lafargue bringt als Beispiel Medium, die Plattform für Schreibwillige jedweder Couleur. Dort lautete das oberste Designprinzip:

We purposely traded layout, type, and color choices for guidance and direction. Direction was more appropriate for the product because we wanted people to focus on writing, and not get distracted by choice.

Frei übersetzt verzichtete Medium im Designprozess ausdrücklich zugunsten der Benutzerführung auf Möglichkeiten der Layout-Änderung durch eben die Benutzer. Medium wollte erreichen, dass sich die User auf das Schreiben konzentrieren und nicht durch im Vergleich unwichtige Layout-Optionen davon abgelenkt werden.

An einem solchen Prinzip konnten sich die Designer bei Medium problemlos orientieren. Bauen wir die Möglichkeit der Auswahl verschiedener Templates in unser Produkt? Nein, das lenkt den User nur ab. Damit kannst du jedenfalls mehr anfangen, als mit dem Prinzip, dass dein Design schön sein soll.

Klarer geht es nicht. (Bild: holwichaikawee / Shutterstock)

Wenn du dann noch mit zwei Prinzipien konfrontiert wirst, die sich gegenseitig ungünstig beeinflussen, etwa jenem, dass das Design schön sein soll und jenem, dass die Website schnell sein soll, wird es kritisch. Lafargue empfiehlt in solchen Fällen, Prioritäten zu implementieren. So könnte das Prinzip lauten, dass das Design auf jeden Fall zugunsten der Geschwindigkeit erstellt werden soll. So kann der Designer zu Entscheidungen kommen, wo er anderenfalls in Unsicherheit verweilte.

In diesem Sinne nützliche Prinzipien sind stets am Nutzer orientiert und lassen vage und interpretationsbedürftige Worthülsen gleich weg. Und damit gilt, dass User wichtiger sind als Designprinzipien oder umgekehrt: Ein gutes Designprinzip sollte stets den User fokussieren.

Quellen zum Weiterlesen

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