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Steam vor Gericht: Valve soll die Marktmacht seines Spiele-Stores ausgenutzt haben

Ein Indie-Entwickler wirft dem Steam-Betreiber Valve Marktmissbrauch vor. (Foto: Casimiro PT / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
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Während sich Epic Games vor Gericht mit Apple streitet, hat jetzt auch Steam-Betreiberfirma Valve eine Klage wegen zu hoher Store-Gebühren am Hals. Geklagt hat ein unabhängiges Game-Studio, das auch das Humble Bundle erfunden hat.

Vor einem Gericht im US-Bundesstaat Washington hat das Indie-Studio Wolfire Klage gegen Valve eingereicht. Das Spielestudio wirft Valve vor, mit dem digitalen Spiele-Store Steam eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen. Steam habe einen Marktanteil von 75 Prozent, wodurch Spieleanbieter kaum eine andere Chance hätten, als die eigenen Games darüber anzubieten und Valve 30 Prozent des Kaufpreises abzugeben. Als weiteren Beleg für Valves Marktmacht nennt Wolfire in der Klageschrift auch die gescheiterten Versuche von Microsoft und Electronic Arts, ihre Spiele von Steam zu entfernen, um die eigenen Marktplätze erfolgreicher zu machen.

Laut Klageschrift hat Valve ein Vetorecht, was die Preisgestaltung auf Steam angebotener Spiele betrifft. Will ein Spielestudio ein Game auf einem anderen Marktplatz günstiger anbieten, kann Valve das nach Angaben von Wolfire einfach ablehnen. Auch bei den als Steam-Key bekannten Download-Codes für Spiele behält sich Valve das Recht auf Preisparität vor und unterbindet damit den Verkauf zu einem günstigeren Preis.

Erhöhte Sichtbarkeit von rabattierten Games soll zu überhöhten Preisen führen

Außerdem kritisiert Wolfire, dass die Sichtbarkeit von Spielen auf Steam stark erhöht wird, wenn diese mit Rabatt verkauft werden. Dadurch würden viele Anbieter ihre Spiele zu künstlich überhöhten Preisen anbieten, um dann durch Rabattaktionen einer größeren Anzahl an Nutzerinnen und Nutzern vorgeschlagen zu werden. Darunter wiederum würden auch Spieler leiden, die dann außerhalb der Rabattaktionen überteuerte Preise zahlen müssten. Außerdem müssten diese Preise aufgrund des beschriebenen Vetorechts dann auch auf anderen Marktplätzen verlangt werden.

Im Januar hatte die EU-Kommission bereits eine Kartellstrafe in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar gegen Valve verhängt. Damals ging es allerdings nicht um die generelle Höhe der Verkaufsprovision; vielmehr störte sich die EU-Kommission daran, dass Steam-Keys an einzelne Länder gekoppelt werden konnten. Ein beispielsweise in Tschechien gekaufter Aktivierungsschlüssel für ein Spiel konnte daher nicht in Deutschland verwendet werden. Damit hatte Valve nach Ansicht der EU-Kommission gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

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Kritik an digitalen Marktplätzen wächst

Immer mehr Markteilnehmer stören sich daran, dass digitale Marktplätze in der Regel eine Provision in Höhe von 30 Prozent verlangen. Fortnite-Macher Epic Games klagt derzeit beispielsweise gegen Apple, die mit dem App-Store diesen Gebührenbeitrag als Marktstandard etabliert hatten. Epic Games selbst verlangt im eigenen Spiele-Marktplatz lediglich zwölf Prozent des Kaufpreises für sich. Auch Microsoft hat im Xbox-Store zumindest für PC-Spiele kürzlich die Gebühren von 30 auf zwölf Prozent gesenkt. Google wiederum verlangt seit März 2021 von kleineren App-Entwicklern im Play-Store nur noch 15 Prozent, sofern deren Umsätze unterhalb von einer Million Dollar liegen.

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Ein Kommentar
Alex
Alex

Die Kartellstrafe belief sich auf 1,6 Millionen Euro, nicht 1,6 Milliarden!

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