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Ratgeber

Verkaufen statt bewerben – was Jobsuchende von Verkäufern lernen können

Stapelweise landen Bewerbungen in den Unternehmen. Die Chancen auf Erfolg sind gering. (© Vasilyev Alexandr/Shutterstock)

Stapelweise landen Bewerbungen in den Unternehmen. In bester Absicht. Doch der Erfolg bleibt aus.

Da ist diese Stellenanzeige. Klingt irgendwie genauso wie die von letzter Woche: „Berufserfahrung, teamfähig, belastbar …“ Passt. Ansprechpartner: Frau Müller aus dem HR-Bereich. Also bewerben. Anschreiben etwas adaptieren. Unterlagen sortieren. Und ab in die Post. Was dann passiert? Du hast keine Ahnung. Und keinen Einfluss. Dabei geht es um dich! Doch deine Bewerbung verschwindet in einer Black Box. Und irgendwann kommt irgendetwas zurück. Daumen hoch oder runter. Aber es geht auch anders.

Die Schwäche liegt im System

Laut einer Gallup-Studie sind 2,3 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Job. Und dann sind da noch die mehr als 60 Prozent aller Arbeitnehmer, die unzufrieden an ihrem Arbeitsplatz ausharren. Eine ganz schöne Masse, die da auf dem Bewerbermarkt unterwegs ist. Um hier Erfolg zu haben, fahren Jobsuchende grundsätzlich zwei Strategien:

  1. Möglichst viele Bewerbungen verschicken. Ratgeber empfehlen bis zu 30 Stück pro Monat!
  2. Der Bewerbung einen auffälligen Schliff verleihen, um aus der Masse herauszustechen.

Die Absicht ist gut und die Hoffnung groß. Der Grund aber, warum die Erfolgsquote trotz der Anstrengungen so niedrig bleibt, ist: In dieser Konstellation unterliegt der Auswahlprozess zwei gefährlichen Größen: Willkür und Zufall. Der Arbeitgeber sitzt immer am längeren Hebel, und der Bewerber kommt sich wie ein Bittsteller vor. Nicht weil er nicht gut wäre, sondern weil das Auswahlsystem so undurchschaubar ist. Unternehmen kämpfen mit einer Flut an Bewerbungen, sodass Personaler die Unterlagen für die Vorauswahl nur noch flüchtig sichten können. Am Ende wird die Stelle besetzt, sicher, aber selbst das Wetter hat mehr Einfluss auf die Entscheidung als du.

Besser nach eigenen Regeln

Viele Jobsuchende unterliegen einem Automatismus: Sie fragen sich: „Hey, was gibt’s denn in der Region so für Jobs?“ Dann scannen sie die Stellenanzeigen durch. Alles, was so einigermaßen passt, picken sie raus und bewerben sich. Zusammen mit einem Haufen anderer Bewerber. Und wenn die Absagen eintrudeln, beißen sie die Zähne zusammen und kämpfen tapfer weiter. Doch: Wenn 100 Bewerbungsmappen keinen Erfolg gebracht haben, wird es die 101. auch nicht tun. Noch mehr vom Gleichen wird nicht helfen. Selbst eine Initiativbewerbung hat in der Regel nicht den durchschlagenden Erfolg. Denn auch wenn sie zunächst aus der regulären Bewerbungsphase ausschert, so reiht sie sich doch – sobald sie im HR-Büro gelandet ist – wieder in den gleichen unsäglichen Prozess ein.

Aussichtsreicher als das gängige Bewerbungsverfahren immer und immer wieder zu durchlaufen, ist es, sich ernsthaft über die eigenen Wünsche klar zu werden. Nicht die Stellenausschreibung ist wichtig. Nicht abhaken, was irgendein Unternehmen von dir erwartet, sondern du als Produkt bist entscheidend. Klingt vielleicht ungewohnt, trifft aber den Kern. Denn wenn du deine Fähigkeiten und Leidenschaften klar benennen kannst, dann brauchst du nicht mit 100 anderen Anglern um einen Karpfen zu konkurrieren. Dann angelst du ganz allein in einem Teich voller Fische.

Die folgenden Fragen helfen dir, den passenden Job zu finden:

  1. Was kann ich besonders gut? Besser als andere.
  2. Für wen ist das gut? Wer braucht das, was ich besonders gut kann?
  3. Wer ist mein Lieblingskunde?
  4. Wo liegt mein Preis?

Merkst du den Unterschied? Du hast etwas zu bieten. Du gehst aktiv auf den Markt und du suchst dir jemanden, der von deinem Produkt einen hohen Nutzen hat. Jemanden, der zu dir passt. Wenn du so denkst, agierst du wie ein Verkäufer – nicht wie ein Bittsteller. Und als Verkäufer gehst du jetzt los und akquirierst deinen Wunsch-Kunden.

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