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Ratgeber

Website-Relaunch: So sieht ein sinnvoller Ablauf aus

(Grafik: Shutterstock)

Ein Website-Relaunch ist kein Kinderspiel, es gibt etliche Stolperfallen und Risiken. Wir erklären euch, worauf ihr achten solltet und beschreiben den Ablauf vom Briefing bis zur nachträglichen Betreuung.

Ein Relaunch ist nicht immer schnell gemacht – ganz im Gegenteil. Oft bringt er einiges mehr an Arbeit mit als gedacht. Besonders aufwändig wird es, wenn zum Beispiel auch ein Domain-Umzug ansteht oder ein Responsive-Design hinzugefügt werden soll.

Im Interview mit Christian Lang und André Köbel, Inhaber der Wordpress-Agentur Endcore, haben wir uns nach den Tücken und Abläufen erkundigt und gemeinsam einen Guide erstellt, vom Kundengespräch über die Entwicklung bis hin zur Betreuung nach der Projektübergabe.

Der Website-Relaunch: Das Briefing

(Grafik: Shutterstock.com)

Zuerst erfolgt das Briefing mit dem Kunden, in dem unter anderem festgelegt wird, welches primäre Ziel verfolgt wird, wie bestehende Inhalte übernommen werden, ob neue Texte erstellt werden müssen oder wer das Bildmaterial liefert. Oder ist sogar ein Shooting nötig? Ebenso werden Layout-Fragen geklärt: Ist ein Logo vorhanden oder muss ein neues erstellt werden? Das Gleiche gilt für das Corporate-Design.

Besonders wichtig sind technische Anforderungen: Welche Kontaktmöglichkeiten soll es geben – dazu zählen auch Social-Media-Verknüpfungen. Genauso wichtig: Wird ein Content-Management-System (CMS) verwendet? Wenn ja, welches? Und dann sind da auch noch Fragen wie: Soll die Website responsive sein und darf oder soll zum Beispiel Google Analytics verwendet werden?

Während des Relaunchs sollte der Kunde auch entscheiden, ob die Besucher über den Relaunch informiert werden sollen. Das kann zum Beispiel durch eine Vorschaltseite oder mit einem kleinen Hinweis auf der bestehenden Website passieren – dadurch kann vom Besucher Feedback zur aktuellen Website eingeholt werden.

Der Design-Prozess

Angenommen, es besteht ein Corporate Design, dann werden die vorgegebenen Farben, Schriften und weitere Stilelemente übernommen. Ohne vorhandenes Corporate Design sollte mit dem Kunden festgelegt werden, welche Farben, Schriften und Formen verwendet werden – davon kann sich anschließend das Corporate Design ableiten.

Wie das Design angegangen wird, ist von der Größe des Projekts abhängig. Bei größeren Projekten ist es sinnvoll, mit einem Wireframe oder Mockup zu starten, um zunächst eine Struktur festzulegen und ein erstes Gefühl für das neue Layout zu bekommen. Bei kleineren Projekten wäre das allerdings ein zu großer Zeitaufwand, hier kann direkt mit dem Layout begonnen werden.

Bevor direkt ein vollständiges Layout erstellt wird, sollten die Grundelemente, die sich regelmäßig wiederholen, festgelegt werden – zum Beispiel der Header, Bühnen, Buttons, Sidebars und der Footer. Das hat den Vorteil, bei spontanen Kundenwünschen nicht das komplette Design verwerfen zu müssen, sondern Schritt für Schritt das Design bestätigen lassen zu können.

„Wir bieten dem Kunden zwei Korrekturphasen an.“

Wie und mit welchen Tools das Layout letztendlich umgesetzt wird, ist dagegen individuell verschieden. Die meisten setzten auf Tools wie Photoshop und Sketch – beliebt sind aber auch umfangreiche Prototyping-Tools, damit lassen sich gleich interaktive Dummys erstellen.

Oft können sich Kunden nämlich nicht vorstellen, wie die Website später wirkt. Eine Website lebt von den Interaktionen, daher ist es sinnvoll, möglichst früh eine Entwicklungsumgebung für den Kunden zu erschaffen, um ihm einen Eindruck der Usability und vom Interface zu geben – aber auch für einen selbst, um frühzeitig Fehler zu erkennen.

Die Umsetzung des Website-Relaunch

(Foto: Shutterstock.com)
(Grafik: Shutterstock.com)

Während der Entwicklung des Projekts sollte die Umsetzung auf einer Subdomain oder einem anderen Server erfolgen. Der muss allerdings gesperrt sein – zum Beispiel mit einem Passwortschutz –, damit wirklich niemand auf die Seite kommt und sie nicht indexiert wird.

Ob mit der Umsetzung begonnen wird, sobald ein Screen abgenickt wurde oder sobald das komplette Design freigegeben ist, ist abhängig von der Größe des Projekts. Bei großen Projekten ist es ratsam, abzuwarten, bis das Design ganz abgesegnet wurde, bei kleineren kann man parallel mit der Umsetzung beginnen. Aber Vorsicht, die frühzeitige Umsetzung kann auch Risiken mit sich bringen – nachträgliche Designänderungen, nachdem der Kunde einen Screen freigegeben hat, sind keine Seltenheit.

Vom Projekt hängt auch ab, wie die Umsetzung erfolgt – ob ein fertiges Template verwendet wird oder die Seite statisch umgesetzt wird. Um bei der Umsetzung Missverständnisse zwischen Designern und Frontend-Entwicklern zu vermeiden, ist ein Style-Guide, der zum Beispiel Schriften, Farben, Abstände und Verläufe beschreibt, sehr hilfreich.

Nach der Umsetzung erfolgt gegebenenfalls die Dynamisierung in ein CMS. Tipp: Wenn ihr euch für ein CMS entscheidet, dann achtet darauf, dass sowohl ihr als auch der Kunde sich damit wohl fühlt und einfach damit arbeiten kann. Besonders bei der Umsetzung können oft Fehler auftreten und nachträgliche Designänderungen anfallen, deswegen hier unbedingt ausreichend Zeit einplanen.

Der Umzug

Der Umzug ist die größte Hürde. Die meiste Arbeit entsteht eigentlich erst in diesem Schritt. Hier ist eine gute Planung das A und O. Eine Checkliste sollte auf jeden Fall vorhanden sein und eine Generalprobe kann vor bösen Überraschungen schützen.

Bevor der Umzug beginnt, solltet ihr sicherstellen, wann am meisten und wann am wenigsten Traffic herrscht und den Umzug so planen, dass der Besucher währenddessen möglichst nicht auf einer Fehlerseite landet.

Einer der wichtigsten Schritte beim Relaunch ist der Redirect – vor allem, wenn die Seiten-Struktur verändert wurde. Dann bitte weitere Schritte wie Kontaktformulare auf die richtige Zieladresse, Social-Media-Integrationen, RSS-Feeds und SEO-Settings überprüfen. Eine ausführliche Liste mit Schritten für einen Website-Relaunch mit Domainumzug findest in diesem Artikel.

Vor dem Relaunch ist nach dem Relaunch

Mit der Projektübergabe ist allerdings noch lange nicht alles getan, oft sind noch Wochen nach dem Relaunch kleine Nacharbeiten fällig. Im besten Fall bestehen die nicht aus Bugs, sondern kommen vom Kunden und können zum Beispiel kleine Designänderungen sein oder der Kunde möchte sein Benutzer-Feedback umsetzen lassen.

Durch die zunehmende Anzahl an Endgeräten gibt es ständig neue Wünsche vom Kunden. Die Website muss jetzt nicht nur auf Desktop, Tablet und Smartphone gut aussehen, auch Smartwatches werden immer interessanter. Und wer weiß, wo eine Website demnächst noch ausgegeben wird.

Also: Um nicht in Zeitverzug zu kommen oder böse Überraschungen während und nach dem Projekt zu erleben, sollten alle Phasen sorgfältig Schritt für Schritt durchdacht werden und eine realistische Zeiteinschätzung erfolgen.

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8 Reaktionen
Paul

Der Artikel gibt einen guten Einblick zum Ablauf.
Aus unserer Erfahrung (bei NetFederation) geraten Fachliche Anforderungen oft in den Hintergrund und werden zu wenig hinterfragt. Man befindet sich schnell in einem Lösungsszenario und macht zu viele Kompromisse bei der Unterstützung der redaktionellen und Service Prozesse.

Wie dies schön ausgedrückt wurde "Vor dem Relaunch ist nach dem Relaunch". Auch ein guter Artikel zu dem Thema https://marketing.gelbeseiten.de/Digitalisierung/Digitale-Transformation/Release-statt-Relaunch-Warum-digitale-Investitionszyklen-keinen-Sinn-ergeben

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broschart

Jenseits der technischen Aspekte bietet der Relaunch auch die Möglichkeit, den Content an relevanten Stellen zu überarbeiten. Dies wird auch in Bezug auf eine nutzerzentrierte Ausrichtung, sowie im Rahmen einer Suchmaschinenoptimierung immer wichtiger. Zu diesem Thema haben wir kürzlich die folgende Publikation veröffentlicht:
https://www.amazon.de/Relaunch-Dopamin-Framework-Webdesigner-Konzepter-erfolgreich/dp/3645605878/

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Ventzke Media

Super Artikel über den Prozess des Relaunches.

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Uwe Uhrig

Sehr guter Beitrag. Wir hatten nach unserem letzten Website-Relaunch große Probleme mit Hackerangriffen zu kämpfen - wir haben joomla im Einsatz - wie kann man solche Angriffe verhindern?

Gruß Uwe

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Oliver Schwarz

Je beliebter und verbreiteter ein CMS desto größer die Gefahr für Hackerangriffe. Bei WordPress, Joomla und Co. hilft da nur, alle Updates (auch von den Modulen) sehr zeitnah einzuspielen. Mit selbstgestrickten CMS hat man die Probleme in der Regel nicht. Trotzdem spricht unterm Strich das meiste für die weit verbreiteten Systeme.

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Oliver Schwarz

Der Artikel ist prima. Gute Zusammenfassung. Wir haben zu dem Thema vor ein paar Tagen auch mal was veröffentlicht: http://www.schwarzdesign.de/news/website-relaunch-12-tipps

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Oliver Schwarz

Gute Anmerkung! M.E. muss bei der CMS-Wahl auch bedacht werden, daß jedes CMS seine eigenen Stärken und Schwächen hat. Je nach individueller Anforderung ist dann z.B. WordPress, Drupal oder was auch immer sinnvoll. Exotische Systeme führen darüber hinaus unterm Strich zu einer ähnlichen Dienstleister-Abhängigkeit wie die selbstgestrickten Systeme.

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Sebos

Gute Zusammenfassung, aber wenig Neues für "alte Hasen". Wichtig finde ich Betonung der CMS-Wahl. Hier hakt es erfahrungsgemäß oft. Da wird zu oft noch auf ein "one-size-fits-all" CMS gesetzt. Gern natürlich auch exotische Eigenentwicklungen, um den Kunden zu binden. Hatte kürzlich z.B. einen Kunden, dem hat die Agentur letzten Herbst noch ein Typo3 für seine 5 Einzelseiten umfassende Webseite hingebaut. Der hat die Webseite nie angefasst, weil sie das System laut ihm so schrecklich kompliziert war. Er wandte sich dann hilfesuchend an mich. Da sehe ich noch deutlich Potenzial auf Agenturseite.

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