Kolumne

Welche SIM sollten digitale Nomaden nutzen?

(Grafik: t3n)

Wer als Digital Nomad unterwegs ist, braucht ein Smartphone. Aber worauf sollte man bei den SIM-Karten achten? Eine Nummer braucht man nicht nur, um erreichbar für Freunde oder Kunden zu sein, sondern auch fürs Onlinebanking, die Krankenversicherung und mehr.

Wo soll ich anfangen? Vielleicht damit: Prepaid-SIM-Karten aus Deutschland funktionieren nur selten im Ausland – okay, in Europa vielleicht, aber nicht in Afrika, Südost-Asien oder Südamerika. Eine Mobilnummer wird aber leider oft benötigt. Besonders beim Onlinebanking. Gerade nachdem sich kürzlich einige Gesetze dazu geändert haben. Seinen festen Vertrag sollte man ja besser kündigen – wegen Steuer und Finanzamt. Was also tun?

Aus Kostengründen

Immer eine lokale SIM-Karte besorgen, Prepaid. Unglaublich, wie günstig man damit telefonieren und surfen kann – auch nach Deutschland. Das ist oft günstiger als in Deutschland selber. Pro Minute von Vietnam nach Deutschland – je nach aktueller Aktion etwa zwölf Cent. Kostentechnisch lohnt sich also eine lokale SIM. Dann steht man aber vor dem Problem, alle naselang eine neue Nummer zu kommunizieren, was etwas nervig sein kann. Gehört aber dazu und viele Menschen gewöhnen sich daran – Anrufer wie Angerufene.

Aus praktischen Gründen

Wie erwähnt muss man fürs Onlinebanking eine Mobilfunknummer hinterlegen. Das kann auch eine ausländische sein, kein Thema. Nur, hier wird es tricky … Ich versuche mal, das einfach zu erklären. Bei meiner Bank habe ich derzeit eine thailändische Nummer hinterlegt. Jedes Mal, wenn ich mich beim Onlinebanking einloggen will (ich rede alleine nur vom Einloggen), kriege ich dafür eine Bestätigungs-SMS mit mTAN zur Authentifizierung/Verifizierung. Gehe ich jetzt nach Kambodscha über die Grenze und hole mir dort eine lokale SIM, ist das kostentechnisch fein, meine thailändische SIM funktioniert aber nicht mehr. Jetzt will ich mich einloggen, um meine neue Nummer zu hinterlegen – Fehlanzeige, denn die SMS geht ja an die thailändische SIM. Vorher kann ich das noch nicht machen, da ich ja meine neue Nummer noch nicht kenne. Und dann stehe ich dumm da.

Okay, ich kann mir direkt am Grenzübergang sofort eine neue SIM besorgen, und es dann erledigen, weil ich noch Reichweite ins Thai-Netz habe. Geht aber nur, wenn man im Minibus über die Grenze fährt. Und wenn der Fahrer geduldig auf mich wartet. Wer fliegt … dem bleibt nichts anderes als eine Mail an den Kunden-Support zu schicken mit der Bitte, die Nummer zu ändern. Das machen manche Banken. Aber auch das kann dauern. Für diese Problematik (die auch Dauerthema in vielen Foren ist) gibt es mehrere Lösungen.

Fremden Vertrag nutzen

Das ist vielleicht die simpelste Lösung. Bevor man in die Welt zieht, einen guten Freund oder jemanden aus der Familie bitten, einen Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter abzuschließen – auf dessen Namen. Da reicht der günstigste Tarif, es geht ja nur darum, SMS zu erhalten. Dann entweder ein Dual-SIM-Phone nutzen oder einfach bei Bedarf eben die SIM austauschen. Für Telefonate, surfen, Mails und Co. nutzt man die lokale SIM. Und: Gerade wenn es um Jobs geht – viele deutsche Unternehmen und Agenturen legen da großen Wert darauf, warum auch immer –, ist eine deutsche Nummer oft ein Plus. Besonders in der Akquisephase. Das sind ein paar Euro im Monat, die für diesen Vertrag und diese Nummer draufgehen, aber das lohnt sich, denn man ist autonom.

Fremde Nummer angeben

Die Nummer eines Freundes oder Familienmitglieds in Deutschland hinterlegen. Erfordert natürlich Vertrauen … Und jedes Mal, wenn man die deutsche Nummer braucht (Onlinebanking lässt grüßen), mit diesem Menschen telefonisch in Kontakt sein. Oder Whatsapp, Facebook, Line oder … Hauptsache, der andere ist dann online und schnell bei der Sache – eine mTAN ist meist nur wenigen Minuten gültig. Sprich: Ihr geht online, wollt euch irgendwo einloggen. Euer Freund kriegt die mTAN und schickt sie sofort weiter an euch, ihr gebt sie ein und fertig. Etwas aufwendiger, aber günstiger – weil kostenlos.

Google Fi

Die einen halten das für einen der größten Ripoffs, andere schwören darauf. Funktioniert angeblich wunderbar in fast allen Ländern. Kostet aber auch ganz ordentlich. Einziger Vorteil, den ich darin sehe, ist, dass man nicht andauernd SIM-Karten besorgen und austauschen muss. Doch ganz im Ernst: Alle paar Wochen oder Monate mal eine SIM zu tauschen, ist kein Beinbruch und rechtfertigt nicht die Kosten von Google Fi, zumal es ja auch die anderen Möglichkeiten gibt. Aber wem es gefällt … Apropos andere Möglichkeiten: Neben Google Fi gibt es noch eine Reihe anderer Anbieter. Doch auch die sind, was Preise und Leistungen angeht, auch happig.

Mein persönlicher Tipp

Bevor ihr euch auf die Socken macht, sprecht mit eurer Bank und euren Kunden. Wenn diese schon im Vorfeld informiert sind, dann ist das so gut wie kein Problem, wenn ihr ständig eure Nummer ändert und dies per Mail mitteilt. Lokale SIM-Karten sind einfach besser und viel günstiger. Wenn Google Fi und Konsorten damit werben, dass XYZ Gigabyte an Daten in den 20 bis 40 Dollar monatlich enthalten sind – hey … WLAN (oder im Ausland Wifi, ausgesprochen: Wifffiii) gibt es an jeder Ecke, selbst in der Laundry oder im Minibus. Wenn ich mir eine lokale SIM hole, verzichte ich immer auf ein Data-Package, und nehme nur Telefonie. Sollte ich dann mal 50 Gigabyte verschicken müssen, gehe ich einfach ins nächste Café. Spart euch das Geld.

Cheers, Rob

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3 Kommentare
Chris
Chris

Sorry aber den Part „Seinen festen Vertrag sollte man ja besser kündigen – wegen Steuer und Finanzamt.“ habe ich nicht ganz verstanden, oder stehe ich gerade auf der Leitung.

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Bezüge zu Deutschland machen das Finanzamt immer neugierig. Stichwort „Bedingte Steuerpflicht“. Selbst ein Schlüssel zum Elternhaus kann ausreichen um eine Steuerpflich in DE zu begründen.

Antworten
Chris
Chris

Das betrifft aber dann nur die Leute die sich aus Deutschland abmelden?

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