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Mit KI und Abomodell: Wie Whisper den Hörgerätemarkt umkrempeln will

(Foto: Pixel-Shot/Shutterstock)

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Das US-amerikanische Startup Whisper will mit seinen Hörgeräten nicht nur die Lebensqualität von Menschen verbessern. Die Technik soll auch bezahlbarer sein.

Die Technik von Hörgeräten hat in den letzten Jahrzehnten keine großen Fortschritte gemacht – okay, die Geräte selbst sind kleiner, leichter und widerstandsfähiger geworden. Aber an der grundlegenden Funktionsweise – der Technik hinter der Technik – hat sich seit den ersten mechanischen Hörgeräten von um 1900 nichts verändert. Das will ein Startup aus Kalifornien jetzt ändern – und bietet auch noch ein innovatives Bezahlmodell an.

Whispers Hörgeräte setzen auf KI

Herkömmliche Hörgeräte funktionieren – stark vereinfacht ausgedrückt – wie ein Lautstärkeregler an einer Stereoanlage. Sie nehmen Geräusche in der Umgebung des Trägers oder der Trägerin wahr und geben sie lauter wieder. Natürlich trennen Filter Unwichtiges von Wichtigem – Hintergrundlärm von Sprache, beispielsweise –, aber diesen digitalen Mechanismen sind nicht zuletzt durch die geringe Größe der Hörgeräte Grenzen gesetzt.

Das US-amerikanische Startup Whisper wählt hier einen neuen Ansatz: Neben den eigentlichen Geräten, die im Ohr beziehungsweise den Ohren getragen werden, gehören noch eine Brain genannte Sound-Separation-Engine und eine App zum System. Whispers Brain setzt dabei auf künstliche Intelligenzen, deren Algorithmen die Geräuscherfassung in Echtzeit verarbeiten und optimieren. Die so bearbeiteten Geräuschimpulse werden dann an das Gerät im Ohr geschickt und wiedergegeben. Gleichzeitig lernt die KI immer weiter dazu und verbessert sich so ebenfalls.

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Whispers Hörsystem setzt sich aus den Hörgeräten selbst, einer App und dem Brain genannten „Rechenzentrum“ zusammen. (Screenshot: Whisper/t3n)

Die Technik ist nicht neu, die Idee schon

Die Sound-Separation-Engine in Whispers Brain arbeitet mithilfe von Segmentierung. Eine KI analysiert dabei ähnlich wie bei einem Foto, welche Elemente vorhanden sind. Auf dem Foto erkennt die KI dann einen Hund, eine Wiese, ein Haus, vielleicht noch Vögel oder Wolken am Himmel. Ähnliches ist auch bei Geräuschen möglich, wenngleich es dort auch komplizierter ist, weil Töne sich überlappen können und quasi ein dreidimensionales Bild erzeugen. Die von Whisper eingesetzten Methoden und Prozesse – Natural-Language-Processing, Geräuscherkennung, Segmentierung und das „Freistellen“ von Geräuschen – sind dabei nichts Neues. Sie kommen teilweise auch in Smartspeakern zum Einsatz.

Anders sieht es da schon aus mit dem Geschäftsansatz, den Whisper verfolgt. Der erinnert eher ans Silicon Valley als an althergebrachte Hersteller medizinischer Hilfsmittel: Kundinnen und Kunden kaufen nicht einmalig für einen – im Falle von Hörhilfen verhältnismäßig hohen – Geldbetrag die Geräte, sondern mieten sie über ein Abomodell für zunächst drei Jahre. Das verteilt nicht nur die Kosten auf einen längeren Zeitraum – aktuell liegen sie bei 139 US-Dollar im Monat –, sondern ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern auch, Software-Updates zu empfangen und hält die Technik so auf dem neuesten Stand. Sind die drei Jahre abgelaufen, erhält die Hardware bei einer Aboverlängerung ein Upgrade.

Auch Dwight Crow, Mitgründer von Whisper, scheint Idealismus übers Geldverdienen zu stellen. Auf die Frage von The Next Web, warum er seine Technologie nicht beispielsweise für Spionagetechniken beim Pentagon vermarkte, antwortet er, mit Whisper ergäbe sich eben die Chance, Menschen zu helfen.

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