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Ratgeber

Willensstärke in Projekten: Diese Dinge machen dich produktiver

Du kannst die neuesten Erkenntnisse in Sachen Willensstärke nutzen, um deine Arbeit produktiver zu gestalten und Projekte effizienter, oder überhaupt, umzusetzen. So erreichst du dein Ziel auf die elegante Tour!

Von Martina Pahr
4 Min.
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Foto: Ana D / Shutterstock

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Eine gute Nachricht vorneweg: es sind meist nicht Intelligenz oder harte Ellbogen, dank derer du ein Projekt zum erfolgreichen Abschluss bringst, sondern die gute alte Willensstärke. Hat man sie nicht, ist das aber auch kein Problem, weiß die neueste Hirnforschung. Denn man kann diese Kompetenz tatsächlich aufbauen wie einen Muskel. Klingt vielleicht zu gut, um wahr zu sein – hat sich aber schon vielfach bewährt.

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Die Business-Coaches Gerst und Stritzelberger haben die aktuellen Erkenntnisse in Seminarform gebracht, getestet, optimiert und schließlich als Buch veröffentlicht:„Willensstärke: Energien freisetzen und Ziele erreichen*“ .

1. Keine Charakterschwäche, sondern Bio-Programme

Schön zu hören: Es gibt keinen angeborenen, unveränderbaren Mangel an Willensstärke. Nur ein uraltes biologisches Verhaltensprogramm, das für unser Überleben in der prähistorischen Prärie sorgt. Faul und feige, süß und fettig waren da die ausschlaggebenden Faktoren, um Energie zu schonen, Polster anzulegen und so den nächsten Sonnenaufgang zu erleben. Der präfrontale Cortex im Hirn, wo wir Entscheidungen treffen, die nicht sofort, sondern langfristig Ergebnisse zeigen, kam erst viel später in der Evolution. Dass er es dadurch schwer hat, sich zu behaupten, merken wir immer dann, wenn das Sofa mehr lockt als das Studio, der Kneipenabend lauter ruft als die Karriere. Das beweist lediglich, dass unsere biologischen Überlebensprogramme funktionieren – und längst nicht, dass wir müde Hänger sind.

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Konsequent früher am Arbeitsplatz erscheinen als sonst zeugt von Willensstärke. (Foto: d8nn / Shutterstock)

Konsequent früher am Arbeitsplatz erscheinen als sonst zeugt von Willensstärke. (Foto: d8nn / Shutterstock)

2. Die elegante Tour bringt mehr als die harte

Wer meint, im Konflikt „Sofa oder Studio“ mit Härte, Disziplin und Selbstvorwürfen Ergebnisse zu erzielen, hat sich getäuscht. Schmerz wirkt auf die wenigsten verführerisch, und Vorwürfe reizen Trotzverhalten und den Griff zum Trösterchen. Locke deine Willensstärke mit zärtlichen Worten, statt auf sie einzuschreien! Dabei hilft dir der Botenstoff Dopamin des Nervensystems, der für das „Haben-will“ zuständig ist, indem er uns zuflüstert, wie toll wir uns fühlen werden, wenn wir den Eisbecher gegessen oder das neueste iGimmick gekauft haben. Verknüpfe das Dopamin mit deinen Zielen: Male dir das selbsterarbeitete Seminar-Konzept, den lukrativen Auftrag in den schönsten Farben aus, so dass der bloße Gedanke daran dopamin-geschwängerte Gefühle der Begehrlichkeit auslöst. Je größer, je attraktiver – desto besser. Und schon wird sich jede Entscheidung, die dich diesem Ziel näherbringt, ebenfalls richtig gut anfühlen, so dass deine Willenskraft ein leichtes Spiel hat, sie durchzusetzen.

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3. Eine kleine Übung mit weitreichenden Folgen

Unser Hirn kann sich unser ganzes Leben hindurch weiterentwickeln. Wenn ein bestimmter Bereich regelmäßig genutzt wird, entstehen dort neue Nervenzellen samt neuer Verbindungen. So auch in unserem Freund, dem präfrontalen Cortex: Je mehr Willensentscheidungen du triffst, desto mehr graue Masse entsteht dort. Nutze das für dich, indem du eine kleine Übung wählst, die fordernd, aber doch nicht allzu heftig ist. Nimm dir beispielsweise vor, jeden Tag eine Viertelstunde eher am Schreibtisch zu sitzen. Und zieh es durch. Anfangs kostet es vielleicht noch Überwindung, aber du wirst merken, dass es dir immer leichter fällt. Dann wählst du eine Übung ein Level drüber. Mit jedem Mal, wo du dich für die Einhaltung dieser deiner eigenen Regel und gegen deine Bequemlichkeit entscheidest, wirst du willensstärker. Und wirst erstaunt feststellen, dass sich dies auch in anderen Bereichen deines Lebens auswirkt – du Post sofort beantwortest, keine Termine mehr auf die lange Bank schiebst und insgesamt produktiver wirst.

4. Schaffe optimale Voraussetzungen für die Zielerreichung

Obwohl das vielbemühte Multitasking als Mythos enttarnt wurde, wähnen sich viele noch im Glauben, sie seien produktiver, je mehr Dinge sie gleichzeitig stemmen. Doch Halt: Deine Willensstärke multipliziert sich nicht mit der Anzahl deiner Projekte, sondern verteilt sich gleichmäßig auf sie. Also konzentriere dich auf ein Ziel, dass du dafür konkret mit sämtlichen Daten und Meilensteinen verankerst. Rechne damit, dass Hindernisse auftauchen werden (das werden sie, versprochen), und überlege im Vorfeld, wie du dann reagieren wirst. Was auch immer jetzt ankommt, wird dich nicht zum Abblasen des Projekts zwingen. Und wenn dich mal ein Rückfall erwischt – geschenkt! Kein Grund für einen Abbruch. Aufstehen, Willenskraft abklopfen und morgen wieder neu an den Start gehen.

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Sinnfreies surfen, verschwendet unnötig Zeit. (Foto: Georgejmclittle / Shutterstock)

Sinnfreies surfen verschwendet unnötig Zeit. (Foto: Georgejmclittle / Shutterstock)

5. Schonung der Ressourcen

Willenskraft, so stark sie ist, ist nicht unerschöpflich. Jede Entscheidung, die du triffst, bedient sich an ihr. So sagst du zehn Mal nein und dann doch beim elften Mal ja – weil diese Ressource irgendwann erschöpft ist. Und wir treffen täglich unzählige von Entscheidungen. Morgens am Schreibtisch: gleich Kaffee oder später? Musik an oder aus? Gleich arbeiten oder erst ein wenig surfen? Auf diesen Link klicken – oder nicht? Schnell mal die Pizza für den Mittag online ordern? Welcher Lieferdienst, welcher Belag… Es nimmt kein Ende.

Also identifiziere, eliminiere oder reduziere alles, was deine Willensstärke schwächt. Schaffe Routinen, die dir Entscheidungen abnehmen. Keine Werbebeschallung im Auto, kein Öffnen von Spam-Emails, kein sinnfreies Surfen. So bleibt dir am Ende des Tages noch genügend Willenskraft für wirklich wichtige Entscheidungen erhalten.

Ganz wichtige Routine: Vor jeder Entscheidung erstmal einen tiefen Atemzug nehmen und durch eine Mini-Meditation zur Ruhe kommen. Und dann fragen: Bringt mich das meinem Ziel näher? Und falls nicht: Ist es das wert?

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Kommentare (1)

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E.

Sehr gute Tipps. Vielen Dank Martina :)

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