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Ratgeber

Wortschatz vergrößern: So bringst du deine Eloquenz auf Hochtouren

(Foto: istockphoto.com)

Wie groß ist mein Wortschatz überhaupt und wie kann ich ihn schnell und einfach vergrößern? Tipps für mehr Eloquenz.

Vergesst den Wortschatz-Test

Schon gehört? Eine neue Sau wird durchs Social Web gejagt: Seit Tagen schon teilen Tausende Facebook-Nutzer stolz ihre Ergebnisse beim „Online Test zur deutschen Wortschatzgröße“. Ein geniales wie simples Prinzip: Der Nutzer muss aus jeweils vier Lösungsvorschlägen abwechselnd das richtige Synonym beziehungsweise Antonym zu vorgegebenen Wörtern wählen. Abschließend wird angeblich ausgewertet, wie groß der deutsche Wortschatz des Spielers ist. Sätze wie „Du bist wie Johann Wolfgang von Goethe! Du kannst sogar neue Wörter erfinden, die den deutschen Duden erweitern“, sind keine Seltenheit, nein, eigentlich sind sie sogar die Regel.

Auch wenn die Macher der Seite vorgeben, die Tests seien „durch wissenschaftliche Forschung und Auswertung von Online-Ressourcen erstellt“ worden, darf die Aussagekraft der Ergebnisse stark bezweifelt werden. Die Autoren von Online-Marketing-Rockstars sprechen von reinen „Fantasie-Werten“, bis auf wenige Ausnahmen seien die Fragen extrem einfach. Das ist wohl auch gewollt, da positive Testergebnisse vom Nutzer eher verbreitet werden als schlechte.

Der aktive Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers umfasst maximal 15.000 Wörter. Diesen kann man trainieren. (Foto: istockphoto.com)
Der aktive Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers umfasst im Schnitt maximal 15.000 Wörter. Diesen kann man mit verschiedenen Übungen trainieren. (Foto: istockphoto.com)

Der Erkenntnisgewinn für Nutzer ist jedenfalls gering: Was sollen 50 einfache Fragen auch aussagen über die Größe des Wortschatzes? Um halbwegs valide Ergebnisse zu erzielen, müsste der Test nicht nur umfangreicher sein, er müsste zudem auch Fremdwörter abfragen und bestenfalls sogar auf das Multiple-Choice-Verfahren verzichten. Viel interessanter ist ohnehin die Frage, wie sich der eigene Wortschatz überhaupt wirksam vergrößern lässt. Gibt es Tipps und Strategien?

Aktiver und passiver Wortschatz

Dazu muss man wissen: Es gibt zwei Arten von Wortschätzen, den aktiven und passiven. Der aktive Wortschatz umfasst alle Wörter, die wir im Alltag auch tatsächlich beim Sprechen und Schreiben verwenden. Zum passiven Wortschatz zählen hingegen alle Wörter, die man beim Lesen oder im Gespräch erkennt und versteht. Diesen erweitert man ständig und unbewusst. Bei deutschen Muttersprachlern wird der Umfang auf zwischen 10.000 und 100.000 Wörter geschätzt.

Schwieriger ist es beim aktiven Wortschatz: Von vielleicht 100.000 passiv im Kopf gespeicherten Wörtern setzen wir nach Schätzungen im Schnitt nur 8.000 bis maximal 15.000 Wörter wirklich ein. Vor allem ein großer aktiver Wortschatz trägt aber dazu bei, in Gesprächen mit Eloquenz zu punkten und eine virtuose Schreibe an den Tag zu legen. Wie sich der Wortschatz effektiv trainieren lässt, zeigen die folgenden Tipps.

Lies anspruchsvolle Bücher

Wer regelmäßig ein Buch in die Hand nimmt, kann seinen Wortschatz wirksam trainieren. Aber Vorsicht: Leichte Lesekost genügt nicht. Blick auch mal über den Tellerrand hinaus und trau dich, anspruchsvolle Literatur aus verschiedenen Genres zu lesen. Probier zur Abwechslung statt einem Krimi von Stephen King doch mal die Biographie eines Politikers oder ein wissenschaftliches Sachbuch aus. Je mehr unterschiedliche Wörter auf dein Gehirn einprasseln, desto größer der Lerneffekt.

Wende die Notiz-Methode an

Wer viel liest und nichts behält, ist wie jemand, der jagt und niemals fängt, besagt ein deutsches Sprichwort. Um also neu in Büchern oder Texten entdeckte Wörter nicht so schnell zu vergessen, hilft es, die folgende Notiz-Methode anzuwenden:

Notiere jedes Wort, das du nicht kennst oder selten benutzt, auf einem Zettel. Aus dieser Wortliste wählst du anschließend drei Wörter aus, die du am nächsten Tag beispielsweise im Büro so oft wie möglich verwendest. Nach zwei Tagen hast die Wörter fest im Wortschatz verankert? Super, jetzt nimm die nächsten drei.

Löse Kreuzworträtsel

Der aktive Wortschatz lässt sich natürlich auch spielerisch erweitern. Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise das Lösen von Kreuzworträtseln in Zeitschriften. Alternativ bietet sich eine Partie Scrabble nach Feierabend an. Vorteil: Hier lässt sich zusätzlich vom Wortschatz der Mitspieler profitieren.

Übersetze Texte

Wer einer Fremdsprache mächtig ist, kann seine Sprachfertigkeiten prima nutzen, um auch seinen deutschen Wortschatz zu trainieren. Nur ein Beispiel: Schnapp dir einen spannenden Text aus einem englischsprachigen Online-Medium und übersetze ihn frei Schnauze ins Deutsche.

Ganz wichtig: Lass das Wörterbuch im Regal stehen versuch auch nicht, die Sätze 1:1 zu übersetzen. Die Hauptsache ist, dass der Text sich für Muttersprachler am Ende flüssig liest. Durch diese Technik kannst du vor allem deinen passiven Wortschatz trainieren.

Schmücke Wörter aus

Auch eine schöne Übung: Nimm eine alte Tageszeitung zur Hand und erfinde zu jedem Substantiv ein Adjektiv, zu jedem Verb ein Adverb. Es wird also aus „Der Professor betonte in seiner Rede vor den Studenten ..." „Der graubärtige Professor betonte lautstark in seiner vielbeachteten Rede vor den randalierenden Studenten ...". Den Spaß kann man sich übrigens auch gut mit Kollegen oder der Familie teilen.

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Mehr zum Thema Wortschatz: „Streich diese 5 Wörter aus deinem Wortschatz – sie schaden deiner Karriere

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3 Reaktionen
Clara Jansen

t3n ihr habt es mal wieder geschafft: euer Artikel war so spannend, dass ich ihn bis zu Ende durchgelesen habe! Und den Wortkalender-Newsletter habe ich auch gleich abboonniert. Den Wortschatz ständig zu erweitern ist gerade für Mitarbeiter, die oft Texte formulieren müssen, sehr wichtig.

Antworten
Daniel Hüfner

Hallo Clara,

das freut uns! Danke für das nette Feedback!

Beste Grüße aus dem t3n-Headquarter!

Daniel

Antworten
Jan

Huhu Clara,

probier gerne auch unser neueswort.de-Abo aus.

Vorteil: Neben der Wortbedeutung gehen wir oft auch ausführlich auf die Verwendung des Begriffs und seine Herkunft ein. Dazu gibt es in der Regel 2-3 Verwendungsbeispiele. Durch die Informationen "drumherum" lassen sich neue Wörter direkt besser im Gedächtnis behalten.

Viele Grüße,
Jan von neueswort.de

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