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Zuse Z4: Fehlendes Handbuch für einen der ältesten Computer der Welt aufgetaucht

Die verschollen geglaubte Bedienungsanleitung  wurde zufällig in Zürich gefunden – in einem Stapel Dokumente.

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Der historische Computer Zuse Z4 im Deutschen Museum in München. (Foto: Clemens Pfeiffer/Wikimedia Commons)

Die Zuse Z4 gilt als einer der ältesten noch erhaltenen digitalen Computer der Welt. Sie wurde 1945 gebaut, füllt einen ganzen Raum, läuft auf Magnetbändern und zu ihrer Bedienung sind mehrere Personen nötig. Die ETH Zürich war 1950 die einzige Hochschule in Kontinentaleuropa mit einem funktionierenden Bandrechner. Heute befindet sich dieser im deutschen Museum in München. Laut einem Blogpost der Association of Computing Machinery ist jetzt das verschollen geglaubte Handbuch der Z4 aufgetaucht. Historiker erhoffen sich vom Fund des Manuals Einblicke in die Funktionsweise des Geräts, die zuvor so nicht möglich gewesen waren. Aus den 1940er Jahren überlebte nur noch ein weiterer Rechner: der Vakuumröhrenrechner Csirac von 1949. Dessen Standort: das Melbourne Museum in Carlton, Australien.

Gebaut zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

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Laut einem Artikel von Vice war die Z4 der letzte Computer, der zur Zeit des zweiten Weltkriegs in Deutschland gebaut worden war. Kurz vor dem Einmarsch der sowjetischen Armee nach Berlin verlegte die deutsche Wehrmacht den Computer nach Göttingen, wo sein Erfinder Konrad Zuse ihn fertigstellen sollte. Um nicht den Alliierten in die Hände zu fallen, sollten Computer und Erfinder kurze Zeit später erneut den Ort wechseln. Die Nazis wollten Zuse und seine Z4 in das Konzentrationslager Mittelbau Dora verlegen. Die dort Inhaftierten bauten an Raketen, mit deren Hilfe die Wehrmacht offenbar immer noch hoffte, den Krieg gewinnen zu können.

Begraben unter technischen Aufzeichnungen zur Luftfahrt

Zuse weigerte sich und floh nach Bad Hindelang im Oberallgäu, wo er die Z4 in einer Hütte versteckte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er als der Erfinder des kommerziellen Computers bekannt. Die Z4, sein bekanntestes Werk, war damals heiß begehrt. In Europa gab es zu dieser Zeit nur eine Handvoll Computer. Schließlich landete die Z4 am Institut für Angewandte Mathematik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, wo Schweizer Luftfahrtingenieure sie für ihre Berechnungen nutzten. Hier wurde jetzt auch das Handbuch des Computers gefunden – unter einem Stapel historischer Luftfahrttechnik-Dokumente. Eine Mitarbeiterin der ETH Zürich hatte das Manual im März unter den Dokumenten ihres Vaters René Boesch entdeckt, der dort von 1950 bis 1974 Flugzeugstatik und Flugzeugbau lehrte.

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Zuse Z4 Handbuch

Seite 2 des Zuse-Z4-Handbuchs (Bild: e-manuscripta.ch / Public Domain)

1.000 Berechnungen pro Stunde

Laut Boeschs Aufzeichnungen wurden mit der Z4 Berechnungen zur Flugbahn von Raketen, zu Flugzeugtragflächen, Flattervibrationen und zum Sturzflug durchgeführt. Die Z4 konnte im Schnitt etwa 1.000 mathematische Operationen pro Stunde ausführen, was sie zu einem für diese Zeit sehr leistungsstarken Computer machte. Konrad Zuse erfand nach der Z4 noch weitere Computer, wirklich kommerziell erfolgreich war er allerdings mit keiner seiner Erfindungen. Er starb 1995.

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