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Augmented Reality: Sorgt Magic Leap in diesem Jahr für den entscheidenden Durchbruch?

(Foto: Magic Leap)

Die Augmented-Reality-Brille gilt als das Computing-Gerät der Zukunft und soll eines Tages das Smartphone ablösen. Doch noch steht die Technologie ganz am Anfang. Ein Startup könnte in diesem Jahr aber für den entscheidenden Schub sorgen.

Schon als Kind lebte Rony Abovitz lieber in seinen Fantasiewelten als in den Zwängen des Alltags. Seine Eltern – israelische Immigranten, die Mutter Künstlerin, der Vater Unternehmer –ermutigten den Gründer des Augmented-Reality-Startups Magic Leap und seine zwei Geschwister immer dazu, ihre kreative Ader auszuleben. Das Haus Abovitz strotzte nur so vor kreativer Energie und hegte stets einen großen Respekt vor jedweder „Weirdness“, erzählte Ronys Schwester Mindy Abovitz der US-amerikanischen Newsseite Business Insider.

Rony hat offenbar genug kreative Energie aus seiner Kindheit bewahrt, denn was er mit „Magic Leap“ plant, kommt einer Computer-Revolution gleich: Die für uns sichtbare Realität mit computeranimierten Objekten zu bevölkern, sodass sie über eine entsprechende Brille Teil menschlichen Erlebens werden. Ein Dinosaurier, der lebensecht ins Sichtfeld eingebunden ist und sich auf den Nutzer zubewegt; ein Spielfeld, das auf einen echten Tisch projiziert wird; ein digitaler Assistent, der in Form einer Person mit dem Nutzer spricht und interagiert. Und eines Tages wird es vielleicht sogar möglich sein, dass  Mitmenschen in unserem Sichtfeld auftauchen, obwohl sie gar nicht vor Ort sind. Es ist die magische Welt, die heute gemeinhin als Augmented Reality bezeichnet wird – im Unterschied zu einfachen Datenbrillen wie etwa Google Glass, die lediglich Daten wie Wetter oder Benachrichtigungen im Sichtfeld der Brillenträger anzeigen, aber keine lebensecht wirkenden, digitalen Objekte.

So soll laut Magic Leap die Realität mit digitalen Objekten angereichert werden. (Abbildung: Magic Leap)

Nur gibt es einen Haken: Diese magische Augmented-­Reality-Welt gibt es nicht. Jedenfalls noch nicht. Technologie-­Experten und CEOs weltweit glauben zwar fast einhellig daran, dass Augmented Reality als Interface eines Tages eine neue ­Computing-Ära einläuten und das Smartphone ablösen wird. Auf dem Weg dorthin aber müssen noch etliche technische Herausforderungen gelöst werden, zum Teil ist noch viel Grundlagenarbeit nötig. Wie der Markt sich in Zukunft entwickelt, ist überhaupt nicht abzusehen.

Auch deshalb erleben die sogenannten Spatial-­Computing-Technologien Virtual und Augmented Reality gerade eine kleine Sinnkrise. Als die großen VR-Highend-Plattformen HTC Vive, Oculus Rift und Playstation VR im Jahr 2016 erschienen, machte Virtual Reality ein regelrechtes Hype-Jahr durch. Diese anfängliche Begeisterung wich im vergangenen Jahr dann eher Ernüchterung, als sich zeigte, dass die Verkäufe sehr schleppend ­anliefen. Augmented Reality rückte spätestens seit „Pokémon Go“ im Sommer 2016 wieder ins Interesse der Öffentlichkeit. Snapchat sorgte mit lustigen Filtern für einen verspielten Umgang mit AR. Und Mark Zuckerberg sprach auf der Facebook-Entwickler-konferenz im vergangenen Jahr von den Vorzügen der Technologie und den viel alltagsstauglicheren Anwendungsszenarien im Vergleich zu Virtual Reality. Doch gleichzeitig zügelten wichtige Tech-Entscheider wie der Facebook-Gründer selbst oder Apple-CEO Tim Cook immer wieder die hohen Erwartungen an die Technologie. Der Tenor: Sie sei in Form einer Brille schlicht noch nicht reif für den Alltag und den Massenmarkt.

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Und so ergibt sich aktuell eine etwas bizarre Situation: Tech-Firmen wie Facebook und Google investieren Milliarden in Startups, Forschung und die Entwicklung eigener Technologien. Die Adaption der Nutzer hinkt dagegen deutlich hinterher. Zwar funktioniert Virtual Reality grundsätzlich bereits heute schon, steckt aber aktuell zu stark in der Nische fest. Für Augmented Reality gibt es schlicht keine verbraucherfreundliche Hardware oder nur sehr teure für den Enterprise-Bereich wie etwa die Hololens von Microsoft. Das futuristisch anmutende Gerät hat bei seiner ersten Vorstellung 2015 für Furore gesorgt, offenbart aber eklatante Schwächen: Das Blickfeld ist mit circa 40 Grad extrem limitiert – was bedeutet, dass der Nutzer nicht sehr weit nach rechts und links schauen kann, bis die ins Sichtfeld eingeblendeten Objekte verschwinden. Die AR-Brille verzichtet auf einen externen Computer, sodass die gesamte Rechenkapazität in der Brille verbaut ist, was rechenintensive Anwendungen zumindest schwierig macht. Und nicht zuletzt sieht die Brille wie ein früher Prototyp aus: klobig und unsexy. Im Unternehmensbereich als Showcase in Ordnung, für den Alltag absolut nicht geeignet. Trotzdem: Die Hololens ist momentan so etwas wie der Goldstandard, was an Augmented Reality in einer mobilen Brille, also ohne Anschluss an einen externen Computer, möglich ist. Dass Microsoft eine neue Version nicht vor 2019 bringen will, sagt viel über die aktuellen technischen Herausforderungen aus.

Der magische Moment

Natürlich beobachtet Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz die Branche, weiß um die technischen Schwierigkeiten. Er warnt auch schon vor, sagt, dass in der ersten Version der Brille das Sichtfeld zwar etwas weiter als bei der Hololens ausfällt, aber noch immer relativ beschränkt sei. Trotzdem: Abovitz will in diesem Jahr einen neuen Goldstandard setzen.

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