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Crowdfunding: So findest du die richtige Strategie für dein Startup

(Foto: Shutterstock / GoodStudio)

Die meisten Gründer nutzen Crowdfunding, um das notwendige Kapital für ihre Geschäftsidee zu beschaffen. Doch Crowdfunding kann nicht nur aus finanzieller Sicht interessant sein.

Crowdfunding wird in Deutschland von Jahr zu Jahr bekannter. Laut einer Umfrage des Informationsportals crowdfunding.de unter 1.000 Personen hat jeder Zweite schon einmal von Crowdfunding gehört, immerhin knapp 25 Prozent wissen, worum es dabei genau geht. Dennoch können Projektinhaber nicht davon ausgehen, dass das Konzept der Schwarmfinanzierung in der breiten Bevölkerung bekannt ist.

Umso wichtiger ist es, dass sich Startups ausreichend mit Crowdfunding beschäftigen, bevor sie eine eigene Kampagne starten. Dazu gehört etwa, sich mit der allgemeinen Funktionsweise auseinanderzusetzen, andere Projekte zu analysieren und die unterschiedlichen Arten des Crowdfundings zu kennen. Eine gute Vorbereitung steigert nicht nur die Chancen auf Erfolg, sie schafft auch die Basis für eine nachhaltige Projekt-Kommunikation.

Im Gegensatz zu anderen Finanzierungsformen dreht sich beim Crowdfunding – im Speziellen beim Belohnungsmodell – nämlich nicht immer alles nur ums Geld. Gründer stehen im Laufe einer Kampagne im direkten Kontakt mit ihrer Zielgruppe und erhalten wichtiges Feedback zum Produkt oder ihrer Idee. Diese offene und transparente Kommunikation wirkt sich meist positiv auf das Unternehmen aus und unterstützt beim Community-Building. Crowdfunding eignet sich aber auch bestens für die Marktforschung und bewirkt eine Professionalisierung der Gründer. Welche Nebeneffekte sich abseits der Finanzierung beim Crowdfunding einstellen können, verraten die folgenden Tipps.

Aufmerksamkeit erzeugen

Im Rahmen einer Blogger-Konferenz erteilte ein Speaker mal den folgenden Ratschlag: „Kontakte, Kontakte, Kontakte! Darüber reden, darüber reden, darüber reden!“ Dieser Appell ging damals an Jung-Blogger, die ihre Seiten bekannter machen wollten. Das Rezept lässt sich aber ebenso auf werdende Crowdfunder übertragen. Denn um ein Projekt bekannt zu machen und möglichst viele Unterstützer bereits in den ersten Minuten und Stunden auf die eigene Crowdfunding-Seite zu leiten, bedarf es regelmäßiger Kommunikation über und rund um das Projekt.

Dafür sollten Startups und andere Initiatoren E-Mail-Adressen sammeln und bereits im Vorfeld einen Mailverteiler aufbauen. Häufig geschieht dies über eine so genannte Prelaunch-Seite, also eine Website, die kurz über das Vorhaben und die kommende Kampagne aufklärt. Im ersten Schritt bitten die Startups dort alle Interessierten darum, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen, die dann mit Newsletter-Services wie Mailchimp oder Cleverreach verwaltet werden, um potenzielle Unterstützer gezielt über den Crowdfunding-Start informieren zu können.

Schon vor dem Launch einer Kampagne lassen sich Adressen potenzieller Unterstützter einsammeln – wie hier auf der Prelaunch-Seite der Notfall-App B-cared. (Screenshot: b-cared)

Auch das Team von B-cared, einer Notfall-App für ältere Menschen, die alleine leben oder alleine unterwegs sind, hat auf diese Weise erste Kontakte gesammelt. Gergely Teglasy, einer der beiden Gründer von B-cared, sieht dies als ersten Schritt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen: „Die meisten von uns haben ältere Angehörige, um die sie sich sorgen“, sagt er. Um die Aufmerksamkeit auf sein Projekt zu lenken, baute er eine Pre-Launch-Seite und kommunizierte mit potenziellen Nutzern via E-Mail, Facebook und im direkten Gespräch. So habe er schon vor dem Crowdfunding neugierig machen können, sagt er. Der Plan ging auf: Mehr als 29.000 Euro sammelte das Team via Crowdfunding zur Finanzierung der finalen App-Programmierung ein.
Doch auch andere Erstkontakte sollten sich später bezahlt machen. Bereits bei der Vorbereitung hatte das Team Kontakt mit diversen Hilfsdiensten, Telekommunikationsanbietern und Smartphone-Herstellern aufgenommen. Am Ende konnte Teglasy nicht nur T-Mobile, sondern auch Samsung als Partner gewinnen.

Der frühe Aufbau der Crowd hat auch dem jungen Startup Startraveller Equipment genützt. Das Unternehmen sammelte via Kickstarter Vorbestellungen für seine Outdoor-Innovation „Flying Tent“. Bereits Monate vor dem Start vernetzte sich das Team mit möglichen Nutzern und stellte ihnen das Produkt vor, um gleich zu Beginn möglichst viele Menschen zur finanziellen Unterstützung zu bewegen. Innerhalb von 24 Stunden war das Finanzierungsziel von 20.000 Euro erreicht.

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