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Wie Digital Natives und Social Media das Recruitment verändern: Mitarbeiter gesucht

Social Media hat mittlerweile einen besonderen Stellenwert eingenommen. Mehr noch, es hat das Leben in vielen Bereichen verändert. Vor allem für die sogenannten Digital Natives, auch Generation Y oder Net Generation genannt, ist heute vieles selbstverständlich, das für frühere Generationen gar nicht vorstellbar war. Dieser Artikel zeigt, was für Auswirkungen Social Media auf das Personal-Recruiting in Unternehmen und Agenturen hat.

Die Generation der nach 1981 Geborenen tritt derzeit in die ersten Jobs nach ihren (Hochschul-) Abschlüssen ein oder hat gerade erste Erfahrungen gesammelt und verändert aufgrund des eigenen Selbstverständnisses damit auch unser aller Berufsleben rapide. Diese Generation ist es gewohnt, online zu sein, Wissen und Erfahrungen zu teilen sowie ständig über neue Produkte und Technologien zu verfügen. Ihre Arbeitsweise und die Ansprüche an ihre Arbeitgeber unterscheiden sich gänzlich von denen früherer Generationen. Grenzen zwischen Arbeit und Spaß verschwimmen, es wird über das Internet virtuell und über Landes- und Kulturgrenzen hinweg gearbeitet, teilweise mit Menschen, die man nie zuvor persönlich getroffen hat. Das Zeitalter des digitalen Nomadentums ist angebrochen [1].

Diese Zielgruppe aber fühlt sich von Unternehmen oft nicht richtig verstanden oder ernst genommen. Insbesondere, weil diese jungen Menschen häufig voller Widersprüche sind: typischerweise teamorientiert, beherrschen sie Multitasking und sind in der Lage Arbeit, Freizeit und soziale Interessen unter einen Hut zu bekommen. Sie respektieren Hierarchien, erwarten aber auch eine von Partizipation geprägte Unternehmenskultur. Sie wollen Verantwortung übernehmen und sich selbst verwirklichen.

Auf der einen Seite schätzen sie Struktur und Stabilität, zugleich möchten sie aber auch interessante Herausforderungen meistern und verabscheuen starre Hierarchien. Einfach ausgedrückt: Freiheit ist wichtiger geworden als der teure Firmenwagen. Diese Tatsache schlägt sich auch im Trend zur Freiberuflichkeit nieder. Für viele Digital Natives bietet die freiberufliche Tätigkeit eine einmalige Chance, all diese Widersprüche zu vereinen.

Kollaboration ist das neue „Teamwork“ und besonders für Unternehmen und Agenturen ist wichtig zu begreifen: dem permanenten Strom von Medien und Kanälen ausgesetzt, haben die Digital Natives scheinbar gelernt, instinktiv alle Informationen zu überprüfen und kritisch zu hinterfragen. Um mit dieser Zielgruppe zu kommunizieren und um ihnen Produkte zu verkaufen oder ihnen den Arbeitsplatz schmackhaft zu machen, sind Authentizität und Zuhören absolute Grundvoraussetzung.

Unternehmen kämpfen um Talente

Der „War for Talents“, durch den demographischen Wandel noch zusätzlich verstärkt, ist in vollem Gange. Um Mitarbeiter rekrutieren zu können ist es wichtig, auf die neuen Anforderungen zu reagieren.

Stellenanzeigen in klassischen Medien sind aufgrund des veränderten Mediennutzungsverhalten der Digital Natives für die Personalbeschaffung nicht mehr ausreichend.

Viele Unternehmen klagen heute über Fachkräftemangel. Speziell im Bereich Web- und Software-Entwicklung sucht fast jedes Unternehmen händeringend nach kompetentem Personal.

Fakt ist: Heute können sich die wenigen passenden Kandidaten auf dem Markt ihre Jobs und Arbeitgeber aussuchen, ob freiberuflich oder fest angestellt. Außerdem ist hier in den letzten Jahren ein Wandel in der Geisteshaltung zu beobachten. Während es in früheren Generationen völlig normal war, dass Arbeitsuchende sich bei Unternehmen beworben haben, verhält es sich heute häufig umgekehrt. Die Unternehmen fragen immer häufiger bei den Bewerbern an.

Es ist keine Seltenheit, dass der Bewerbungsprozess umgedreht funktioniert. Auf Plattformen wie talential bewerben sich Unternehmen bei Fach- und Führungskräften.
Es ist keine Seltenheit, dass der Bewerbungsprozess umgedreht funktioniert. Auf Plattformen wie talential bewerben sich Unternehmen bei Fach- und Führungskräften.
Auf Plattformen wie talential.de wird der Bewerbungsprozess umgedreht. Hier können Fach- und Führungskräfte ein Profil einrichten, aufgrund dessen Unternehmen sich bei ihnen bewerben können.

Entsprechen die Angebote in Deutschland trotzdem nicht den Vorstellungen der Zielgruppe, sind viele Arbeitsuchende sogar bereit auszuwandern, so wie zum Beispiel Software-Entwickler Tim Warnecke (Name von der Redaktion geändert). Weil er in Deutschland keinen adäquaten Job fand, der ihm ausreichende Flexibilität bei ausreichendem Einkommen bot, bewarb sich Tim Anfang 2010 international. Seit Juni arbeitet er nun bei Atlassian, einem bekannten Softwarehaus in Australien und fühlt sich dort sehr wohl. Das Unternehmen bietet ihm seinen Wunscharbeitsplatz, die Möglichkeit Auslandserfahrung zu sammeln und den Strand direkt vor der Tür. So wie Tim wandern pro Jahr 150.000 hochqualifizierte Fachkräfte aus Deutschland aus [2].

Einige Unternehmen wie BMW nutzen Karriereseiten bei Facebook zum Personalmarketing.
Einige Unternehmen wie BMW nutzen Karriereseiten bei Facebook zum Personalmarketing.
Dabei betrifft das Problem fehlender IT-Fachleute bei weitem nicht nur Deutschland. Laut FAZ hat die indische Handelskammer Nasscom eine internationale Zuspitzung der Situation noch für dieses Jahr vorausgesagt [3].

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