Ratgeber

Kryptowährungen jenseits von Bitcoin: Litecoin, Monero, Ripple

(Bild: Shutterstock/ r.classen)

Alle reden über den Siegeszug des Bitcoins – und vergessen dabei, dass es noch eine ­Vielzahl anderer Kryptowährungen gibt. Die sind noch nicht so überlaufen wie Bitcoin oder Ether und bieten gerade deshalb Chancen für Anleger. Aber Vorsicht: Von manchen sollten Investoren eher die Finger lassen.

Der Bitcoin springt von einem All­zeit­hoch zum nächsten – wenn auch mit einer hohen Volatilität, die zur Vorsicht mahnt. Viele Anleger fragen sich, ob der Kurs nicht bereits überhitzt und ein Einstieg überhaupt noch vernünftig ist.

Doch auch wenn der Bitcoin aktuell mit rund 270 Milliar­den US-Dollar Marktkapitalisierung rund 50 Prozent des ­Gesamtmarktes aller Kryptowährungen ausmacht (Stand: 14. Dezember 2017), gibt es noch eine Reihe weiterer vielversprechender ­Währungen, sogenannte Altcoins – „alt“ steht dabei kurz für „alternativ“. Diese Kryptogelder haben die Kursrallye noch nicht hinter sich, sind aber groß genug, um als chancenreich und vielversprechend angesehen werden zu können. Insgesamt gibt es rund 1.100 ­alternative Kryptowährungen, die meisten davon sind selbst ­Insidern kaum bekannt und viele davon werden ihren Investoren in den kommenden Jahren eher große Verluste als einen großen Geldsegen bescheren. Eine nach Marktkapitalisierung sortierte Liste findet sich unter coinmarketcap.com.

Wie beim Bitcoin gilt auch hier die Warnung: Krypto­währungen sind eine hoch spekulative Anlage und sollten nur für Investoren ein Thema sein, die im schlimmsten Fall einen ­Gesamtverlust des Kapitals verschmerzen können. Eine Alternative zum Tagesgeld oder zum breit gestreuten Aktien-ETF sind sie auf keinen Fall.

Das Risiko liegt, abgesehen von der Entwicklung der Währung an sich, auch in der Gefahr von Hackerangriffen oder System­fehlern. Es lässt sich aber keine klare Aussage darüber treffen, welche Kryptowährungen mit hoher oder niedriger Marktkapitalisierung besonders im Visier der Hacker stehen könnten. Klar ist, dass die reine Marktkapitalisierung oder der Kursverlauf nicht immer etwas über das auf Vertrauen basierende Potenzial einer Kryptowährung aussagen. Die folgenden Währungen haben zuletzt eine besonders spannende Entwicklung durchlaufen.

Bitcoin Cash (BCH, teils BCC) ist eine Abspaltung des Bitcoins, die im Rahmen eines Splits am 2. August entstanden ist. Dieser war nötig geworden, um die Blockgröße der Blockchain zu erhöhen und eine schnellere Abwicklung der Transaktionen zu ermöglichen. Jeder Besitzer von alten Bitcoins erhielt dieselbe Menge an Bitcoin Cash on top. Seitdem hat sich BCC allerdings eher uneinheitlich entwickelt. Mitte Oktober lag der Wert bei rund 270 Euro – und damit mehr als 20 Prozent unter seinem Startkurs Anfang August.

Omise Go (OMG) ist eine der zahlreichen Anwendungen (Dapps), die auf dem Ethereum-Netzwerk basieren. Da das ­Ethereum-Netzwerk bereits an mehreren Stellen in dieser Ausgabe Erwähnung findet, kommt Ether selbst in dieser Aufzählung nicht vor. Omise Go ist aber ein gutes Beispiel für die funktionale Vielseitigkeit und die damit verbundenen kommerziell interessanten Ideen in Zusammenhang mit dem ­Ethereum-Netz. Jeder DAPP – in diesem Fall Omise Go vom asiatischen Fintech-Startup Omise – kann seine eigene Währung in Form ­eines Tokens führen. Die Omise-Go-Blockchain-Technologie dient dazu, digitale Geldbörsen zu verwalten, indem sie Zahlungen in Echtzeit sowie Geldtransfers von Person zu Person mit niedrigen Transaktionsgebühren ermöglicht. Die dafür nötige ­Omise-Go-Blockchain soll bis Ende des Jahres gelauncht werden, die Tokens sind bereits in Umlauf und besitzen einen aktuellen Wert von knapp einer Milliarde US-Dollar. Ein seriös wirkendes Projekt, das in seinem Board bekannte Krypto-Experten wie ­Vitalik Buterin, Vlad Zamfir oder Gavin Wood vorweisen kann.

Dash (DASH) ist eine weitere Open-Source-Kryptowährung, die 2014 unter der Bezeichnung XCoin, später Darkcoin, entstand. Letzterer Begriff passt gut, da die Währung ein hohes Maß an Privatsphäre bietet, anders gesagt: Transaktionen sind nicht öffent­lich nachvollziehbar, da sie, wie bei anonymisierten Tauschbörsen, in Fragmenten mit denen anderer Personen vermischt werden. Der Anteil in Sachen Marktkapitalisierung liegt bei rund zwei Prozent der gesamten Kryptowährungen.

Ripple (XRP) belegt nach Bitcoin und Ethereum Platz drei bei der Marktkapitalisierung. Es handelt sich dabei um ein währungsneutrales Netzwerk, das auf einer gemeinsamen Datenbank mit einem Register an Kontoständen basiert. Und dieser zentrale Ansatz ist auch schon der entscheidende – und riskante – Unterschied zum ­Bitcoin: ohne die Zentrale namens ­Ripple Labs läuft nichts. Immerhin: Laut Medienberichten sollen große Silicon-Valley-Konzerne und prominente Kapitalgeber an Ripple Labs beteiligt sein, weswegen es unwahrscheinlich ist, dass das Cyber-Geld von heute auf morgen verschwindet – auch wenn das systembedingt möglich wäre.

Litecoin (LTC) entstand bereits 2011 und weist viele Ähnlichkeiten zum Bitcoin auf. Das Open-Source-Verschlüsselungsprotokoll, der Mining-Prozess, die Transaktionsverwaltung auf P2P-Basis, all das orientiert sich stark an Bitcoin. Allerdings werden Blöcke im Litecoin-Netzwerk alle 2,5 Minuten, nicht bloß alle zehn Minuten wie bei Bitcoin, geschrieben. Das Netzwerk produziert daher auch im Laufe der Zeit vier Mal so viele Einheiten. Litecoin ist aktuell die sechstgrößte Kryptowährung.

Die Kryptowährung XEM geht auf die ideologische Bewegung New Economy Movement (NEM) zurück, die das Ziel verfolgt, eine nachhaltige und gerechte Wirtschaftsordnung zu erbauen. Die Entwickler kommen vor allem aus Japan und dem asiatischen Raum und versuchen, die Einfachheit des Bitcoins mit der Komplexität von Ethereum und Elementen aus anderen Kryptoprojekten zu kombinieren. Es handelt sich um ein vielversprechendes Projekt, dessen Entwicklung noch ziemlich am Anfang steht. Aufgrund seiner schwierigen Handhabung eignet es sich eher nicht als Projekt für Einsteiger in Sachen Kryptowährungen. Zudem sind viele Informationen nur auf Japanisch verfügbar, ein maschineller Übersetzer reicht nicht immer zum Verständnis aus.

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