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„Neue und alte Arbeitswelt gehen nicht zusammen!“ – New-Work-Experte Markus Albers

(Foto: Patrick Desbrosses)

Markus Albers galt viele Jahre als flammender Befürworter neuer Arbeitsprozesse. Jetzt nimmt der New-Work-Experte eine Neubewertung vor und spricht sogar von digitaler Erschöpfung.

Als Markus Albers vor zehn Jahren sein Buch „Morgens komme ich später rein“ schrieb, war er einer der Ersten in Deutschland, die von einer neuen Arbeitskultur sprachen: von zeitlicher und räumlicher Flexibilität. „Unabhängiges Arbeiten mit Hilfe von Technologie und Tools war damals alles andere als ein Massenphänomen, vor allem für Festangestellte“, sinniert er heute über die Beweggründe von damals.

Doch so euphorisch ist der New-Work-Experte heute nicht mehr. Sein neues Buch thematisiert die „digitale Erschöpfung“. (Markus Albers: Digitale Erschöpfung. Wie wir die Kontrolle über unser Leben wiedergewinnen, Hanser-Verlag). Darin spricht der Autor und Berater von digitalen Werkzeugen, „die alles nur noch schlimmer machen“, von der „Falle des Großraumbüros“ und von dem Verlust des Feierabends. Das „Always on“ sei nicht mehr nur ein Versprechen, sondern für viele Mitarbeiter eine Belastung geworden. Wir haben mit ihm über die Arbeit der Zukunft gesprochen, über sinnvolle Übereinkünfte, clevere Strategien und gefährliche Trends in der Mitarbeiteranalyse.

New-Work-Experte Markus Albers: „Zeit freischaufeln zum Nachdenken“

t3n Magazin: Markus, was ist aus deiner Euphorie um neue Arbeitsmodelle geworden, die du noch vor zehn Jahren hattest?

Markus Albers: Die Zeit ist heute sicherlich eine andere als vor zehn Jahren. Während New Work damals eine Idee einer Minderheit war, die man auf Technologie- und HR-Kongressen besprochen hat, ist die Thematik seit etwa zwei Jahren ein populäres Mainstream-Thema geworden, für das sich auch Großunternehmen wie Siemens oder Microsoft bis hoch in die Chefetagen interessieren. Allerdings machen wir nun die ersten Erfahrungen damit, wie diese neuen Arbeitsmodelle in der Praxis gelebt werden können. Und da stellt sich jetzt heraus, dass vieles von dem, was sich die Befürworter dieser Arbeitsweise erhofft haben, zu denen ich ja auch gehört habe, so nicht eintritt – teilweise sogar das Gegenteil der Fall ist.

„Statt acht Stunden ­­­kopf­los Dinge ­wegzu­arbeiten, muss man sich Zeit freischaufeln zum Nachdenken.“

Was heißt das genau?

Markus Albers: In sehr vielen Unternehmen lässt sich beobachten, dass sie sich auf das Neue einlassen, ohne das Alte zu reduzieren. Das Neue ist etwa die erhöhte Flexibilität, also die Beantwortung von E-Mails am späten Abend oder die sporadische Erreichbarkeit im Urlaub. Das Alte sind die gewohnten Präsenz- und Meeting-Kulturen und die alten Hierarchien. Und beides zusammen geht einfach nicht.

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