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Wie Onlineshops von Payment-Providern profitieren

Das Angebot an Zahlungsmethoden kann in einem Onlineshop über Kauf oder Abbruch entscheiden. Gerade neue Onlineshopbetreiber widmen diesem Thema oft zu wenig Aufmerksamkeit und verschenken wertvolles Potenzial. Selbst in bestehenden Shops liegt eine Ursache für stagnierende Umsätze häufig in den angebotenen Zahlungsmethoden. Wer nach speziell zugeschnittenen Lösungen sucht, kann auf die Hilfe so genannter Payment-Service-Provider zurückgreifen.

Die Bedeutung der Zahlmethoden

Untersuchungen des Käuferverhaltens in Onlineshops haben gezeigt, dass vielen Kunden ihren Einkauf selbst mit einem gefüllten Warenkorb noch abbrechen, wenn sie an der Kasse keine Zahlungsart finden, die ihnen zusagt. Dazu kommen noch die Kunden, die sich zuerst über die Zahlungsmöglichkeiten informieren und daraufhin den Warenkorb erst gar nicht füllen, sondern in einen anderen Shop wechseln.

Eine gute Auswahl verschiedener Zahlungsarten erhöht also die Abschlusswahrscheinlichkeit. Auch das Risiko, dass eine Transaktion wegen technischer Mängel nicht zustande kommt, lässt sich ausgleichen, wenn die Kunden im Fehlerfall noch eine andere Zahlungsmethode im Onlineshop vorfinden, die sie alternativ verwenden können.

Die meisten Onlineshops haben mit drei bis fünf unterschiedlichen Zahlungsarten gute Erfahrungen gemacht. Welche Zahlungsarten dies sein sollten, lässt sich aber pauschal nicht sagen. Auf jeden Fall müssen die Zahlungsmöglichkeiten zu den Kundengruppen und zum Produkt passen.

Das Angebot an Zahlungsmethoden ist alleine für den deutschen Markt recht groß. Kommen internationale Methoden dazu, steigt die Anzahl an Schnittstellen weiter, die zur Anbindung erforderlich sind. Um hier eine technisch saubere Lösung zu erzielen und den Überblick zu behalten, ist die Partnerschaft mit einem geeigneten Payment-Service-Provider (PSP) empfehlenswert.

PSP bündeln Zahlungsverfahren

Die Hauptaufgabe der Payment-Service-Provider besteht darin, mehrere Zahlungsverfahren zu bündeln und diese dem Händler im Idealfall über eine technische Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus bieten PSP häufig noch diverse Zusatzdienstleistungen wie zum Beispiel Bonitätsprüfung oder Debitorenmanagement an.

Bei der Auswahl eines geeigneten PSP sollten Kunden daher im Vorfeld mehrere Dinge prüfen beziehungsweise nachfolgende Fragestellungen im Hinterkopf behalten:

  • Ist vom PSP ein bestehendes Modul zur Integration in die jeweilige Shopsoftware verfügbar?
  • Welche Zahlungsvarianten können über den PSP abgewickelt werden?
  • Wie sehen die Vertragsmodalitäten aus (insbesondere Laufzeiten, Konditionen, Zusatzdienstleistungen)?
  • Gibt es eine Hotline und/oder kompetenten Kundensupport?
  • Wird ein Testmodus angeboten, in dem relevante Zahlungsmethoden „gefahrlos“ vorab getestet werden können?
  • Wie funktioniert das Handling in der Praxis? Welche Funktionen können über das Kundenlogin abgerufen werden?

Wichtig ist: Unternehmen, die vertrauliche Informationen von Karteninhabern speichern, verarbeiten und/oder weiterleiten, müssen sich nach PCI-Standard zertifizieren lassen. Insofern sollten Onlinehändler darauf achten, dass der ausgewählte Payment-Dienstleister diese Zertifizierung nachweisen kann, um mögliche Probleme und Zusatzkosten im Payment-Umfeld vorab zu vermeiden. Eine eigene PCI-Zertifizierung ist dann notwendig, wenn Kreditkarten nicht über einen PSP abgewickelt, sondern auf dem eigenen Server gespeichert und weiterverarbeitet werden. Dies kann Gebühren von mehreren Tausend Euro bedeuten. Das Diagramm auf der folgenden Seite veranschaulicht das Zusammenspiel der Payment-Beteiligten am Beispiel einer Kreditkartenzahlung.

Individuelle Beratung ist gefragt

Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Thema Payment, möglichst frühzeitig einen erfahrenen Payment-Service-Provider zu Rate zu ziehen, der bei der Ausgestaltung der Payment-Lösung sowie der vertraglichen Modalitäten beratend unterstützt und einen Großteil der Abwicklung übernimmt. So macht es beispielsweise durchaus einen Unterschied, ob Shopbetreiber in der Vergangenheit bereits einmal Kreditkartenzahlungen angenommen beziehungsweise abgewickelt haben (Stichwort: Chargeback-History) oder wie das Firmenkonstrukt im Detail aussieht.

Pauschale Empfehlungen sind hier wenig sinnvoll, da das Thema Payment und die jeweiligen Anforderungen von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind, unter anderem:

  • Wer ist meine primäre Zielgruppe und über welche Zahlungsvarianten verfügt diese?
  • Wie hoch sind die durchschnittlichen Warenkörbe?
  • Befinden sich meine Kunden hauptsächlich in Deutschland?
  • Handelt es sich primär um Einmalzahlungen oder sind auch wiederkehrende Zahlungen denkbar?
  • Wie risikoreich sind meine Zielgruppe oder Produkte und welches Risiko möchte ich als Shopbetreiber eingehen?
  • Wie verbreitet ist die Zahlungsvariante und benötige ich hierfür besondere Voraussetzungen (z. B. ein eigenes Kundenkonto)?

Ein PSP kann hier beratend zur Seite stehen und auf den jeweiligen Shop und sein Umfeld ausgerichtete Empfehlungen abgeben – sowohl hinsichtlich der geeigneten Zahlungsmethoden als auch in Bezug auf etwaige Zusatzdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem die Einholung von Bonitätsaussagen über Kunden oder das Inkasso- und Forderungsmanagement. Wenn eine ausreichende Bonität vorliegt, übernehmen manche Dienstleister auch eine Zahlungsgarantie, die man gegen Aufpreis mitbuchen kann.

Funktion und Leistungsangebote von PSP (Quelle: ibi research, E-Commerce-Leitfaden).
Funktion und Leistungsangebote von PSP (Quelle: ibi research, E-Commerce-Leitfaden).
Inwiefern derartige Services sinnvoll sind, hängt wiederum von einer Vielzahl von Parametern ab, die teilweise schon erwähnt wurden. Erfahrene PSP beraten umfassend auf die eigenen, speziellen Anforderungen hin. Teilweise können Zusatzdienstleistungen auch sehr flexibel über die Admin-Oberfläche des jeweiligen Payment-Providers konfiguriert und flexibel freigeschaltet werden.

Generell sollte man beim Thema Payment einen entsprechenden zeitlichen Vorlauf einkalkulieren. Viele unterschätzen den Verwaltungsaufwand im Vorfeld und die damit verbundenen Vorlaufzeiten. Händler sollten bei der Beauftragung der Kreditkartenzahlung über einen PSP durchaus einige Wochen Vorlaufzeit einrechnen, bis die Verträge mit dem PSP, die Kreditkarten-Akzeptanzverträge sowie die dafür notwendigen Unterlagen und Prüfungen durchgeführt sind. „Mal schnell“ die Zahlungsmethode Kreditkarte einführen, wird in der Praxis also kaum funktionieren.

Während Shopbetreiber bei den Zahlungsvarianten Vorauskasse und Rechnung (ohne etwaige Prüfungen im Vorfeld) grundsätzlich keine besonderen Voraussetzungen berücksichtigen müssen, sieht dies bei den meisten anderen Zahlungsvarianten anders aus.

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Eine Reaktion
André M. Bajorat

danke für die ausführliche übersicht - schade und erschreckend, dass es in deutschland noch immer so schwer und undurchsichtig ist payments einfach, schnell und sicher über das netz anzubieten.

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