Kolumne

t3n-CEO Andy Lenz: Wir brauchen mehr Zukunftsoptimismus!

(Foto: t3n)

Wenn es um technologischen Fortschritt geht, sind besonders in Deutschland immer noch zu häufig die Skeptiker am lautesten. t3n-CEO Andy Lenz ruft ihnen zu: Schluss mit der Fortschrittsangst! Digitale Pioniere sind heute wichtiger denn je.

Wird über die Digitalisierung gesprochen, geht meist ein Schreckgespenst um. Nicht nur im Netz, auch offline, im Kino und in der Literatur wird viel zu häufig eine Dystopie heraufbeschworen, die Furcht in die Köpfe der Menschen pflanzt. Serien wie „Black Mirror“, Filme wie ­„Transcendence“ oder „The Circle“ und Bücher wie „Blackout“ lassen jeden Optimisten zittern. Ein ­fatales Signal!

Digitalisierung und Globalisierung dürfen nicht ausschließlich negativ konnotiert sein. Das furchterregende Szenario von Algorithmen und Robotern, die unsere Arbeitsplätze und den Sinn unseres Schaffens stehlen, hat katastrophalen Einfluss. Selbst auf Podien und in politischen Gremien weichen Experten lieber zurück, anstatt sich kons­truktive Gedanken darüber zu machen, wie wir mit Hilfe von KI, Automatisierung und Robotik zu einer besseren Welt kommen.

Mut statt Panikmache

Wo gedankliche und juristische Verbote ausgesprochen werden, herrscht oft nur ideenleerer Raum! Mitten im Rausch der Bits und Bytes ist es aber unsere Pflicht, die Digitalisierung positiv zu gestalten und vor allem auch den Menschen wieder Mut zu machen. Es liegt in unserer Verantwortung als digitale Pioniere, die Regie zu übernehmen. Was wir brauchen, ist ein Happy End! Denn eines ist klar: Positive Szenarien sind gewinnbringender, als immer nur den Teufel an die Wand zu malen. Sicherheit und ­Motivation entstehen durch Visionen, die Klarheit über die erstrebenswerten Ziele schaffen. Eine zukunftsoptimistische Bewegung aus Vordenkern und digitalen ­Pionieren muss sich auf den Weg machen. Nur wer das Ziel fest vor Augen hat, findet auch den Weg.

Warum sollte es eigentlich nicht gut sein, dass Algorithmen und Maschinen künftig einen Großteil unserer Routineaufgaben übernehmen? Warum sollte es nicht möglich sein, dass die Digitalisierung der Wirtschaft den größten Teil des von uns gewünschten Wohlstandes erzeugt? Und warum soll es nicht möglich sein, Gewinne per Algorithmus und Maschinensteuer dezentral und Blockchain-basiert fair und nachhaltig auf die gesamte Bevölkerung zu verteilen?

Digitalisierung kann die Welt zu einem besseren Ort machen

Würde man die Menschen fragen, ob sie lieber von früh bis spät an fünf von ­sieben Tagen in der Woche arbeiten oder Zeit mit der Familie, Freunden oder einem Herzensprojekt verbringen wollen, die Antwort wäre immer dieselbe: Sie wollen tun, was ihnen Spaß macht. Warum sollte die Lebensarbeitszeit also nicht weiter sinken, statt anzusteigen? Warum sollten wir unseren Geist nicht mit Kunst, Musik und Reisen wachhalten? Oder unsere Körper durch mehr Sport fit halten? Nicht ohne Grund sagt Alibaba-Gründer Jack Ma, dass wir in der Schule künftig nur noch das lernen sollten, was Maschinen und Algorithmen nicht können.

Das alles sind die Dinge, die uns glücklich und das Leben lebenswert machen.

Was wünschen wir uns nun für die Zeit nach der Digitalisierung? Ist es nicht hochgradig erstrebenswert, die bisherige Form des Gewinnstrebens mit den oft fatalen ­Folgen des Kapitalismus in ein neues, besseres, gerechteres, menschlicheres und viel sozialer und nachhaltiger ausgerichtetes System zu überführen?

Dieser Kommentar stammt aus der t3n #54: „Was kommt nach der Digitalisierung?“.

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