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Yubo: Das steckt hinter dem sozialen Netzwerk für die Generation Z

Yubo will vieles anders machen. (Abbildung: Yubo)

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Keine Werbung, keine ­Likes und eine extrem junge Zielgruppe: Das in Frankreich ent­wickelte ­soziale Netzwerk Yubo will anders sein als Facebook und Co und ist damit relativ erfolgreich.


Fast täglich versucht ein neues ­soziales Netzwerk es mit Twitter, Facebook oder Snapchat aufzunehmen – und viele scheitern daran. Das bisher letzte, dem es dennoch gelungen ist, ist Tiktok. Doch auch Yubo verzeichnet zumindest Achtungserfolge. Yubo? Noch nie gehört? In Deutschland startet die App gerade erst durch.

Yubo will vieles anders machen. Wer ein modernes soziales Netzwerk nutzt, findet fast immer die Möglichkeit, die Beiträge anderer Nutzer zu liken und diesen auch zu folgen – nicht so bei Yubo. Stattdessen treffen sich die Nutzer in virtuellen Räumen, um dort per Video oder Chat zu kommunizieren, Spiele zu spielen und eventuell neue Freundschaften zu schließen. Die Räume sind häufig nach Themen oder dem Standort der Nutzer aufgeteilt und werden im Schnitt von fünf bis zehn Menschen genutzt. Dort tauscht man sich auch durchaus zu politischen Themen aus, häufig drehen sich die Gespräche aber über belanglosere Dinge.

(Screenshot: Yubo)

Die virtuellen Räume können alle Nutzer von Yubo betreten; um selbst aktiv an der Kommunikation teilzunehmen, benötigt man allerdings eine Einladung der anderen Nutzer im Raum. Eine weitere Besonderheit von Yubo: Die App finanziert sich nicht durch Werbung oder den Verkauf der Nutzerdaten, sondern setzt auf das von Spielen bekannte Freemium-Modell. Viele Funktionen sind kostenlos, für weitere muss man meist einmalig ein bis zwei US-Dollar zahlen oder ein Abo für zehn Dollar pro Monat abschließen. Damit ist es zum Beispiel möglich, das eigene Profil mehr Nutzern anzuzeigen und damit die eigene Reichweite zu erhöhen. Die in anderen sozialen Netzwerken sehr aktiven Influencer sucht man bei Yubo ebenfalls vergeblich, denn Produktplatzierungen oder andere Formen der Werbung in Videos und Chats sind verboten.

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Gegründet und entwickelt in Frankreich

Im Jahr 2015 von Sacha Lazimi, Jérémie Aouate und Arthur Patora nach ihrem Studium in Paris entwickelt, arbeitet nach eigenen Angaben inzwischen ein Team von 15 Entwicklern, Designern, Datenanalysten und Marketing-Spezialisten in Paris, London und Jacksonville an Yubo. Bedingt durch die Corona-Pandemie stiegen die Nutzerzahlen bei Yubo 2020 sprunghaft an. Weltweit haben sich inzwischen fast 40 Millionen Menschen für das soziale Netzwerk registriert. Die meisten von ihnen sind zwischen 13 und 25 Jahre alt. Nur fünf Prozent kommen aus Frankreich, mehr als die Hälfte aus Nordamerika – außerdem aus Großbritannien, Kanada und Australien. In Deutschland ist Yubo erst seit Ende 2020 offiziell verfügbar, verzeichnete hierzulande aber schon vor dem Start etwas mehr als 300.000 Nutzer. 2019 lag der Umsatz bei 8,6 Millionen Euro.

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Für 2020 rechnet Yubo mit rund 17 Millionen. Diese Zahlen überzeugten mehrere Investoren, unter anderem ­Idinvest Partners, die zum Beispiel auch auf Deezer setzen. Im November 2020 konnte Yubo die inzwischen dritte Finanzierungsrunde mit fast 40 Millionen Euro abschließen. Die Marktchancen für Yubo sieht Stephan M. Czaja, Inhaber der Social-Media-Agentur Social Media One, zumindest nicht bei Null: „Der Markt innerhalb des Social-Media-Networks bietet immer Platz für neue, innovative Netzwerke oder auch für Netzwerke, die sich mit einer ganz besonderen Zielgruppe beschäftigen. So wie zum Beispiel Twitch sehr beliebt bei Gamern ist.“ Besonders die Kombination mit anderen Apps wie Snapchat und Youtube hebe Yubo von anderen sozialen Netzwerken ab.

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