Ratgeber

8 nützliche Wetter-Apps für das iPhone

Eine der Alternativen zu Apples Wetter-App: Wetter.com (Screenshot: Wetter.com)

Lesezeit: 7 Min.
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Alternativen zu Apples Wetter-App punkten mit genauer Vorhersage, Regenradar und ansprechendem Design. Wir haben für euch acht Wetter-Apps für das iPhone herausgesucht, die uns überzeugt haben.

Apples hauseigene Wetter-App ist auch auf iOS 13 gute Hausmannskost und bietet einen groben Überblick zum Wetter in den nächsten Tagen. Die aufgeräumte Benutzeroberfläche und flüssige Bedienung trösten aber nicht darüber hinweg, dass die Vorhersage häufig ungenau ist. Manche Nutzer vermissen weitere Informationen, Daten und Darstellungen wie ein Regenradar. Hier kommen Alternativen von Drittanbietern ins Spiel: Darunter sind Generalisten mit hübscher User-Experience oder umfangreichen Katalogen von Wetterdaten. Oder es handelt sich um Spezialisten für Wind, Niederschlag und Bergwetter. Viele eigenen sich als Ergänzung zur vorinstallierten Wetter-App auf dem iPhone.

Warum sind die Wettervorhersagen so unterschiedlich?

Wetter heißt die vorinstallierte App von Apple auf dem iPohe.

Apples vorinstallierte Wetter-App ist ansehnlich, aufgeräumt und hat die wichtigsten Infos parat. (Screenshot: Apple)

Wer mehrere Wetter-Apps oder verschiedene Seiten für die Wettervorhersage bemüht, kennt das Phänomen: Während eine App Trockenheit ansagt, will die andere vor Regen warnen. Wie kommt so ein Unterschied zustande?

Grundlagen für Wetterprognosen sind die Daten aus zehntausenden permanent aufzeichnenden Wetterstationen weltweit und deren Modellberechnung in leistungsfähigen Computern. Die Anbieter von Wetterdaten verwenden allerdings verschiedene Wettermodelle. Für Vorhersagen in Deutschland werden am häufigsten das deutsche Wettermodell (ICON), das europäische Wettermodell (ECMWF) und das amerikanische Wettermodell (GFS) verwendet. Die vorinstallierten Wetter-Apps von Apple oder von Google auf Android nutzen GFS, das für die großräumige Geographie des nordamerikanischen Kontinents entwickelt wurde und in Europa häufig ungenau ist. ICON, das etwa der DWD nutzt, verwendet kleinere Raster und ist besser an die kleinräumige Landschaft Deutschlands angepasst. Dadurch sind die Wettervorhersagen oft treffsicherer. Warum wird dann GFS hierzulande überhaupt verwendet? Die GFS-Daten sind kostenlos verfügbar, für ICON müssen App-Anbieter zahlen. Manche Apps nutzen mehr als ein Wettermodell als Datenquelle, einige Entwickler lassen über die Wettermodelle auch noch eigene Rechenschritte drüberlaufen. Jeder kocht sein eigenes Wettersüppchen und so kommt es zu einer großen Bandbreite an möglichen Vorhersagen.

Aber wie genau sind die Wetter-Apps denn nun? Sowohl ein Test des WDR als auch einer von Heise.de zählte 2017 die App von Wetteronline und die Meteogroup-App wetter.de zu den zuverlässigsten. Weitere Spitzenplätze für ihre gute Prognose nahmen Wetter XL und Weatherpro ein. Anbieter aus den USA und insbesondere die vorinstallierten Apps der Smartphones erzielten hingegen ein schlechtes Testergebnis.

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Grundregeln für Wetter-Apps

  • Der Begriff der „14-Tage-Vorhersage“ ist ziemlich hochtrabend. Weiter als vier, fünf Tage in die Zukunft können Wettervorhersagen nur einen groben Trend angeben. Also nicht schon montags sorgenfrei das sonnige Gartenfest am Wochenende einplanen.
  • Regenwahrscheinlichkeiten von zum Beispiel 40 Prozent sagen nicht, dass es an diesem Tag zu 40 Prozent der Zeit regnen wird. Sie geben auch keine Auskunft über die Regenmenge. Stattdessen heißt der Wert, es besteht eine Chance von 40 Prozent, dass es einmal am Tag regnet. Einige Anbieter stellen Regenwahrscheinlichkeiten pessimistischer dar, als sie eigentlich sind. Der Grund: Lieber ein paar Nutzer, die einen Regenschirm mitführen, obwohl es nicht regnet, als Nutzer, die klatschnass werden und sich über nicht vorhergesagten Regen beschweren.
  • Markantes Unwetter wie konkrete Gewitter, stürmische Böen und Wolkenbrüche treten kleinsträumig auf und lassen sich oft nur mit einem geringen Vorlauf von Minuten bis Stunden ansagen. Auch mit der besten Wetter-App können also Festivalbesucher nicht am Morgen mit Sicherheit wissen, ob sie die Gewitterfront am Nachmittag trifft oder nicht.

Wie teuer sind Wetter-Apps für das iPhone?

Die meisten Apps gibt es kostenfrei als werbefinanzierte Basisversion zum Download. Wer Geld bezahlt, wird die Werbung los und bekommt oft noch zusätzliche Funktionen. Dabei sind Abomodelle, die mit drei bis zehn Euro im Jahr zu Buche schlagen, mittlerweile häufiger als Einmalkäufe, die den vollen Funktionsumfang der App zur Verfügung stellen. Preislich ist hier alles dabei – von zwei bis zu über 50 Euro.

Alles in einem: Allrounder-Wetter-Apps für das iPhone

Die beliebtesten Wetter-Apps für iOS bieten eine breite Palette an Wetterinformationen. Eine detaillierte Vorhersage für die nächsten drei, vier Tage ist Pflicht, oft sind auch ein Niederschlagsradar und ein Zwei-Wochen-Trend dabei. Wetter-Widgets bieten auf dem Homescreen einen schnellen Wetter-Überblick. Bei ausgesuchteren Bedürfnissen wie Unwetterwarnungen, genauem Regenradar, Bergwetter oder Windvorhersagen für Segler sind spezialisierte Wetter-Apps häufig besser aufgestellt.

Wetter.com

Die App von wetter.com, einem Tochterunternehmen der Prosiebensat.1 Media SE, bietet so ziemlich alle wichtigen Wetterdaten abgesehen vom UV-Index. Wetterwarnungen, ein Regenradar und eine 16-Tage-Prognose mit Liniendiagramm sind auch dabei. Die optische Aufbereitung rangiert im Mittelfeld.
Das Freemium-Modell ermöglicht eine kostenlose Nutzung der iPhone-App mit Werbung und es gibt ein Abo für 5,49 Euro im Jahr, das die Werbung ausschaltet.

Wetter.com auf iPhone und iPad

Wie die meisten Wetter-Apps für iOS macht wetter.com sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad eine gute Figur (Screenshot: wetter.com)

Weatherpro

Die umfangreiche Wetter-App der Meteogroup versammelt zahllose Wetterdaten auf kleinem Raum: tatsächliche und gefühlte Temperatur, Sonnenscheindauer, UV-Index, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, Windrichtung und -stärke. Eine Sieben-Tage-Vorhersage zeigt Wetterlagen in Drei-Stunden-Intervallen an. Im Premium-Abo kommen ein 14-Tage-Trend, HD-Wetterkarten für Wetter-Geeks und ein genaueres Regenradar hinzu. Während Weatherpro auf Android schon mit Version 5 eine neue und intuitive Benutzeroberfläche schmückt, ist die aktuelle Version 4.8.8 für das iPhone noch etwas unübersichtlich und altbacken. Seit 2019 häufen sich Beschwerden darüber, dass die früher gelobte Zuverlässigkeit der App in der Vorhersage schlechter werde.
Weatherpro kostet 0,99 Euro im App-Store und ist werbefrei – wenn man von ständigen Hinweisen zum Upgrade auf Premium absieht. Ein Premium-Abo kostet 2,99 Euro für drei Monate oder 9,99 Euro im Jahr und beinhaltet auch den Premium-Zugang zu weiteren Wetter-Apps des Anbieters.

Weatherpro auf dem iPhone

Beliebter Allrounder: Weatherpro bietet eine Fülle an Wetter-Informationen. (Screenshot: Weatherpro)

Wetteronline

Die App des gleichnamigen Anbieters zeigt auf einen Blick die wichtigsten Vorhersagedaten im Stundentakt und für Tagesabschnitte. Die anschauliche 14-Tage-Übersicht punktet mit einem Liniendiagramm, aus dem sich leicht der Trend ablesen lässt. Dazu gibt es Unwetterwarnungen und Informationen zu Wasser- und Wintersport sowie Pollenflug. Beliebt ist vor allem das leicht bedienbare Regenradar, das Wetteronline auch ausgeklammert als eigene App anbietet. Es stellt den Regen auf einem Radarfilm bis zu 90 Minuten in der Vergangenheit und Zukunft dar.
Wetteronline und Regenradar sind werbefinanziert und kostenlos. Wer keine Anzeigen sehen und die Inhalte personalisieren möchte, kann bei beiden Apps im Abo 6,99 Euro jährlich zahlen.

Wetter-App von Wetteonline

Die App von Wetteronline punktet mit intuitiv bedienbarem Regenradar. (Screenshot: Wetteronline).

 

Regenradar-App von Wetteronline

Das Regenradar von Wetteronline gibt es auch als eigenständige App. (Screenshot: Wetteronline)

Yr

Als Geheimtipp wird die Wetter-App Yr des staatlichen norwegischen Rundfunks NRK gehandelt. Sie kombiniert ein schlichtes Design und Wetteranimationen mit guter Nutzerführung und hoher Vorhersagegenauigkeit. Die Zwei-Tage-Vorhersage prognostiziert alle wichtigen Wetterdaten im Stunden-Intervall und gibt Unwetterwarnungen aus. Der 14-Tage-Trend fällt eher grob aus. Manko: Das schicke Regenradar ist leider nur für Norwegen verfügbar. Und es gibt keine deutschsprachige Version, Nutzer müssen Englisch oder Norsk beherrschen.
Womit sich Yr von allen anderen hier erwähnten Apps abhebt: Sie ist gratis und kommt komplett ohne störende Werbung aus. Einen Blick ist die Wetter-App wert.

Wetter-App Yr für das iPhone

Geheimtipp: Norwegische Wetter-App Yr auf dem iPhone. (Screenshot: NRK)

Horses for courses: Spezialisierte Wetter-Apps

Viele Wetter-Apps für das iPhone haben sich aus speziellen Bedürfnissen von Bergwanderern, Schiffsführern, Surfern, Bauern und Skifahrern entwickelt. Gut gemacht punkten sie mit ihrer Kernkompetenz. Darüber hinaus bieten sie auch eine hinreichend genaue allgemeine Wettervorhersagen mit allen wichtigen Daten.

Warnwetter

Die kostenlose Wetter-App des DWD konzentriert sich auf die Unwetterwarnung. Neben Berichten zur Warnlage und grün bis rot eingefärbte Karten, die die Gefahr von Unwettern visualisieren, gibt es auch die Möglichkeit Push-Benachrichtigungen für jede Form und Intensität drohender Unwetter einzurichten.
Wer für 1,99 Euro Einmalzahlung die Vollversion erwirbt, macht Warnwetter zur Vollblut-Wetter-App mit ausführlicher Wettervorhersage für bis zu zehn Tage im voraus inklusive detaillierter Karten, Regenradar und Blitzortung.

Warnwetter auf dem iPhone

Unwetterwarnung per Karte und Push: Warnwetter. (Screenshot: DWD)

Raintoday

Der Name ist Programm, müsste aber eigentlich noch spezifischer Rainthishour lauten: Raintoday zeigt für den aktuellen Standort wann, wie lange und wie heftig es regnet – leider nur für die nächste Stunde. Dazu gibt es eine detaillierte Karte mit Regenradar. Die Vorhersage ist präzise genug, dass man entscheiden kann, seinen Aufbruch um zehn Minuten vorzuziehen oder zu verschieben, um nicht in einen Schauer zu geraten.
Raintoday sagt regnerisches Wetter kostenlos vorraus und zeigt Werbung. Die Premium-Version für 9,99 Euro im Jahr entfernt die Werbung und bietet auch Premium-Zugang zu anderen Wetter-Apps der Meteogroup, beispielsweise Weatherpro.

Raintoday bietet ein präzises Regenradar auf dem iPhone.

Raintoday zeigt den Regen der nächsten Stunde an. (Screenshot: Raintoday)

Bergfex/Wetter

Wer im Alpenraum unterwegs ist, braucht zuverlässige Angaben zum Tal- und Bergwetter. Auf die ist die Wetter-App von Bergfex spezialisiert, die Vorhersagen für bis zu neun Tage liefert. Dazu gibt es Karten zur Niederschlagsprognose, Angaben zur Schneefallgrenze und Webcams für den Eindruck direkt am Berg. Wer Geld bezahlt, sieht keine Werbung mehr, außerdem bekommt er eine Sechs-Stunden-Kurzzeitprognose, detailliertere Karten und ein Regenradar. Gut für abgeschiedene Bergwanderungen: Die App soll auch bei schlechter Mobilfunkverbindung flüssig laufen.
Die Basisversion ist kostenlos und werbefinanziert, im Abo werden 2,99 Euro im Jahr fällig.

Bergfex/wetter auf dem iPhone

Bergfex/Wetter hat schnell wechselndes Wetter im Gebirge im Blick. (Screenshot: Bergfex)

Windy

Umfangreiche und detaillierte Informationen zur Wind- und Wetterentwicklung finden Segler, Angler, Radfahrer, Gleitschirmflieger, Fallschirmspringer und Piloten bei Windy. Eine Windkarte zeigt die Verhältnisse vor Ort oder an favorisierten Punkten an. Prognosen bieten für die nächsten Tage im Drei-Stunden-Intervall Informationen zu Windrichtungen und Windgeschwindigkeit, Auftreten von Böen, Temperatur und Luftdruck, Pegelstände und Wellenhöhen sowie den Gezeiten. Langzeittrends reichen drei Wochen in die Zukunft. Windy richtet sich an Wetter-Profis und kann durch seine Informationsfülle unübersichtlich wirken. Der Spot-Chat bietet die Möglichkeit, sich mit Einheimischen über die aktuellen Verhältnisse vor Ort auszutauschen.

Über In-App-Käufe kann man das kostenlose Windy erweitern und Windvektoren, Windwarnungen, Offline-Modi, Windkarten in HD, Prognosearchive sowie Icon- und ECMWF-Windkarten nutzen. In vollem Umfang kommen 54,99 Euro beim Einmalkauf zusammen.

Windy auf dem iPhone

Für Wetter-Geeks: Windy geizt nicht mit Detailfinformationen rund ums Wetter. (Screenshot: Windy)

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3 Kommentare
VM_83
VM_83

Es fehlt hier die App „Storm“ von Pflotsh, zudem sollte bei WetterOnline dringend darauf hingewiesen werden, dass es massive Kritik an der Echtheit der Daten gibt, viele Messwerte werden nicht gemessen, sondern errechnet.

Antworten
Alexander Jakob

Also mir reicht die Standard Wetter-App vollkommen aus

Antworten
Henning
Henning

Was ich gerne hätte ist eine App, die mir die Vorsagewahrscheinlichkeit anzeigt. Es gibt Wetterlagen, die sehr stabil sind oder bei denen alle Prognosen in die gleiche Richtung gehen. Dies stellt aber meines Wissens keine der Apps dar.

Antworten

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