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Analyse

Das Acqui-Hire-Prinzip: Suche Talente, kaufe Startup

Nicht jede millionenschwere Startup-Übernahme zielt auf die Software oder die Dienstleistung des gekauften Unternehmens ab. Bei einem Acqui-Hire steckt etwas ganz anderes dahinter: Der Kampf um die besten Köpfe.

Von Lea Weitekamp
3 Min.
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Startup-Akquisition. (Grafik: Shutterstock)

Mit dem Startup kommen die Mitarbeiter

„Acqui-Hiring“ setzt sich aus den Worten „Acquisition“ und „Hiring“ zusammen, womit auch die Bedeutung der Bezeichnung klar sein dürfte: Die Akquisition eines Startups, um dessen Mitarbeiter im eigenen Unternehmen anzustellen. Im idealen Fall kann das Einkäufer-Unternehmen sich mit dieser Maßnahme ein junges, motiviertes und vor allem eingespieltes Team sichern, das die eigene Innovationskraft antreibt. Manchmal geht es aber auch um eine ganz bestimmte, herausragende Persönlichkeit, die sich der Käufer einiges kosten lässt.

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Die Taktik des Acqui-Hirings ist seit einigen Jahren im Tech-Sektor auf dem Vormarsch. Bekannt geworden ist sie spätestens durch Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die ihre Einkaufstouren durch die Startup-Szene ganz selbstverständlich als eine schnelle und effektive Möglichkeit erklärte, herausragende, visionäre Teams in den für Yahoo wichtigsten Unternehmensbereichen zu gewinnen.

Berühmte Acqui-Hires

So sind in den letzten Jahren etwa GoPollGo und MilewiseWander und vielleicht sogar Tumblr aus genau diesem Grund der Yahoo-Familie einverleibt worden – um nur einige Beispiele zu nennen. Firmen wie Facebook oder Google stehen Yahoo in dieser Hinsicht übrigens in nichts nach: Facebooks Akquisitionen von FriendFeed oder Drop.io werden ebenso als Acqui-Hire interpretiert wie Googles Übernahme von Nest, Titan Aerospace oder JetPac. Und auch die Übernahme von doctape durch Atlassian kann als Acqui-Hire durchgehen.

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Im Frühjahr 2013 machte die Summly-Übernahme Schlagzeilen: 30 Millionen US-Dollar zahlte Yahoo für Summly und machte dessen Gründer Nick d’Aloisio mit 17 zum Millionär. Seither arbeitet d’Aloisio im Team von Marissa Mayer am Nachrichtenkonsum der Zukunft. (Foto: LeWeb14 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

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Beim Acqui-Hire bewahrt jeder sein Gesicht

Nicht in allen Fällen handelt es sich um lupenreine Acqui-Hires, oft kommt es auch vor, dass zumindest Teile des Produkts oder der Technologie des Startups Eingang in die Entwicklungen der neuen Mutterfirma finden. Ohnehin variiert der Ablauf eines Acqui-Hires, wobei sich sehr wohl einige Grundmuster ausmachen lassen. So können entweder ganze Teams oder nur Teile der Belegschaft übernommen und die anderen Mitarbeiter entlassen werden. Bei den meisten Deals verpflichten sich die neuen Mitarbeiter, eine bestimmte Zeit lang im Käufer-Unternehmen zu bleiben. In der Regel wird der Service des Startups nach dem Kauf eingestellt, es gibt aber auch andere Beispiele, das prominenteste davon wohl WhatsApp, das als eigenständige Marke erhalten geblieben ist, obwohl Jan Koum jetzt auf Mark Zuckerbergs Gehaltsliste steht.

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Ein sauberer Abgang, bevor ohnehin das Geld ausgeht.

Oft ist ein Acqui-Hire sowohl für den Käufer als auch für die Gekauften eine elegante Möglichkeit, um Gesicht zu wahren: Für Startups, weil ihnen vielleicht ohnehin bald das Geld ausgehen würde und sie so einen erfolgreichen „Exit“ verkünden können – 40 Prozent der „Acqui-Hire-Startups“ haben zuvor gar keine Investorengelder erhalten, die meisten anderen höchstens eine Series-A-Runde, und ein Acqui-Hire erfolgt im Durchschnitt 14-15 Monate nach der letzten Finanzspritze. Der Konzern wiederum sichert sich Talente, ohne sie aufwendig von der Konkurrenz abwerben zu müssen und kann ihnen, statt ihnen exorbitant hohe Gehälter anbieten zu müssen, im Zuge der Übernahme mit hohen Bonuszahlungen einen Wechsel schmackhaft machen.

Das Problem mit dem Acqui-Hire

Das Prinzip Acqui-Hire: Wer ein Startup schluckt, verleibt sich auch die Mitarbeiter ein. (Grafik: Shutterstock)

Das Prinzip Acqui-Hire: Wer ein Startup schluckt, verleibt sich auch die Mitarbeiter ein. (Grafik: Shutterstock)

Allerdings wird auch immer wieder Kritik an der Praxis des Acqui-Hirings laut. Insbesondere die Investoren, die vor dem Acqui-Hire in ein Startup investiert haben, sind oft alles andere als zufrieden mit ihrem Return on Investment. Denn im Zuge eines Acqui-Hires wird ein Großteil der Kaufsumme für Bonuszahlungen an den begehrten Mitarbeiterstab eingesetzt. Für die bisherigen Geldgeber springt also nicht unbedingt das dabei heraus, was man einen „erfolgreichen Exit“ nennen kann. Für all den Aufwand, den sie in ein Portfolio-Startup investiert hätten, bekämen sie manchmal weniger als einen Headhunter, der Unternehmen und aussichtsreiche Talente zusammenführe, beschwert sich einer von ihnen bei TechCrunch.

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Andererseits: Stimmt die Theorie, dass ein Acqui-Hire für einen guten Teil der Startups eine elegante Möglichkeit ist, dem drohenden Aus zu entgehen, dürften auch deren Kapitalgeber diese Form des Exits einer Pleite ihres Schützlings vorziehen.

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Kommentare (1)

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Startup-Berichterstattung

Bisher gibts wohl keine Startup-Berichte von Steuerberatern. Leider.
Wenn wieso sollte man in C-Movies investieren ? Das muss sich irgendwie finanziell rentieren. Oder auch Holding-Ketten. Das wahre Ziel ist also oft gar nicht der dicke Exit sondern Abschreibungen oder sowas.

Davon abgesehen sieht man ja z.b. an Dodgeball wo das Problem ist wenn man es nicht offen zugibt.
Das andere Problem ist, das die Idee nicht realisiert wird und die Kunden darauf warten wie auf Google Glass oder Oculus Rift oder PhonePay-Methoden oder iPay welches vielleicht in China schneller ausrollt als in rückständigen fortschrittsfeindlichen Ländern ohne freie WiFis.

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