Ratgeber

Amazon Advertising vs. Google Ads: Was bringt mehr?

Sollten Marketer lieber bei Amazon oder bei Google Anzeigen schalten? (Bild: Master 1305 / Shutterstock)

Performen Produktanzeigen bei Google oder bei Amazon besser? Wo sollten Unternehmen ihre Werbebudgets platzieren? Ein Überblick.

Der Internet-Trend-Report 2018 von Kleiner Perkins zeigt: 49 Prozent der Internetnutzer starten die Suche nach einem Produkt direkt bei Amazon und nicht bei Google. Sollten Werbetreibende also auf Google-Shopping-Ads verzichten und ganz auf Amazon Advertising vertrauen? So einfach ist das nicht, denn wie so oft gilt: Die Mischung macht’s.

Anzeigen bei Amazon und Google: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Klares Ziel beider Anzeigen-Plattformen ist es natürlich, Produkte zu bewerben und die Conversions anzukurbeln. Sie werden oberhalb der organischen Suchergebnisse angezeigt und ermöglichen es Werbetreibenden, Produktbilder, Preise, Beschreibung und Bewertungen anzuzeigen. Sie funktionieren auf Pay-per-Click-Basis und ermöglichen Anzeigenschaltung auch für kleine Budgets.

Der entscheidende Unterschied beider Werbeformen ist, dass Google-Anzeigen den User auf eine Website des Werbetreibenden weiterleiten. Amazon-Anzeigen führen User hingegen zur Produktdetailseite. Hier bieten Google Ads natürlich einen entscheidenden Vorteil: Werbetreibende haben viel mehr Möglichkeiten, die Landingpage passgenau zu gestalten. Durch das individuelle Design wird ein höheres Markenbewusstsein geschaffen. Außerdem können Besuchern weitere Produkte empfohlen werden. Und selbst wenn es zu keinem Kaufabschluss kommt, können Besucherdaten gesammelt werden, die weitergenutzt werden können. So lassen sich beispielsweise Newsletter-Anmeldungen generieren.

Amazon-Anzeigen bieten hingegen keine Möglichkeit, weitere Nutzerdaten zu generieren. Außerdem ist die Chance hoch, dass Nutzer eine Produktseite verlassen – ob nun ein Kauf stattgefunden hat oder nicht –, ohne sich zu merken, bei welcher Marke sie gerade zugeschlagen haben.

Höhere Conversion Rates und niedrigere CPC bei Amazon

In einem Case hat der Adtech-Anbieter Adference Amazon-Sponsored-Products und Google-Shopping-Anzeigen gegenübergestellt. Dabei wurden im Bereich Fashion die CPC im gleichen Produktbereich mit identischen Suchbegriffen in einem Zeitraum von vier Monaten verglichen. Es wurden generische Suchanfragen und markenbezogene Suchanfragen untersucht. Teilweise wurden identische Produkte auf Google und Amazon beworben. Das Ergebnis: Zwar erhielten die gesuchten Keywords bei Amazon 2,5 mal mehr Klicks und Traffic und eine 70 Prozent höhere Conversion-Rate bei rund 65 Prozent geringeren Costs-per-Click. Aber: Der durchschnittliche Warenkorb war bei Amazon 55 Prozent geringer.

„Allgemein lässt sich sagen, dass Amazon Ads Werbetreibenden eine hohe Reichweite, geringe Klickpreise und sehr gute Conversion-Rates bietet. Allerdings sollte auf geringere Warenkörbe und weniger Margen geachtet werden“, erklärt Florian Nottorf, Data-Scientist und CEO bei Adference. „Auch ist ein echter Mehrwert von Google Ads nicht zu unterschätzen: die Möglichkeit, langfristige, Kundenbeziehungen und Markenvertrauen aufzubauen. So muss nicht jede Conversion über Werbung neu eingekauft werden. Werbetreibende sollten daher ihr Werbekampagnen-Setup sowie die Performance-Optimierungen individuell prüfen.“

Kein Entweder-oder

Anzeigen bei Amazon bieten verschiedene Vorteile gegenüber Google Ads. User, die auf Amazon nach einem Produkt suchen, befinden sich an einem weitaus späteren Punkt der Customer-Journey. Sie haben bereits eine konkrete Kaufabsicht und eine recht klare Vorstellung davon, welches Produkt sie kaufen wollen. Durch die (noch) geringe Werbekonkurrenz auf Amazon kann der Marktplatz auch mit günstigen Klickpreisen punkten.

Zurückstecken muss Amazon aber hinsichtlich der Optimierungsmöglichkeiten. Die eingeschränkte Analyse gibt beispielsweise keinen Aufschluss über die Verweildauer auf einer Produktseite oder andere Kennzahlen, die bei der Optimierung von Anzeigen helfen. Eine gezielte Aussteuerung nach geografischen, zeitlichen oder geräteabhängigen Faktoren ist bei Amazon auch nicht möglich.

Werbetreibende sollten Amazon Advertising als eine sinnvolle Ergänzung zu Google Ads erkennen und die Möglichkeiten, die beide Plattformen bieten, miteinander verbinden. Bei der Budgetverteilung gilt es, die Vor- und Nachteile beider Plattformen abzuwägen und mit den eigenen Zielen abzugleichen.

Eine Zusammenfassung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Google Ads und Amazon Advertising zeigt euch auch diese Infografik.

Amazon PPC vs. Google Ads

Ein Vergleich zwischen Anzeigen bei Amazon und Google. (Grafik: Adbadger)

Zum Weiterlesen:

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