Analyse

3 unwiderlegbare Argumente, warum Amazon großflächig Drohnen einsetzen wird

Amazon startet jetzt das Drohnenzeitalter. (Grafik: Shutterstock)

Amazon hat die Fluggenehmigung für seine Paketdrohnen in den USA beantragt. Drei Argumente sprechen dafür, dass bald ganze Schwärme den Himmel bevölkern werden.

Der offizielle Antrag von Amazon bei der US-Flugaufsichtsbehörde FAA auf eine Fluggenehmigung für Drohnen außer Sichtweite eines Piloten ist der Startschuss für das Drohnenzeitalter. Über 122.000 kommerzielle Drohnenpiloten und über 200.000 kommerzielle Drohnen sind in den USA laut der FAA registriert, weitestgehend für Immobilien-Luftfotografie, Industrieanwendungen und landwirtschaftliche Nutzung. Aber die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass das erst der Anfang ist, denn jetzt kommt das Transportwesen.

Alphabet und UPS haben schon die Genehmigung, autonome Drohnen einzusetzen, Amazon hat jetzt für die kompletten Vereinigten Staaten die Genehmigung für Drohnenflüge beantragt. Die Drohne streift ihren Ruf als PR-Gag ab und wird sich zum ernstzunehmenden Teil der Zustellinfrastruktur auf der letzten Meile entwickeln. Und Amazon wird über kurz oder lang in großen Massen Drohnen nutzen.

Amazon arbeitet seit Jahren konzentriert an Zustellung mit Drohnen

In einer Ausgabe der CBS-Sendung 60 Minutes enthüllte Jeff Bezos 2013 die Lieferdrohnen von Amazon und schätzte optimistisch, dass bis 2017 oder 2018 der Betrieb damit aufgenommen würde. Statt vier bis fünf Jahren sollte es sechs Jahre dauern, bis Amazon auf seiner Re-Mars-Konferenz im Juni dieses Jahres ankündigte, in wenigen Monaten mit der Auslieferung zu beginnen.

Jeff Wilke präsentiert neue Lieferdrohne

Amazon-Manager Jeff Wilke präsentiert die neue Lieferdrohne. (Foto: Amazon)

Wie lange Amazon insgesamt am Drohnenprogramm arbeitet, ist im Detail unklar: Ein realistisches Minimum von einem Jahr Entwicklungszeit bis zur Vorstellung der ersten Prototypen 2013 vorausgesetzt, müssten es aber mindestens sieben Jahre sein. Während in Großbritannien seit 2015 intensiv unter Einbeziehung der Flugsicherheitsbehörden getestet wird, ist aus Deutschland zumindest nichts zu hören oder zu lesen. Seit 2017 das generelle Betriebsverbot für Drohnen außer Sichtweite aufgehoben wurde und die Landesluftfahrtbehörden Genehmigungen erteilen dürfen, ist die theoretische Grundlage für die Erprobung gelegt.

Amazon konzentriert sich laut den entsprechenden Genehmigungen bei der Entwicklung in den USA und in Großbritannien auf ländliche Gebiete sowie auf „Suburban Areas“, was am ehesten mit unseren Vorstädten und Metropolregionen vergleichbar ist. Die Technologie besteht aus vollkommen autonomen Fluggeräten, die mit einer Sensorik ausgestattet sind, die der Drohne eine situationsbezogene autonome Entscheidungsvielfalt ermöglicht. Damit hat Amazon eine Art Autopilot geschaffen, der Hindernissen, die sich plötzlich in den Weg stellen, selbstständig ausweichen kann – die Technologie soll sich selbst manuellen Befehlen widersetzen, die Schaden anrichten würden. Die Asimovschen Robotergesetze lassen grüßen.

Amazon wird Drohnen unzweifelhaft und in großer Masse einsetzen

Aber nicht nur die intensive Auseinandersetzung von Amazon mit der Drohnenzustellung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen ernsthafte Pläne verfolgt. Amazon steht vor dem Problem, dass die Logistikkapazitäten nicht beliebig skalierbar sind. Auch die letzte Meile ist nur schwer skalierbar und nicht automatisierbar – dabei muss Amazon skalieren und automatisieren, um weiter zu wachsen. Im Detail sprechen genau diese drei Argumente für den schnellen Ausbau von Amazons Drohneninfrastruktur:

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3 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Hier ein Argument welches alle drei Argumente widerlegt: Schusswaffen!

https://www.youtube.com/watch?v=tBZSgTCL_n0
https://www.youtube.com/watch?v=hRgAn9GJEbQ

Es müssen nur genug Lieferdrohnen unterwegs verlustig gehen.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Nein, das wird eher kein Argument werden. Aus mehreren Gründen, ich konzentriere mich mal auf den wichtigsten: es ist illegal Drohnen abzuschießen. In den USA ist es mittlerweile ein Bundesverbrechen. https://www.digitaltrends.com/cool-tech/new-york-man-arrested-after-allegedly-shooting-down-a-mavic-drone/.

Und ein Massentrend wird das sicher nicht, in den USA sind laut dem oben verlinkten Bericht gerade mal rund ein Dutzend Fälle vor Gericht gelandet. Das würde noch nicht einmal Sand ins Getriebe streuen, schlimmstenfalls geht noch eine Drohne raus und eine Lieferung dauert eben 60 statt 30 Minuten. Da könnte man ebenso argumentieren, die Möglichkeit der Entführung eines Postwagens könnte den Paketverkehr zum erliegen bringen.

Es sind noch regulatorische und gesetzgeberische Herausforderungen zu lösen in der Trennung zwischen öffentlichem und privatem Luftraum, aber das ist nur eine Frage der Zeit.

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Das ist natürlich toll für Amazon und Co, Kriminelle interessieren sich in der Regel allerdings wenig dafür ob etwas verboten ist oder nicht. Es gibt schließlich auch Ware abzustauben. Man muss die Lieferdrohnen auch nicht ballistisch vom Himmel holen, es würde schon eine Spark mit Netz reichen.

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